Anwohnerinformation zum neuen Ankunftszentrum KBoN-Gelände

03.04.2019 12:00

Link zu: Lageplan AkuZ KaBoN
Bild: LAF

Stand der aktuellen Planungen

Auf dem südlichen Teil des Geländes der ehemaligen Karl-Bonhoeffer-Nervenklinik in Reinickendorf entsteht derzeit ein Neubau für das neue Berliner Ankunftszentrum (AkuZ), das im Frühjahr 2020 in Betrieb gehen soll. Im Ankunftszentrum sind geflüchtete Menschen für die ersten 3-5 Tage nach ihrer Ankunft in Berlin untergebracht. Anschließend erfolgt die Unterbringung in einer Erstaufnahmeeinrichtung. Um in den ersten Ankunftstagen lange Fahrtwege zur Registrierungsstelle zu vermeiden, strebt das LAF auch die Einrichtung der für die Registrierung notwendigen Verwaltungs- und Besucherräume auf dem Gelände an, und zwar in zwei ehemaligen Klinikgebäuden (Haus 2 und 14).

  • Antworten zu häufig gestellten Fragen rund um die Aufgaben des Ankunftszentrums finden Sie ganz unten auf der Seite

Flüchtlingswohnen ist an dem Standort nicht neu.
Bereits ab 2013 bis Anfang 2019 wurden ehemalige Klinikgebäude auf dem Gelände zur Unterbringung von Geflüchteten genutzt, darunter die Sternhäuser (Haus 25 und 26 mit insgesamt 600 Plätzen), sowie Haus 6 (100 Plätze) und Haus 2 (200 Plätze). Die politische Entscheidung, das bisherige Ankunftszentrum in den Hangars des Flughafens Tempelhof aus humanitären Gründen noch in 2018 für die Unterbringung von Neuankömmlingen zu schließen, hat die Umsetzung der Planungen auf dem Gelände beschleunigt.

Interims-Ankunftszentrum in Betrieb genommen
Am 29. April 2019 wurde die Zwischenlösung des Ankunftszentrum in Haus 2 (Anlaufstelle) sowie Haus 25 (Unterkunft) in Betrieb genommen. Zuvor war die dortige Gemeinschaftsunterkunft frei gezogen worden, die bisherigen Bewohnerinnen und Bewohner zogen in neu errichtete Unterkünfte im Bezirk um. Im Anschluss wurden die Gebäude zur Nutzung als temporäres Ankunftszentrum hergerichtet. Der Standort stellt eine Übergangslösung dar, bis der Neubau des Ankunftszentrums auf dem Gelände fertig gestellt ist.

Flüchtlingsunterbringung auf dem Gelände sinkt
Bereits im Februar 2019 war am Standort ein Tempohome mit 245 Plätzen als Gemeinschaftsunterkunft für Geflüchtete in Betrieb genommen worden. Zusammen mit den maximal 500 Kurzzeitunterbringungsplätzen im Interims-Ankunftszentrum werden dort insgesamt maximal 745 Menschen untergebracht sein – das ist selbst bei höchster Auslastung des Ankunftszentrums in der Summe weniger als in den Jahren davor.

Langfristige Standortenwicklung geht weiter
Die vorübergehende Nutzung der Sternhäuser und das zeitlich befristete Tempohome stehen den langfristigen Planungen auf dem Gelände nicht im Wege. Sobald der Neubau des Ankunftszentrums im Frühjahr 2020 in Betrieb geht, werden die Sternenhäuser nicht mehr gebraucht. Auch die Nutzung des Tempohomes als Gemeinschaftsunterkunft ist auf drei Jahre begrenzt. Mit der Inbetriebnahme des Neubaus könnte auch ein Teil der nördlich davon gelegenen ehemaligen Klinikgebäude für Verwaltungsaufgaben des Ankunftszentrums genutzt werden. Dies wird derzeit geprüft. Insgesamt entstehen auf dem Gelände der Karl-Bonhoeffer-Nervenklink durch das AkuZ zahlreiche Arbeitsplätze im Bezirk, in der Verwaltung, im Dienstleistungsbereich und im Handwerk.

Lebendiges Stadtquartier entsteht
Was auf den Flächen der Sternhäuser und des Tempohomes nach der Unterbringung von Geflüchteten entwickelt wird, liegt nicht im Ermessen des LAF. Das LAF würde es jedoch begrüßen, wenn auf dem Standort ein lebendiges Stadtquartier mit Ankunftszentrum, zahlreichen Arbeitsplätzen, Nachbarschaftsprojekten und Wohnungen entsteht. Das von der Senatsverwaltung für Stadtentwicklung und Wohnen beauftragte BENN Vor-Ort-Büro Wittenau Süd soll auf dem Weg dahin Nachbarschaftsprojekte mit Geflüchteten entwickeln, das Zusammenleben im Kiez fördern und den spannenden Entwicklungsprozess des Karl-Bonhoeffer-Geländes zu einem lebendigem Stadtquartier aktiv begleiten.

im Neubau wird es 389 Plätze geben. Bei einem kurzfristigen Anstieg der Zugangszahlen kann die Belegung für eine begrenzte Zeit auf 598 Plätze aufgestockt werden.

