Lärm durch Flugverkehr

Worum geht es?

Flugzeugstart in Tegel
Bild: fhmedien_de

Hier finden Sie Grundinformationen zum Fluglärmschutz, insbesondere zu Gesetzesgrundlagen, zuständigen Stellen und Ansprechpartner*innen. Der Schwerpunkt liegt dabei auf Berlin. Für die rechtlichen Belange des einzigen noch in Betrieb befindlichen innerstädtischen Verkehrsflughafens Berlin-Tegel ist die Berliner Senatsverwaltung zuständig. Berliner Landesgebiet wird aber auch durch den Betrieb des am Stadtrand befindlichen Flughafen Schönefeld und künftig des Flughafens Berlin Brandenburg (BER) beeinträchtigt.

Für deren rechtliche Belange zeichnet sich die Brandenburger Landesverwaltung verantwortlich.

Fluglärmschutzgesetz

Das Gesetz zum Schutz gegen Fluglärm (FluLärmG) regelt

  • die Grundlagen zur Festlegung von Lärmschutzzonen,
  • dort geltende Restriktionen zur zulässigen Nutzung
  • und mögliche Entschädigungsgrundsätze für Wertverlust oder bauliche Mehraufwendungen.

Fluglärmschutzbereiche in Berlin

Karten und Texte zu den Fluglärmschutzbereichen in Berlin finden Sie im digitalen Umweltatlas Berlin.
Zugrunde liegen die Verordnungen über die Festsetzung der Lärmschutzbereiche für die Verkehrsflughäfen Berlin-Tegel (FluLärmBerl-TegelV) und Berlin Brandenburg (FlugLärmSBBbgV).

  • In der Schutzzone 1 dürfen Wohnungen grundsätzlich nicht neu errichtet werden.
  • In der Schutzzone 2 ist dies nur unter der Voraussetzung zulässig, dass die Wohnungen bestimmten baulichen Schallschutzanforderungen genügen.
  • Der Neubau von schutzbedürftigen Einrichtungen (z. B. Krankenhäuser, Schulen) ist in beiden Schutzzonen verboten.

Die Berliner Fluglärmschutzkommission TXL

  • Wichtigste Aufgabe der nach Luftverkehrsgesetz (LuftVG) eingesetzten Kommission ist es, auf die Senkung der vom Flugbetrieb in Berlin-Tegel ausgehenden Belastungen durch Lärm und Luftschadstoffe hinzuwirken.
  • Die Kommission berät dazu die für den Luftverkehr zuständige Senatsverwaltung für Umwelt, Verkehr und Klimaschutz sowie die für die Flugsicherung zuständigen Stellen.
  • Sie lässt sich über die zu erwartende Entwicklung des Luftverkehrs, vorgesehene Aus- und Umbaumaßnahmen der Flughäfen, die beabsichtigten und die getroffenen Maßnahmen zum Schutz gegen Fluglärm und gegen Luftverunreinigungen durch Luftfahrzeuge unterrichten und entwickelt hierzu auch eigene Vorschläge.
  • Die Kommission tagt mindestens zweimal jährlich.
  • Die Mitglieder arbeiten ehrenamtlich und werden von den betroffenen Bezirken, den zuständigen Behörden, Interessengruppen, der Flugsicherung, Bundesluftwaffe und Bürgerinitiativen gestellt.
  • Die Berliner Fluglärmschutzkommission wird einige Monate nach der Eröffnung des Flughafens Berlin-Brandenburg ihre Tätigkeit einstellen.

