Industriepolitik in Berlin: Gemeinsam industrielles Wachstum unterstützen

Zwei Männer im Anzug schütteln die Hände
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Eine zukunftsfähige, moderne und saubere Industrie ist ein Motor für die Berliner Wirtschaft und die Basis für die Wettbewerbsfähigkeit der Region.
Um die Rahmenbedingungen für industrielles Wachstum, für mehr Innovation und Industriearbeitsplätze gezielt zu verbessern, wurde im Jahre 2010 der Masterplan Industriestadt Berlin 2010 – 2020 vom Berliner Senat und dem Netzwerk Industriepolitik ins Leben gerufen. Zu den bisherigen Erfolgen des Masterplanes gehören beispielsweise die Förderung von Kooperationen von Kleinen und Mittelständischen Unternehmen (KMU) mit Hochschulen, die Sicherung einer industriellen Nachnutzung des Flughafens Tegel, MINT-Förderung für Schulen, die Etablierung der Langen Nacht der Industrie in Berlin oder die neu aufgelegte Industriekampagne „Wir in Berlin“.

Ziel des nunmehr weiterentwickelten Masterplans Industriestadt Berlin 2.0 ist es, die Rahmenbedingungen für die Industrie u.a. in den Bereichen Liegenschaftspolitik, Technologietransfer oder Fachkräftebedarf weiter zu verbessern sowie wichtige Zukunftsthemen wie das Thema „Industrie 4.0“ gemeinsam mit den Unternehmen und Arbeitnehmervertretungen zu gestalten. Der Steuerungskreis Industriepolitik beim Regierenden Bürgermeister von Berlin begleitet und unterstützt die Umsetzung des Masterplans Industrie. Zudem ist der Steuerungskreis Industriepolitik Impulsgeber für zukunftsweisende industriepolitische Themen und Projekte.

Industriepolitik in Berlin ist zum Beispiel …

… die Unterstützung überregionaler Industrieaktivitäten

Vom 17. bis zum 25. September 2016 konnten sich Bürgerinnen und Bürger im Rahmen der Woche der Industrie in mehr als 350 Veranstaltungen bundesweit über die Bedeutung und Zukunft der Industrie informieren. Träger der Aktionswoche war das Bündnis „Zukunft der Industrie“.

Bereits am 25. Mai 2016 fand auf Einladung des Bundesministeriums für Wirtschaft und Energie (BMWi), der Senatsverwaltung für Wirtschaft, Technologie und Forschung und der Technischen Universität Berlin parallel zur 5. Langen Nacht der Industrie in Berlin die Podiumsdiskussion “Industrie und Gesellschaft – Wandel gemeinsam gestalten” als Auftakt zu bundesweiten Aktivitäten zum Thema Akzeptanz der Industrie statt.

… gezielter Technologietransfer

Auf besseren Wissens- und Technologietransfer in der Region zielt die Gemeinsame Innovationsstrategie der Länder Berlin und Brandenburg . Aufbauend auf den vorhandenen Stärken der Region in Wissenschaft und Forschung sollen neue Forschungsergebnisse schneller über die regionalen Unternehmen auf den Markt gebracht und für die Entwicklung und Einführung neuer, verbesserter Produkte und Verfahren genutzt werden.
Im Zentrum stehen die Cluster

  • Gesundheitswirtschaft,
  • IKT, Medien und Kreativwirtschaft,
  • Verkehr, Mobilität und Logistik,
  • Energietechnik sowie
  • Optik.

Diese Technologie- und Innovationsfelder entwickeln sich um einen industriellen Kern, zeichnen sich durch eine hohe Dichte an wettbewerbsfähigen Unternehmen und Wissenschaftseinrichtungen aus und bieten damit günstige Bedingungen für die weitere wirtschaftliche Entwicklung.

Die Transfer-Allianz , in der sich Berliner Unternehmen, Hochschulen, außeruniversitäre Forschungseinrichtungen, Verbände und Behörden zusammengeschlossen haben, fördert Innovationen in der Region, indem sie Möglichkeiten der Kooperation zwischen innovativen kleinen und mittelständischen Unternehmen sowie Hochschulen und Forschungsinstituten aufzeigt. Eine weitere Einrichtung zur Förderung des Wissenstransfers ist das Institut für angewandte Forschung Berlin e. V. , welches von der Alice Salomon Hochschule, der Beuth Hochschule für Technik, der Hochschule für Technik und Wirtschaft und der Hochschule für Wirtschaft und Recht gegründet wurde. Es fördert vor allem Verbundprojekte der am Institut beteiligten Hochschulen untereinander mit Partnern aus der Region Berlin-Brandenburg.

