Zahnfehlstellungen und Zahnspange

Courtney Hale / iStock / Getty Images Plus

Stehen die Zähne schief, kann bei vielen Kindern und Jugendlichen eine Zahnspange hilfreich sein, um die Fehlstellungen zu korrigieren. Die Krankenkass übernimmt die Kosten allerdings erst ab einem bestimmten Schweregrad.

Wann übernimmt die Krankenkasse die Kosten für eine Zahnspange für Kinder und Jugendliche?

Ob die Kosten einer Zahnspange für Kinder und Jugendliche bis zum Ende des 18. Lebensjahres übernommen werden, hängt davon ab, wie schwerwiegend die Fehlstellung ist. Um dies festzustellen, ist eine Untersuchung in einer Praxis für Kieferorthopädie erforderlich. Dazu stellt eine Praxis für Zahnmedizin eine Überweisung zur Kieferorthopädin oder zum Kieferorthopäden aus, wenn im Rahmen der zahnärztlichen Vorsorgeuntersuchung eine kieferorthopädische Behandlung als notwendig betrachtet wird. Die Fehlstellung der Zähne dann anhand der sogenannten kieferorthopädischen Indikationsgruppen (KIG), die von Schweregrad 1 bis Schweregrad 5 reichen. Die Krankenkassen übernehmen ab KIG 3 die Kosten der kieferorthopädischen Behandlung.

Wie kann die Kostenübernahme beantragt werden?

Die Beantragung der Kostenübernahme bei der Krankenkasse erfolgt durch die Praxis für Kieferorthopädie, indem auf Grundlage der erfolgten Untersuchung ein kieferorthopädischer Behandlungsplan aufgestellt und dieser an die Krankenkasse übermittelt wird.

Werden die Kosten vollständig von der Krankenkasse übernommen?

Sind die Voraussetzungen für eine Kostenübernahme erfüllt (ab KIG 3), kommen die Krankenkassen grundsätzlich für 100 Prozent der Kosten auf. Allerdings  werden in der Regel während der Behandlung lediglich 80 Prozent der Kosten direkt mit der Krankenkasse abgerechnet. Die weiteren 20 Prozent müssen zunächst als Eigenanteil selbst bezahlt werden. Der Eigenanteil wird nach erfolgreichem Abschluss der Behandlung jedoch zurückerstattet. Wenn die Behandlung abgeschlossen ist, wird eine Abschlussbescheinigung ausgestellt, die zusammen mit den Eigenanteilsrechnungen bei der Krankenkasse eingereicht werden muss. Sind zwei oder mehr Kinder in kieferorthopädischer Behandlung, verringert sich der Eigenanteil ab dem zweiten Kind um 10 Prozent.

Was wird nicht von der Krankenkasse übernommen?

Neben kieferorthopädischen Behandlungen der KIG 1 bis 3 werden auch keine Mehrkosten für Leistungen übernommen, die die kieferorthopädische Behandlung lediglich aus ästhetischen Gründen oder aufgrund eines besseren Tragekomforts ergänzen. Dazu zählen beispielsweise Keramikbrackets oder Speedbrackets, die deutlich kleiner sind als die herkömmlichen Brackets bei festen Zahnspangen.

Zahnspange bei Erwachsenen

Bei Erwachsenen ist eine Kostenerstattung der kieferorthopädischen Behandlung durch die Krankenkasse nur in Ausnahmefällen möglich. Dazu zählen schwere Kieferanomalien wie u.a. das angeborene Crouzon-Syndrom oder auch Fehlentwicklungen wie zum Beispiel ein vorstehender Unterkiefer (Progenie). Auch wenn solch schwere Kieferanomalien durch einen Unfall verursacht werden, können die Kosten von der Krankenkasse übernommen werden.