Strahlenschutz an Schulen

Geltungsbereich

Es gibt eine von der Kultusministerkonferenz empfohlene Rahmenrichtlinie zur Sicherheit im Unterricht (RiSU). Die nachstehenden Ausführungen entsprechen im Wesentlichen einem Rundschreiben der Berliner Schulverwaltung von 2003 und gelten für alle öffentlichen allgemein bildenden und beruflichen Schulen einschließlich der Einrichtungen des Zweiten Bildungsweges sowie Schulen mit sonderpädagogischen Förderschwerpunkt im Land Berlin.

Strahlenschutzverantwortliche/Strahlenschutzverantwortlicher
(§ 31 Absatz 1 StrlSchV und § 13 Absatz 1 RöV)

Die Funktion der Strahlenschutzverantwortlichen beziehungsweise des Strahlenschutzverantwortlichen wird im Zusammenwirken mit dem Schulträger (zum Beispiel dem Bezirksamt) von der Schulleiterin beziehungsweise vom Schulleiter oder von der Leiterin beziehungsweise vom Leiter der Einrichtung wahrgenommen. Die oder der Strahlenschutzverantwortliche muss selbst keine Fachkunde im Strahlenschutz besitzen.

Aufgaben gemäß § 33 StrlSchV und § 15 RöV der Strahlenschutzverantwortlichen

  1. Die Strahlenschutzverantwortlichen haben dafür zu sorgen, dass jede unnötige Strahlenexposition von Menschen durch ionisierende Strahlung vermieden wird. Dazu müssen sie innerhalb der Schule die notwendigen organisatorischen Bedingungen/Voraussetzungen schaffen beziehungsweise sicherstellen.
  2. Zu den Aufgaben gehören die Mitteilung des Erwerbs, die Kennzeichnung, Beseitigung oder Abgabe von Schulquellen oder Schulröntgeneinrichtungen sowie die jährliche Bestandsmeldung (§ 70 StrlSchV). Die letztgenannten Aufgaben können an eine Strahlenschutzbeauftragte oder einen Strahlenschutzbeauftragten delegiert werden („Strahlenschutzbeauftragte oder Strahlenschutzbeauftragter mit besonderen Aufgaben“). Für Strahlenschutzbeauftragte, die solche Aufgaben übernommen haben, ist eine Vertreterin beziehungsweise ein Vertreter zu benennen. Die Strahlenschutzverantwortlichen bleiben auch dann für die Einhaltung der Anforderungen verantwortlich, wenn sie Strahlenschutzbeauftragte bestellt haben.
  3. Die Strahlenschutzverantwortlichen müssen jede Lehrkraft, die Umgang mit Schulquellen beziehungsweise Schulröntgeneinrichtungen hat, unter genauer Festlegung der übertragenen Aufgaben und Befugnisse schriftlich zur oder zum Strahlenschutzbeauftragten (Formulare 4, 4 a und 4 b) bestellen (§ 31 Absatz 2 bis 4 StrlSchV, § 13 Absatz 2 bis 5 RöV). Über die Bestellung muss das LAGetSi schriftlich informiert werden (Formulare 4 und 4 b). Dem Formular ist die Bescheinigung über den Erwerb der Fachkunde, sofern diese dem LAGetSi nicht bereits vorliegt, beizufügen. Eine Fachkundebescheinigung wird vom LAGetSi erteilt, wenn die erfolgreiche Teilnahme an einem entsprechenden Kurs bestätigt ist. Vor der Bestellung einer Lehrkraft zur oder zum Strahlenschutzbeauftragten beteiligt die jeweilige Dienststellenleiterin oder der jeweilige Dienststellenleiter auf Veranlassung der oder des Strahlenschutzverantwortlichen die jeweilige Frauenvertreterin sowie den jeweiligen Personalrat (Formulare 2 und 3). Der betreffenden Lehrkraft ist eine Abschrift der Bestellung nach § 31 Absatz 4 StrlSchV, § 13 Absatz 5 RöV zu übermitteln (Formular 4). Änderungen des Zuständigkeitsbereichs oder das Ausscheiden der oder des Strahlenschutzbeauftragten aus ihrer oder seiner Funktion müssen dem LAGetSi sowie der jeweiligen Frauenvertreterin und dem jeweiligen Personalrat gemäß § 31 Absatz 4 StrlSchV, § 13 Absatz 5 RöV ebenfalls unverzüglich mitgeteilt werden (Formulare 2, 3, 4, 4 b, 4 c).
  4. Die Strahlenschutzverantwortlichen sind dafür verantwortlich, dass die zu Strahlenschutzbeauftragten bestellten Lehrkräfte in der Lage sind, ihre Aufgaben zuverlässig wahrzunehmen. Sie haben die Strahlenschutzbeauftragten daher über alle Maßnahmen und Regelungen, die deren Aufgaben betreffen, zu informieren (§ 32 Absatz 3 StrlSchV, § 14 Absatz 3 RöV) und jeder beziehungsweise jedem Strahlenschutzbeauftragten ein Exemplar dieses Rundschreibens auszuhändigen. Die Aushändigung und die Kenntnisnahme muss sie oder er sich von den Strahlenschutzbeauftragten schriftlich bestätigen lassen (Formular 4a).