Im Vergleich aller Bundesländer hat Berlin die höchste Zahl von Unternehmensgründungen. 13 Gründer- und Technologiezentren verbessern die Startbedingungen für Gründer in Berlin durch Bereitstellung der notwendigen Infrastruktur sowie mit Beratung und Coaching. Hinzu kommen 10 Zukunftsorte wie der Technologiepark Berlin Adlershof, der EUREF Campus oder der BiotechPark Berlin-Buch. Zusätzlich bieten alle Berliner Hochschulen Gründungsunterstützung.

… die Förderung nachhaltiger Mobilität als „Schaufenster Elektromobilität“

Mit dem „Masterplan Industriestadt Berlin 2010–2020“ sollen die Stärken Berlins in den Industriebranchen weiter ausgebaut werden. Berlin setzt dabei vor allem auf innovative, wissensintensive Branchen. So ist es ein Ziel, Berlin zum international anerkannten Vorbild für Elektromobilität zu entwickeln. Die Voraussetzungen hierfür sind gut: Die Hauptstadtregion ist schon heute Vorreiter für innovative und nachhaltige Mobilität und größtes Praxislabor für Elektromobilität mit den meisten Fahrzeugen und Projekten sowie der größten öffentlichen Ladeinfrastruktur in Deutschland.

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Bild: Berlin Partner für Wirtschaft und Technologie

Im Jahr 2012 wurde die Hauptstadtregion aus 23 Bewerbungen von der Bundesregierung als eines von vier nationalen Schaufenstern der Elektromobilität ausgewählt. In 30 Kernprojekten, die ein Gesamtvolumen von rund 90 Millionen Euro haben, wird die Anwendung der Elektromobilität im Internationalen Schaufenster Elektromobilität Berlin–Brandenburg erprobt. Diese und rund 50 weitere Projekte werden gemeinsam mit Unternehmen und Zulieferern aus der Automobilindustrie, mit Energieversorgern und Unternehmen aus den Bereichen Energietechnik, Infrastruktur und Transport umgesetzt.

Zentrale Anlaufstelle für das Thema Elektromobilität in Berlin ist die Berliner Agentur für Elektromobilität eMO, die über ihre Partner Kompetenzen der Region aus Wirtschaft, Wissenschaft und Politik bündelt.

… berufsorientierte Schulpolitik

Berlin macht MINT : Um den Fachkräftenachwuchs gerade in den technologieintensiven Zukunftsindustrien zu sichern, setzt der Masterplan Industriestadt Berlin auf eine breite Förderung der Kompetenzen im MINT-Bereich (Mathematik, Informatik, Naturwissenschaft und Technik) von der Schulzeit an. Ziel ist es, die naturwissenschaftlichen Kompetenzen an Berliner Schulen zu stärken.

Kind hebt den Arm vor einer Schultafel auf der eine Glühbirne gezeichnet wurde
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Durch Kooperationen zwischen Schulen und Unternehmen werden Schülerinnen und Schüler über Berufsfelder und Tätigkeiten in der Industrie informiert. Das „Duale Lernen“ in den Sekundarschulen fördert die individuelle und praxisnahe Berufsorientierung, in einem ersten Schritt mit Industriefokus. Die Servicestelle „Duales Lernen“ unter dem Dach von „Partner: Schule-Wirtschaft als Schnittstelle zwischen Schule und Wirtschaft ist dabei Anlaufpunkt für Schulen, Verbände und Unternehmen. An Gymnasien wurde ein Ergänzungskurs zur Berufs- und Studienorientierung eingeführt, der in enger Abstimmung mit Hochschulen und der Industrie stattfindet. Weitere Maßnahmen sind an beruflichen Schulen vorgesehen, um Jugendliche schneller und effektiver in Ausbildungsplätze in der Industrie zu bringen.

… die Förderung aktiver Schnittstellen zwischen Hochschulen und Industrie

Career Services gibt es inzwischen an allen Berliner Hochschulen und Universitäten. Ihr weiterer Ausbau und ihre nachhaltige Finanzierung in Berlin sind Bestandteile des Masterplans „Industriestadt Berlin 2010-2020“. Career Center sind die Schnittstelle zwischen Studium und Arbeitswelt, sie leisten zum Beispiel durch die Vermittlung berufsbefähigender Qualifizierungen und Kontakte zwischen Studierenden und Unternehmen einen wichtigen Beitrag zur akademischen Nachwuchssicherung in der Wirtschaft. Die Arbeitsgemeinschaft „Career Service“ koordiniert hochschulübergreifend die Kommunikation. Ein Ergebnis ist eine Broschüre, die die Career Center in Berlin-Brandenburg vorstellt und über industrierelevante MINT-Studiengänge in der Region informiert.