Der Flughafen Berlin Tegel

  • Auf dem Verkehrsflughafen Berlin-Tegel gelten folgende Betriebsbeschränkungen: In der Zeit zwischen 23:00 Uhr und 6:00 Uhr dürfen Flugzeuge grundsätzlich nicht starten und landen. Diese Einschränkungen des Nachtluftverkehrs sind im Luftfahrthandbuch Deutschland veröffentlicht und damit allen Nutzer*innen bekannt und für alle verbindlich.
  • Über eine Ausnahme entscheidet nicht der Flughafen selbst, sondern die örtliche Luftaufsicht. Für verspätete Starts und Landungen im Fluglinien- und planmäßigen Bedarfsluftverkehr, deren planmäßige Abflug- oder Ankunftszeit vor 23:00 Uhr liegt, gilt im Rahmen nachweisbar unvermeidbarer Verspätungen eine Ausnahmegenehmigung von den Flugbeschränkungen bis 24:00 Uhr als erteilt. Die Unvermeidbarkeit der Verspätungen ist in jedem Einzelfall darzulegen und auch nachzuweisen. Von den Beschränkungen sind ausgenommen:
  1. Landungen von Luftfahrzeugen, die den Flughafen Berlin-Tegel nachweislich aus meteorologischen, technischen oder sonstigen Sicherheitsgründen als Ausweichflughafen anfliegen.
  2. Starts und Landungen im Katastrophen- und medizinischen Hilfeleistungseinsatz sowie in sonstigen Notfällen.
  3. Luftfahrzeuge, die im Nachtluftpostdienst der Deutschen Post AG eingesetzt sind.
  4. Vermessungsflüge der DFS Deutsche Flugsicherung GmbH, soweit sie zur Aufrechterhaltung der Flugsicherheit notwendig sind.
  • Abweichend von den vorstehenden Regelungen kann die Luftfahrtbehörde in begründeten Einzelfällen weitere Ausnahmen insbesondere dann zulassen, wenn diese zur Vermeidung erheblicher Störungen im Luftverkehr oder in Fällen besonderen öffentlichen Interesses erforderlich sind.
  • Sofern ein Flug nach 0:00 Uhr erforderlich sein sollte, entscheidet darüber die Oberste Luftfahrtbehörde des Landes Berlin bei der Senatsverwaltung für Umwelt, Verkehr und Klimaschutz.
  • Vorgesehen ist die Schließung des Verkehrsflughafens Berlin-Tegel. Die Bescheide über den Widerruf der Betriebsgenehmigung vom 29. Juli 2004 sowie über die Aufhebung der Planfeststellung vom 2. Februar 2006 sind bereits bestandskräftig ergangen. Dementsprechend wird der Verkehrsflughafen Berlin-Tegel spätestens sechs Monate nach Inbetriebnahme der beiden Start- und Landebahnen des Flughafens BER mit Längen von 3.600 bzw. 4.000 Metern außer Betrieb genommen.
  • Ansprechperson bei der Senatsverwaltung für Umwelt, Verkehr und Klimaschutz für den Linienflugverkehr von und nach Tegel ist der/die Fluglärmschutzbeauftragte (siehe unten “Ansprechpersonen Landesverwaltung”)

Der Flughafen Berlin-Schönefeld

  • Der Verkehrsflughafen Berlin-Schönefeld ist täglich 24 Stunden geöffnet. Es gibt aber Beschränkungen zu Zeiten der Nachtruhe. Zwischen 22.00-06.00 Uhr dürfen strahlgetriebene Luftfahrzeuge nur mit Lärmzeugnis nach ICAO Anhang 16, Band I, Kapitel 3 starten oder landen. Weiter einschränkend sind in der Zeit zwischen 24.00 und 06.00 Uhr nur Landungen derjenigen Strahlflugzeugen erlaubt, die auf der Bonusliste des BMVBS vom 18.02.2003 aufgeführt sind (Ausnahme: Verspätungen bis 01.00 Uhr). Für propellergetriebene Luftfahrzeuge gibt es derzeit keine zeitlichen Einschränkungen beim Flugbetrieb.
  • Die Seite zur Schallschutzberatung des Landkreises Teltow-Fläming bündelt wesentliche Informationen zu diesem Thema.
  • Das Ministerium für Ländliche Entwicklung, Umwelt und Landwirtschaft des Landes Brandenburg informiert zum Thema Fluglärm am Standort; über die Arbeit der Fluglärmkommission informiert das Ministerium für Infrastruktur und Landesplanung.
  • Die Plattform Flughafen Berlin Brandenburg informiert über die Flughäfen BER und SFX. Dort wird u.a. über das Schallschutzprogramm des BER berichtet.
  • Zuständige Behörde für die Örtliche Luftaufsicht auf dem Flughafen Berlin-Schönefeld ist die Gemeinsame Obere Luftfahrtbehörde Berlin-Brandenburg (LuBB). Sie ist eine nachgeordnete Behörde der beiden Obersten Landesluftfahrtbehörden in den Ländern Berlin und Brandenburg. Organisatorisch ist sie dem Landesamt für Bauen und Verkehr des Landes Brandenburg zugewiesen.
  • Ansprechperson beim Land Brandenburg, für den Linienflugverkehr von und nach Schönefeld ist der/die Lärmschutzbeauftragte (siehe unten “Ansprechpersonen Landesverwaltung”)