Strahlenschutzbeauftragte

Die Lehrkräfte, die von den Strahlenschutzverantwortlichen zu Strahlenschutzbeauftragten bestellt werden, müssen folgende Voraussetzungen erfüllen:

  1. Sie müssen die Lehrbefähigung in Physik, Chemie oder einer verwandten Fachrichtung (zum Beispiel für Metalltechnik oder Elektrotechnik an berufsbildenden Schulen) bzw. einen Diplomabschluss einer wissenschaftlichen Hochschule in den genannten Fachrichtungen besitzen.
  2. Über die Lehrkräfte dürfen keine Tatsachen bekannt sein, die zu Bedenken hinsichtlich ihrer Zuverlässigkeit Anlass geben (§ 31 Abs. 3 StrlSchV, § 13 Absatz 3 RöV).
  3. Die Lehrkräfte müssen die Strahlenschutzfachkunde nachweisen können. Die Fachkunde-Bescheinigung können sie nach erfolgreicher Teilnahme an entsprechenden Kursen erwerben. Die Kurse müssen vom Landesamt für Arbeitsschutz, Gesundheitsschutz und technische Sicherheit (LAGetSi) als Strahlenschutzlehrgang anerkannt worden sein.
  4. Die Fachkunde muss alle fünf Jahre durch entsprechende Kurse aktualisiert werden (§ 30 StrlSchV, § 18 a RöV).

Aufgaben der Strahlenschutzbeauftragten

Die Strahlenschutzbeauftragten (§ 33 Absatz 2 und 3 StrlSchV, § 15 Absatz 2 RöV) sind verpflichtet, die Einhaltung der Strahlenschutzgrundsätze zu gewährleisten. Hierzu gehören:

  1. Die „Strahlenschutzbeauftragten mit besonderen Aufgaben“ haben gemeinsam mit dem Strahlenschutzverantwortlichen dafür zu sorgen, dass der Umgang mit Schulquellen und der Betrieb von Schulröntgeneinrichtungen nur von fachkundigen Lehrkräften ausgeübt wird, die zu Strahlenschutzbeauftragten bestellt sind. Dies gilt auch für den Umgang mit radioaktiven Stoffen unterhalb der Freigrenze nach Anlage III der Strahlenschutzverordnung (StrlSchV).
  2. Bis Ende Januar eines jeden Jahres muss sie oder er eine Auflistung aller Schulquellen und Schulröntgeneinrichtungen beim LAGetSi einreichen (dies gilt auch für nach der alten Strahlenschutzverordnung anzeigepflichtige Schulquellen) (Formular 6). Vorher ist der gegenwärtige Bestand an Schulquellen und Schulröntgeneinrichtungen sowie ihr einwandfreier Zustand zu überprüfen.
  3. Über die Anschaffung oder Abgabe von Schulquellen muss Buch („Strahlenschutzbuch“) geführt werden. Dem LAGetSi müssen Bestandsänderungen innerhalb eines Monats schriftlich mitgeteilt werden. Dies gilt auch für die Anschaffung beziehungsweise Stilllegung einer Schulröntgeneinrichtung (Formular 5).
  4. Das Strahlenschutzbuch muss auf Verlangen vorgezeigt werden können und darüber hinaus folgende Unterlagen enthalten: Betriebsanleitungen und Bauartzulassungen aller Schulquellen und Schulröntgeneinrichtungen, Genehmigungen des LAGetSi und jährlichen Bestandsmeldungen sowie Meldungen über Abgabe oder Erwerb. Außerdem gehören in dieses Buch die Bestellungsbescheinigungen aller Strahlenschutzbeauftragten.
  5. In Zeitabständen von längstens fünf Jahren (§ 18 Absatz 5 RöV) ist die Strahlenschutzprüfung von Schulröntgeneinrichtungen zu beantragen, die Dichtheitsprüfung aller umschlossenen Schulquellen nach § 66 Absatz 4 StrlSchV ist alle 10 Jahre zu veranlassen. Dazu ist ein Antrag auf Prüfung bei einem zugelassenen Sachverständigen zu stellen.
    Bei der Prüfung muss der letzte Prüfungsbericht sowie die Stückprüfungsbestätigung des Herstellers vorgelegt werden. Dieses Schriftstück enthält die Seriennummer des radioaktiven Stoffes beziehungsweise der Schulröntgeneinrichtungen und bestätigt, dass die Sicherheit vom Werk geprüft wurde.
  6. Die erforderlichen Auflistungen und Mitteilungen sollen möglichst in elektronischer Form gespeichert und an das LAGetSi per E-Mail übermittelt werden (§ 115 StrlSchV, § 43 RöV).
  7. Die „Strahlenschutzbeauftragten mit besonderen Aufgaben“ haben für den Aushang oder das Auslegen des Textes der Strahlenschutzverordnung und der Röntgenverordnung zu sorgen (Die Verordnungen können bestellt werden bei: Bundesverleger Verlagsgesellschaft mbH, Postfach 1320, 53003 Bonn, Tel.: (0228) 382 08 -0).
    Der Wortlaut kann im Internet eingesehen und ausgedruckt werden unter www.bmub.bund.de/.
  8. Zur Vorbereitung der Brandbekämpfung hat die oder der Strahlenschutzbeauftragte mit der Berliner Feuerwehr (§ 52 StrlSchV), Stab BTK 1 KatSchutz/Störfallprävention, Edinburger Straße 7, 13349 Berlin (Tel.: 387 – 10205) die erforderlichen Maßnahmen zu planen.
  9. Überwachung der Einhaltung der Frist zur Aktualisierung der Fachkunde.
    Entsprechende Kurse werden vom Landesinstitut für Schule und Medien angeboten und können unter www.fortbildung-regional.de Stichwort Strahlenschutz gebucht werden.

