Berlins Regierender Bürgermeister zur Coronakrise: „Das gemeinsam Erreichte nicht verspielen!“

Michael Müller
Bild: Lena Giovanazzi

Liebe Berlinerinnen und Berliner,

Zusammenhalt und Besonnenheit machen uns stark. Das haben Sie in den vergangenen Monaten bewiesen. Die Corona-Pandemie hat in Berlin und weltweit drastische Einschnitte in allen Lebensbereichen erfordert. Gemeinsam haben wir unser Verhalten verändert, um andere und uns selbst zu schützen. Dadurch haben wir den Anstieg der Infektionen verlangsamt und eine Überlastung unseres Gesundheitssystems verhindert. Wir haben Wege gefunden, um schnelle Unterstützung zu leisten: für Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer, für Familien, für Unternehmen und Selbstständige, für kulturelle Einrichtungen und Sportvereine. Ob im Beruf, im Ehrenamt oder im Privaten: Zahllose Menschen haben Außergewöhnliches geleistet. Ihnen allen gilt mein großer Dank!

Durch Ihr Verhalten und Ihr Vertrauen in unsere Politik konnten wir inzwischen Schritt für Schritt Einschränkungen aufheben und ein Stück Berliner Freiheit zurückgewinnen. Lassen Sie uns das gemeinsam Erreichte nicht verspielen! Jetzt ist Eigenverantwortung gefragt, nicht Leichtsinn und Gedankenlosigkeit.

Denn wir können noch nicht zur vollen Normalität zurückkehren. Gerade mit Blick auf die Sommermonate bleiben die Hygiene- und Abstandsregeln wichtig – in den Cafés, am Badesee, beim Grillen, bei den Treffen mit Freunden und beim Ausflug in den Ferien mit der Familie. Auch jetzt, wo die Kitas und Schulen zum Regelbetrieb zurückkehren und wir auf den Straßen unser Demonstrationsrecht wahrnehmen, müssen wir rücksichtsvoll sein. Es ist nach wie vor nicht die Zeit für sorgloses Feiern in großen Gruppen. Überall dort, wo wir zusammenkommen, gilt weiterhin: Achten Sie auf sich und andere! Auch die Masken, an die wir uns gewöhnen mussten, werden uns noch eine Weile begleiten.

Und wir sorgen vor: Mein Senat und ich haben in den letzten Wochen ein Frühwarnsystem entwickelt. Mithilfe eines Ampelsystems können Sie so den Pandemieverlauf nachvollziehen. Und mit unserer Corona-Teststrategie werden wir die Ausbreitung des Virus verfolgen, um gegebenenfalls schnell und gezielt eingreifen zu können. Die neue Corona-Notfallklinik, die wir in nur wenigen Wochen gebaut haben, kann unsere Krankenhäuser entlasten, falls diese an ihre Kapazitätsgrenze gelangen sollten.

Viele Herausforderungen stehen jedoch noch bevor: Wir müssen uns darauf einstellen, dass die Pandemie noch länger dauern wird. Es gibt noch keinen Impfstoff, kein Medikament. Viele Menschen ringen um ihre Existenz, sorgen sich um ihre Zukunft. Arbeitslosigkeit und Kurzarbeit sind massiv gestiegen. Wir werden auch weiterhin mit konkreten Konjunkturprogrammen unterstützen.

Gleichzeitig dürfen wir die großen Aufgaben nicht aus dem Blick verlieren: die Klimakrise, den Bau von bezahlbarem Wohnraum, die Modernisierung unserer Schulen, die Mobilitätswende und das Schaffen und Erhalten von Arbeits- und Ausbildungsplätzen sowie die langfristige Stärkung des Gesundheitssektors.

Wir in Berlin haben einmal mehr gezeigt, dass wir solidarisch füreinander einstehen, dass Ausdauer, Flexibilität, Kreativität und Zuverlässigkeit zu unserer Stadt, zu unserer Berliner DNA gehören. Lassen Sie uns diese Haltung auch in Zukunft beweisen. Ich habe keinen Zweifel, dass wir diese Krise gemeinsam meistern!

Passen Sie auf sich auf!

Mit herzlichen Grüßen

Ihr
Michael Müller
Regierender Bürgermeister von Berlin

Berlins Regierender Bürgermeister zur Coronakrise

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