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Das Amtsgericht in Spandau im Wandel der Zeiten

Am 01.10.1879 wurde das Amtsgericht Spandau errichtet und nahm im Prinz-Heinrich-Palais in der damaligen Potsdamer Straße seinen Dienst auf.

Im Bombenangriff auf Spandau am 28. März 1945 wurde das Dienstgebäude Carl-Schurz-Straße 49 von einer Bombe getroffen und bis auf die Grundmauern zerstört. Teile der Fassade und der Kelleranlagen blieben stehen und mussten nach Kriegsende gesprengt werden.

Im Juni 1953 wurde der Grundstein gelegt und das Amtsgebäude nach einem Entwurf des Architekten Walter Markschies bis Ende 1954 fertig gestellt. Die Baukosten für das damals als modernstes Gerichtsgebäude Deutschlands bezeichnete Haus beliefen sich auf 2.262,963,00 DM.

Im Dezember 1954 wurde das Dienstgebäude des Amtsgerichts Spandau eingeweiht und nahm am Altstädter Ring den Dienstbetrieb auf.

Ausführliche Informationen über die Geschichte des Spandauer Amtsgerichts
Nach dem 1. April 1849 entstanden anstelle der bisherigen Land- und Stadtgerichte Königliche Kreisgerichte als staatliche Gerichte erster Instanz für Zivil- und Strafsachen.

Im Bereich des Kammergerichts zu Berlin wurde das Kreisgericht in Spandau eingerichtet. Die Aufgaben der Kreisgerichte gingen 1879 teils an die neuen Landgerichte, teils an die neuen Amtsgerichte über.

Am 01.10.1879 wurde das Amtsgericht Spandau errichtet und nahm im Prinz-Heinrich-Palais in der damaligen Potsdamer Straße seinen Dienst auf.

Neben der Stadtgemeinde Spandau hatte das Amtsgericht auch Zuständigkeiten im Kreis Osthavelland. Es unterstand von 1879 bis 1906 dem Landgericht Berlin II und von 1906 bis 1933 dem Landgericht Berlin III. Ab 1933 führte das Landgericht Berlin die Dienstaufsicht.

Den ersten Weltkrieg überstand das Amtsgericht ohne Beschädigungen.

Im Jahr 1939 wird die Potsdamer Straße in Carl-Schurz-Straße umbenannt und das Amtsgericht Spandau erhält die Hausnummer 49.

Bereits 1901 wurde eine Nebenstelle des Amtsgerichts im Gebäude des Proviantamtes gegenüber der Garnisonskirche (jetzt Neuendorfer Straße) eingerichtet.

Über diese Dienststelle und ihr Schicksal ist nichts bekannt, es ist jedoch davon auszugehen, dass das Proviantamt und damit die Nebenstelle im Zuge der Auflösung der Festungsanlagen und Wälle, 1903 bis 1914, entfernt wurden.

Auf dem Grundstück an der heutigen Neuendorfer Straße 1 befinden sich nun das Brauhaus und eine Wäscherei.

Wohl aus diesem Grund wurde eine neue Nebenstelle in dem 1750 errichteten Gebäude in der heutigen Carl-Schurz-Straße 46 eingerichtet. Das Datum der Inbetriebnahme ist nicht bekannt.

Im Bombenangriff auf Spandau am 28. März 1945 wurde das Dienstgebäude Carl-Schurz-Straße 49 von einer Bombe getroffen und bis auf die Grundmauern zerstört. Teile der Fassade und der Kelleranlagen blieben stehen und mussten nach Kriegsende gesprengt werden.

Aufgrund des Totalschadens wurde das Amtsgericht Spandau in das noch vorhandene Nebengebäude in der Carl-Schurz-Straße 46 verlegt, wo es bis 1951 seinen Sitz hatte. Dieses zweihundert Jahre alte Haus war jedoch in einem so baufälligen Zustand, dass am 07. Juni 1951 Steine aus der Decke eines Dienstzimmers heraus brachen und zu Boden fielen.

Die daraufhin notwendige Evakuierung ließ das Amtsgericht Spandau erneut umziehen in die Seegefelder Straße 35. Dort war bereits bis Ende des 2. Weltkrieges das Grundbuchamt untergebracht.
Am 07.Januar 1952 beschloss der Senat von Berlin den Neubau eines Amtsgerichtsgebäudes auf einer Freifläche am Altstädter Ring.

Im Juni 1953 wurde der Grundstein gelegt und das Amtsgebäude nach einem Entwurf des Architekten Walter Markschies bis Ende 1954 fertig gestellt.

Die Baukosten für das damals als modernstes Gerichtsgebäude Deutschlands bezeichnete Haus beliefen sich auf 2.262,963,00 DM.
Im Dezember 1954 wurde das Dienstgebäude des Amtsgerichts Spandau eingeweiht und nahm am Altstädter Ring den Dienstbetrieb auf.

Bis Ende 1978 war im 4. und 5. Geschoss die Fachhochschule für Verwaltung und Rechtspflege untergebracht. Nach deren Verlegung bezog die Justizkasse Berlin diesen Gebäudeteil und befindet sich noch immer dort.

(verfasst von André Bickert, stellv. Geschäftsleiter des Amtsgerichts Spandau)


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