Für Schulen zugelassene radioaktive Stoffe und Röntgeneinrichtungen

  • Weiterverwendung bisher genutzter Schulquellen und Schulröntgeneinrichtungen:
    Die neue Strahlenschutzverordnung (StrlSchV) unterscheidet zwischen dem genehmigungsfreien und dem genehmigungsbedürftigen Umgang mit radioaktiven Stoffen. Die bis zum 31. Juli 2001 gültige Strahlenschutzverordnung sah zusätzlich auch einen anzeigepflichtigen Umgang mit radioaktiven Stoffen (vom Hersteller bauartzugelassen) vor. Die Übergangsvorschriften (§ 117 Absatz 7 StrlSchV) sehen bis zum Auslaufen der befristeten Bauartzulassung die Regelungen der alten Strahlenschutzverordnung vor (diese Frist ist der vom Hersteller bei der Lieferung beigelegten Bauartzulassung zu entnehmen. Dieser Beleg muss sich bei den Unterlagen der alljährlichen Strahlenschutzmeldungen befinden und ist nach wie vor dem LAGetSi auf Verlangen vorzulegen). Das heißt, diese dürfen weiterhin verwendet werden und müssen alljährlich im Bestand dem LAGetSi gemeldet werden (§ 117 Absatz 7 StrlSchV). Nach dem Auslaufen der Bauartzulassung können die Schulquellen beim selben Anwender weiter betrieben werden (Bestandsschutz), müssen aber auch weiterhin jährlich beim LAGetSi angezeigt werden.
    Bei Verkauf oder Abgabe wird der Umgang dann genehmigungspflichtig, wenn die (spezifische) Aktivität über den Freigrenzen liegt. Dieses ist bei den gängigen Schulquellen überwiegend der Fall.
    Bisher zugelassen betriebene Schulröntgeneinrichtungen dürfen an der Schule weiterhin genutzt werden, wenn sie der RöV von 1988 entsprechen und die zulässige Jahresdosis für Lehrkräfte sowie Schülerinnen und Schüler (1 mSv) im Betrieb nicht überschritten wird (§ 45 Absatz 1 RöV).
    Die Schulquellen und ihre Vorrichtungen, Neutronenquellen und Schulröntgeneinrichtungen dürfen nicht verändert werden.
  • Genehmigungsfreie (und damit auch anzeigefreie) radioaktive Stoffe und Vorrichtungen:
    Radioaktive Stoffe, deren Aktivitäten beziehungsweise spezifische Aktivitäten die Freigrenzen nicht überschreiten. Hierbei ist die Summenformel zu beachten.
    Freigrenzen für einige, üblicherweise in Schulquellen verwendete Isotope:
Quelle Aktivität in Bq spezifische Aktivität in Bq/g
Ra-226, Th-232, Po-210,Cs-137 10 4 10
Sr-90 10 4 10 2
Am-241, Pu-238 und 239 10 4 1
Co-60 10 5 10
Na-22, Ba-137, Rh-99 10 6 10
Kr-85 10 4 10 5
Tl-204 10 4 10 4
  • Bauartzugelassene Vorrichtungen, wenn in einem Abstand von 10 cm von der berührbaren Oberfläche die Ortsdosisleistung unter normalen Betriebsbedingungen 1 MikroSv/h (1 MikroSv = 0,1mrem) nicht überschreitet (§ 25 StrlSchV in Verbindung mit Anlage V, Teil B) .
  • Genehmigungspflichtige Schulquellen:
    Bisher bauartzugelassene Schulquellen, wenn sie nach Ablauf der Bauartzulassung an eine andere Schule oder Bildungseinrichtung weiter gegeben werden und die Freigrenzen überschritten werden.
    Die bisher im Unterricht eingesetzten Gasglühstrümpfe dürfen nicht mehr verwendet werden.
  • Neuanschaffung von Schulröntgeneinrichtungen und genehmigungspflichtigen Schulquellen:
    Die Neuanschaffung von Schulröntgeneinrichtungen muss dem LAGetSi innerhalb eines Monats schriftlich angezeigt werden (Formular 7). Im Unterricht dürfen nur bauartzugelassene Schulröntgeneinrichtungen eingesetzt werden. Eine Genehmigung dieser Einrichtungen gibt es daher nicht mehr.
    Die an das LAGetSi zu richtenden Anträge auf die Genehmigung nicht bauartzugelassener Schulquellen sowie die Mitteilungen über die Neuanschaffung von Schulröntgeneinrichtungen sind vorab der Senatsverwaltung für Bildung, Jugend und Wissenschaft (SenBJW) – Referat I D – zur Prüfung zuzuleiten.
    Dabei ist der Nachweis zu führen, dass ohne die betreffenden Schulquellen oder Schulröntgeneinrichtungen die Erreichung der Unterrichtsziele nicht möglich ist.
    Voraussetzung für die Erteilung der Genehmigung durch das LAGetSi ist das Vorhandensein von mindestens zwei Strahlenschutzbeauftragten (§ 9 StrlSchV, § 3 RöV) an der beantragenden Schule/Bildungseinrichtung.