… die Schaffung von Räumen: Berlin TXL – The Urban Tech Republic

Der Flughafen Tegel wird zum Startplatz für Urban Technologies. Mit Inbetriebnahme des Flughafens Berlin Brandenburg BER endet der Flugbetrieb in Tegel und Berlin erhält rund 210 ha Gewerbeflächen zurück, die neu genutzt werden können.

Der Masterplan TXL zur künftigen städtebaulichen Entwicklung des Geländes sieht die Errichtung einer „Urban Tech Republic“ vor, einem neuen Industrie- und Forschungspark, der für Nutzer mit modernen Standortanforderungen ein attraktives Angebot bereithält. Auf dem Flughafengelände werden Hochschulen, Forschungseinrichtungen und Industrieunternehmen Lösungen und Produkte für die urbanen Herausforderungen der Städte der Zukunft entwickeln. Dazu gehören insbesondere Konzepte und Produkte aus den Bereichen Energieversorgung, Informations- und Kommunikationstechnologie, Mobilität, Recycling, Wasser sowie neuartige Werkstoffe.

Auf einen Blick: Zukunftsort Tegel

  • Rund 210 ha gewerbliche Baufläche auf einem Gesamtareal von 460 ha
  • Nähe zum Campus Charlottenburg
  • Nutzungskonzept: Mischung aus Universitätscampus und innovativen technologieorientierten Unternehmen
  • Forschung, Entwicklung und Produktion an einem Standort
  • Vernetzung von Wissenschaft und Wirtschaft

… regionales und überregionales Marketing

Durch Marketing wird auf regionaler, nationaler und internationaler Ebene das Bewusstsein für die Industriestadt Berlin geschärft. So wird seit 2010 die Hauptstadtkampagne „be Berlin“ genutzt, um gemeinsam mit in Berlin ansässigen Unternehmen Berlin als Standort für Zukunftsindustrien weltweit bekannt zu machen. Unter dem Motto „Berlin – the place to be for future industries“ und mit dem Kennedy-Zitat „ich bin ein berliner.“ werden Berliner Industrieprodukte präsentiert, die international erfolgreich sind. Geworben wurde unter anderem auf Messegemeinschaftsständen bei internationalen Leitmessen.

Industriekampagne
Bild: Gabriele Wolf

Um vor allem jungen Menschen und Hochschulabsolventen für den Industriestandort zu gewinnen und über die Jobchancen in den vielen kleinen und mittleren, sehr innovativen und international tätigen Unternehmen in Berlin zu informieren, findet seit 2012 jährlich die Lange Nacht der Industrie (LNDI) in Berlin statt.

Lange Nacht der Industrie 2017

Webbanner LNDI2017
Bild: prima events

Am 10. Mai 2017 öffnen in Berlin nun zum sechsten Mal Industrieunternehmen und industrienahe Dienstleister ihre Tore und präsentieren sich in der Langen Nacht der Industrie wissensbegierigen und karriereorientierten Menschen mit Vorträgen, Rundgängen und Gesprächen vor Ort.

… bedarfsgerechte Förderpolitik

EU, Bund und Senat helfen bei Investitionsvorhaben mit umfangreichen Fördermitteln.
Neben den Zuschüssen aus der Gemeinschaftsaufgabe “Verbesserung der regionalen Wirtschaftsstruktur” (GRW) für gewerbliche Investoren mit überregionalem Absatz hilft zum Beispiel die Bürgschaftsbank zu Berlin-Brandenburg GmbH bei fehlenden Sicherheiten einer Hausbankfinanzierung durch Bürgschaften. Weitere Darlehens- und Beteiligungsmöglichkeiten sind über die Investitionsbank Berlin abrufbar. Junge Unternehmen können auf das dichte und auf deren individuellen Bedürfnisse abgestimmte Unterstützungsangebot des Landes zurückgreifen.

Wirtschafts- und Technologieförderung für Unternehmen, Investoren und Wissenschaftseinrichtungen in Berlin – das bietet die Berlin Partner für Wirtschaft und Technologie GmbH. Zahlreiche Fachexperten bilden mit maßgeschneiderten Services und einer exzellenten Vernetzung zur Wissenschaft ein optimales Angebot, um Innovations-, Ansiedlungs-, Expansions- und Standortsicherungsprojekte zum Erfolg zu führen.

Als einzigartiges Public Private Partnership stehen hinter Berlin Partner für Wirtschaft und Technologie sowohl der Senat des Landes Berlin als auch über 270 Partner aus Wirtschaft und Wissenschaft, die sich für ihre Stadt engagieren. Zudem verantwortet Berlin Partner das weltweite Marketing für die deutsche Hauptstadt, beispielsweise mit der erfolgreichen „be Berlin“-Kampagne.