Der Flughafen Berlin-Brandenburg

  • Auf dem Flughafen BER werden zwischen 23.30 und 05.30 Uhr grundsätzlich keine Luftfahrzeuge starten oder landen dürfen.
  • Ausnahmen hiervon sind für folgende Fälle vorgesehen:
  1. Landungen von Luftfahrzeugen in Notfällen oder aus sonstigen Sicherheitsgründen
  2. Starts und Landungen für Flüge im Rahmen der Katastrophenhilfe
  3. Vermessungsflüge für die Flugsicherung oder medizinische Hilfeleistung
  4. Starts und Landungen für Luftfahrzeuge im Rahmen von Staatsbesuchen, Regierungsflüge sowie Militär- und Polizeiflüge
  5. Luftpostverkehr (werktags Montag 23.30 Uhr bis Samstag 05.30)
  6. verspätete Starts von Interkontinentalflugverkehr bis 24.00 Uhr
  7. verspätete Landungen bis 24.00 Uhr/verfrühte Landungen ab 05.00 Uhr
  • Die Seite zur Schallschutzberatung des Landkreises Teltow-Fläming bündelt wesentliche Informationen zu diesem Thema.
  • Das Ministerium für Ländliche Entwicklung, Umwelt und Landwirtschaft des Landes Brandenburg informiert zum Thema Fluglärm am Standort; über die Arbeit der Fluglärmkommission informiert das Ministerium für Infrastruktur und Landesplanung.
  • Die Plattform Flughafen Berlin Brandenburg informiert über die Flughäfen BER und SFX. Dort wird u.a. über das Schallschutzprogramm des BER berichtet.
  • Ansprechperson beim Land Brandenburg, für den Linienflugverkehr von und nach Schönefeld ist der/die Lärmschutzbeauftragte (siehe unten “Ansprechpersonen Landesverwaltung”)

Allgemeine Luftfahrt (General Aviation)

  • Allgemeine Luftfahrt ist die Bezeichnung für die zivile Luftfahrt mit Ausnahme des Linien- und Charterverkehrs, umfasst also zum Beispiel Leicht-, und/oder Privatflugzeuge sowie Rettungshubschrauber.
  • Als zuständige Genehmigungsbehörde für den Raum Berlin Brandenburg erteilt die Gemeinsame Obere Luftfahrtbehörde Berlin-Brandenburg (LuBB) Auskunft.
  • Zu bestimmten Fällen, etwa zu Grundsatzfragen, sind auch die beiden Obersten Luftfahrtbehörden Ansprechpartner (siehe unten “Ansprechpersonen Landesverwaltung”)

Ansprechpersonen Landesverwaltung

  • für den Linienflugverkehr von und nach Tegel:

    Fluglärmschutzbeauftragter
    Herr Mirko Sticht
    Senatsverwaltung für Umwelt, Verkehr und Klimaschutz (IV E 2)
    Rungestraße 29, 10179 Berlin-Mitte
    Tel.: 030-9025-1423, Fax: 030-9025-1679 / E-Mail

    für den Linienflugverkehr von und nach Schönefeld:

    Lärmschutzbeauftragter,
    Herr Patrick Strogies
    Mittelstraße 11, 12529 Schönefeld
    Telefon: +49 30 6341 07920, Fax: +49 30 6341 07929 / E-Mail

    Oberste Luftfahrtbehörden:

    • Oberste Luftfahrtbehörde des Landes Berlin
      Herr Mirko Sticht
      Senatsverwaltung für Umwelt, Verkehr und Klimaschutz (IV E 2)
      Rungestraße 29, 10179 Berlin-Mitte
      Tel.: 030-9025-1423, Fax: 030-9025-1679 / E-Mail
    • Oberste Luftfahrtbehörde des Landes Brandenburg
      Ministerium für Infrastruktur und Landesplanung des Landes Brandenburg
      Henning-von-Treskow-Str. 2-8, 14467 Potsdam
      Tel.: 0331 866-0, Fax: 0331 866 8368 / E-Mail

Weiterführende Informationen

Landkreis Teltow-Fläming

Ministerium für Ländliche Entwicklung, Umwelt und Landwirtschaft des Landes Brandenburg

Deutsche Flugsicherung GmbH (DFS)