Umgang mit radioaktiven Stoffen und Röntgeneinrichtungen

  • Verwendung im Unterricht:
    Mit radioaktiven Schulquellen, Neutronenquellen und Schulröntgeneinrichtungen dürfen nur Lehrkräfte umgehen, die zu Strahlenschutzbeauftragten bestellt sind (§ 45 Absatz 3 StrlSchV, § 13 Absatz 4 RöV).
    Schülerinnen und Schüler dürfen nur in ständiger Anwesenheit einer oder eines Strahlenschutzbeauftragten an Versuchen mit radioaktiven Stoffen, Neutronenquellen und Schulröntgeneinrichtungen mitwirken.
    Versuche an Menschen sind verboten. Diese Einschränkung erstreckt sich auf den schulischen Umgang mit allen radioaktiven Stoffen. Sie gelten auch für Schulquellen, deren Aktivität unterhalb der Freigrenze liegt.
    Jede Strahlenexposition ist unter Berücksichtigung der Umstände des (ungünstigsten) Einzelfalls auch unterhalb der festgelegten Grenzwerte so gering wie möglich zu halten.
  • Lagerung und Sicherung von Schulquellen und Schulröntgeneinrichtungen:
    Schulquellen sind, solange sie nicht verwendet werden, so zu lagern, dass eine unnötige Strahlenexposition von Personen vermieden und ein Zugriff Unbefugter verhindert wird (§ 65 StrlSchV). Sie sind in abschließbaren Räumen und Schränken in Schutzbehältern (am besten ein abschließbarer Stahlbehälter) aufzubewahren. Vorrichtungen, Geräte, Schutzbehälter, Umhüllungen und Schränke (siehe oben), in denen sich radioaktive Stoffe befinden, sind mit dem Strahlenzeichen deutlich sichtbar und dauerhaft zu kennzeichnen (genehmigungsfreie Vorrichtungen, also auch die anzeigepflichtigen alten Schulpräparate, müssen nicht in gekennzeichneten Behältern aufbewahrt werden). Diese Kennzeichnung (§ 68 StrlSchV) muss zusätzlich die Worte “Vorsicht – Strahlung“ oder „radioaktiv“ enthalten, soweit dies nach Größe und Beschaffenheit des zu kennzeichnenden Gegenstandes möglich ist. Schutzbehälter, die mit dem Strahlenzeichen gekennzeichnet sind, dürfen nur zur Aufbewahrung von radioaktiven Stoffen verwendet werden.
    Schulröntgeneinrichtungen sind außerhalb ihres Einsatzes im Unterricht so zu lagern, dass ein Zugriff Unbefugter nicht möglich ist.
  • Erwerb und Abgabe radioaktiver Stoffe:
    Vorrichtungen, die radioaktive Stoffe oder Neutronenstrahler enthalten, dürfen nur von Schulen erworben werden, an denen die notwendigen räumlichen Voraussetzungen für eine sachgerechte Lagerung vorhanden und mindestens zwei Strahlenschutzbeauftragte bestellt sind. In Zweifelsfällen ist Rücksprache mit dem LAGetSi zu nehmen.
    Die Abgabe anzeigepflichtiger, bauartzugelassener Vorrichtungen an andere Schulen ist nur gestattet, wenn die Bauartzulassung noch gültig ist und die Empfängerschule die im ersten Absatz genannten Voraussetzungen erfüllt. Sowohl der Erwerb als auch die Abgabe ist von den betreffenden Schulen innerhalb eines Monats dem LAGetSi anzuzeigen (Formular 5). Nach Ablauf der Bauartzulassung dürfen diese Vorrichtungen nur an solche Schulen abgegeben werden, die vom LAGetSi hierfür eine Genehmigung erhalten haben. Vor der Abgabe muss eine Dichtheits- und Qualitätsprüfung durch einen amtlich zugelassenen Sachverständigen veranlasst werden.
    Die Ab- oder Weitergabe genehmigungspflichtiger radioaktiver Stoffe an andere Schulen ist nur gestattet, wenn diese im Besitz einer Genehmigung zum Umgang mit radioaktiven Stoffen sind und die im ersten Absatz genannten Voraussetzungen erfüllen. Bei genehmigungspflichtigen, umschlossenen radioaktiven Stoffen hat die abgebende Schule der Empfängerschule mittels eines Sachverständigenprüfberichtes zu bescheinigen, dass die Umhüllung des Stoffes dicht und kontaminationsfrei ist (§ 69 Absatz 2 StrlSchV).
    Die Verbringung von Schulquellen beziehungsweise Schulröntgeneinrichtungen an einen anderen Standort in Folge von Schulzusammenlegungen ist nicht als eine Abgabe an Dritte anzusehen, das heißt der Bestandsschutz gilt auch weiterhin. Bei der jährlichen Bestandsmeldung muss allerdings der neue Lagerort mitgeteilt werden.
  • Transport von Schulquellen:
    Der Transport von Schulquellen darf nur in unvermeidbaren Fällen durchgeführt werden. Bei den in Schulen verwendeten radioaktiven Stoffen ist der Transport bis auf wenige Fälle (zum Beispiel Neutronenquellen) genehmigungsfrei (§ 17 StrlSchV: Genehmigungsfrei transportierbar sind unter anderem radioaktive Stoffe, deren Aktivität maximal der Freigrenze in Anlage III, Tabelle 1 entspricht / radioaktive Arzneimittel). Der Transport muss von einer oder einem Strahlenschutzbeauftragten auf kürzestem Weg durchgeführt werden. Schulquellen dürfen sich nicht in einem unbeaufsichtigten Fahrzeug befinden.
  • Nicht mehr benötigte oder nicht mehr verwendbare Schulquellen und Schulröntgeneinrichtungen
    Sollen Schulquellen oder Vorrichtungen, die Schulquellen enthalten, nicht mehr weiter verwendet werden, und ist die Verwendung an einer anderen Schule nicht möglich, so sind sie der