Im temporären Ankunftszentrum in den beiden Sternhäusern, die bis zur Fertigstellung des Neubaus als Übergangslösung dienen, können bis zu 500 Menschen untergebracht werden.

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Das Ankunftszentrum entsteht als Neubau in modularer Bauweise (MUF) im Charakter einer Gemeinschaftsunterkunft mit Vollverpflegung. Die Menschen werden grundsätzlich in Zweibett- oder Familienzimmern untergebracht. Für die Gestaltung des Alltags gibt es Gemeinschaftsräume, Spielflächen und eine Cafeteria, in der auch die Gemeinschaftsverpflegung ausgegeben wird.

Bis zur Fertigstellung des Neubaus werden zwei ehemalige Klinikgebäude (die sogenannten “Sternhäuser”) als Zwischenlösung genutzt.

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Im Ankunftszentrum erfolgt der erste Kontakt der neu angekommenen Aslysuchenden mit den Mitarbeitenden des Landesamtes für Flüchtlingsangelegenheiten (LAF). Diese prüfen, ob die Voraussetzungen zur Aufnahme vorliegen. Vor der Aufnahme werden die neu Ankommenden medizinisch untersucht und bekommen ein Impfangebot. Dann werden sie bis zum Abschluss der Registrierung im Ankunftszentrum aufgenommen. In diesser Zeit werden sie von den Sozialarbeiter*innen und Sprachmittler*innen des Unterkunftsbetreibers betreut. Im Ankunftszentrum haben die Asylsuchenden auch Zugang zu einer unabhängigen Rechtsberatung, die von einem externen Träger (AWO) angeboten wird.

Mehr Informationen zu Registrierungsphase finden Sie hier

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Nein. Die Geflüchteten halten sich dort nur bis zum Abschluss ihrer Registrierung auf (etwa 3- 5 Arbeitstage). Danach werden sie für die erste Zeit in einer Aufnahmeeinrichtung untergebracht.

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Neben den maximal 500 Plätzen im temporären AkuZ (Sternhäuaser), die ab Ende April 2019 belegt werden, gibt es auf dem Gelände noch eine Gemeinschaftsunterkunft (Tempohome) für Geflüchtete. Dort können bis zu 256 Menschen wohnen. Die Nutzungsdauer des Tempohomes ist auf drei Jahre begrenzt.

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In Reinickendorf gibt es derziet vier Unterkunfts-Standorte, darunter zwei MUF (Bernauer Str. und Senftenberger Ring), zwei Standorte mit Bestandsimmobilien (Eichborndamm, KBoN-Gelände) und ein Tempohome. Ingesamt liegt die Aufnahme-Kapazität bei maximal 1.650 Plätzen.

Damit hat der Bezirk Reinickendorf ähnlich wie Mitte, Neukölln und Friedrichshain-Kreuzberg weniger Unterbringungskapazitäten als andere Bezirke. Mehr Informationen zur Verteilung der Flüchtlingsunterbringung auf die Berliner Bezirke und die aktuellen Unterbringungszahlen finden Sie hier

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Pläne zu einer möglichen Wohnungsbebauung oder anderen Standortentwicklung auf dem Areal bleiben von der Errichtung des Ankunftszentrums selbst unberührt (westlicher Teil des Geländes, siehe Abb. 1).

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Dies sind zwei unterschiedliche Arten von Einrichtungen:

  • Das Berliner Ankunftszentrum ist erste Anlaufstelle für Geflüchtete, die noch keinen Asylantrag gestellt haben. Hier werden Registrierung, Verwaltungsarbeiten, medizinische Erstuntersuchung und die weitere Verteilung auf Unterkünfte in Berlin vorgenommen. Der Aufenthalt dauert im Regelfall nur wenige Tage.
  • AnkERzentrum steht für „Zentrum für Ankunft, Entscheidung, Rückführung“. Dort sollen Geflüchtete mit ihren Familien so lange untergebracht werden, bis sie auf die Kommunen verteilt oder aber in ihr Herkunftsland abgeschoben werden. Damit dauert der Aufenthalt dort teilweise sehr lange und die Abschottung wirkt sich langfristig nachteilig auf die Integration aus. Der Berliner Senat lehnt Ankerzentren ab.
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AKUZ_KBoN_MUF_Gebäudeteile
Lageplan des künftigen Ankunftszentrums
Bild: BA Reinickendorf