Zentralstelle für radioaktive Abfälle (ZRA)
Hahn-Meitner-Platz 1
14109 Berlin
Tel.: 80624 – 2112
Fax: 80624 – 2113
E-Mail:zra@helmholtz-berlin.de

  • nach schriftlicher Anmeldung zu übergeben. Dasselbe gilt für radioaktive Abfälle (§ 79 StrlSchV: „Umgehungsverbot“ der Pflichten aus der StrlSchV, das heißt Stoffe dürfen nicht soweit verdünnt oder aufgeteilt werden, dass Freigrenzen unterschritten werden). Die Abgabe muss dem LAGetSi angezeigt werden (Formular 5). Die Kosten für die Entsorgung übernimmt der Schulträger beziehungsweise bei Übertragung entsprechender Zuständigkeiten die Schule. Radioaktive Abfälle werden von speziellen Fahrdiensten der ZRA in den Schulen abgeholt. Preise können der Internetseite des Helmholtz-Zentrums unter www.helmholtz-berlin.de/angebote/zra/index_de.html entnommen werden.
    Schutzbehälter von Schulquellen dürfen nur in den Müll gegeben oder anderweitig abgegeben werden, wenn keine Kontamination mehr vorhanden und die Strahlenkennzeichnung vollständig entfernt ist (§ 68 Absatz 4 StrlSchV).
  • Verstöße gegen Bestimmungen der Strahlenschutz- und der Röntgenverordnung:
    Bei Verstößen gegen die Bestimmungen der Strahlenschutzverordnung oder der Röntgenverordnung kann vom LAGetSi gegen die Strahlenschutzverantwortliche oder den Strahlenschutzverantwortlichen beziehungsweise die Strahlenschutzbeauftragte oder den Strahlenschutzbeauftragten ein Ordnungswidrigkeitsverfahren eingeleitet werden (§ 116 StrlSchV, § 44 RöV).

Schul-Formular 2: Mitteilung über die beabsichtigte Bestellung zur oder zum Strahlenschutzbeauftragten an die jeweilige Frauenvertreterin bzw. Änderungsmitteilung

PDF-Dokument (115.6 kB)

Schul-Formular 3: Mitteilung über die beabsichtigte Bestellung zur oder zum Strahlenschutzbeauftragten an den jeweiligen Personalrat bzw. Änderungsmitteilung

PDF-Dokument (115.1 kB)

Schul-Formular 4: Bestellung zur oder zum Strahlenschutzbeauftragten

PDF-Dokument (64.2 kB)

Schul-Formular 4 a: Erklärung der oder des neu ernannten Strahlenschutzbeauftragten

PDF-Dokument (114.9 kB)

Schul-Formular 4 b: Mitteilung über die Bestellung zur oder zum Strahlenschutzbeauftragten

PDF-Dokument (12.3 kB)

Schul-Formular 4 c: Mitteilung über Weggang oder Änderung von Zuständigkeitsbereichen einer oder eines Strahlenschutzbeauftragten

PDF-Dokument (62.6 kB)

Schul-Formular 5: Anzeige des Erwerbs bzw. Abgabe eines radioaktiven Präparates oder einer Röntgeneinrichtung

PDF-Dokument (100.4 kB)

Schul-Formular 6: Jährliche Meldung des Bestandes an radioaktiven Präparaten

PDF-Dokument (87.7 kB)

Schul-Formular 7: Antrag auf Genehmigung zum Umgang mit genehmigungspflichtigen radioaktiven Stoffen / Neuanschaffung

PDF-Dokument (105.0 kB)

Liste der im Land Berlin behördlich zugelassenen Sachverständigen nach Röntgen- und Strahlenschutzverordnung

PDF-Dokument (89.4 kB)