Unterstützung für Eltern mit Säuglingen

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Das Baby ist da und die Freude groß – und trotzdem sind die ersten Wochen und Monate nach der Geburt eines Kindes manchmal nicht ganz einfach. Ein schreiendes Baby, Unsicherheit und schlaflose Nächte können Nerven und Paarbeziehung ziemlich strapazieren. Bevor den frischgebackenen Eltern alles zu viel wird, sollten sie rechtzeitig Hilfe und Beratung annehmen.

Hebammenhilfe

Eine der wichtigsten Stützen im Wochenbett und der Stillzeit ist die Betreuung durch die Hebamme, auf die jede Frau Anspruch hat. Am besten nimmt die Schwangere frühzeitig, spätestens in der zweiten Schwangerschaftshälfte Kontakt zu einer Hebamme auf, um ein vertrautes Verhältnis mit ihr aufzubauen. Die gesetzlichen und auch die meisten privaten Krankenkassen übernehmen die Hebammenleistungen vollständig: Tägliche Wochenbettbetreuung in den ersten 10 Tagen und weitere 16 Hausbesuche oder Telefonberatung bis 8 Wochen nach der Geburt. Mit ihr können alle Fragen rund um Pflege und Ernährung des Kindes, Nabelpflege, Rückbildung oder Familienplanung besprochen werden. Zusätzlich können während der Stillzeit bis zu 8 Beratungen zum Thema Stillen und Ernährung in Anspruch genommen werden.

Hilfe von Familie oder Freunden

Familie und Freunde können in der ersten turbulenten Zeit eine sehr gute Stütze sein: Mit dem Baby spazieren gehen, einkaufen, sauber machen, kochen oder einfach nur da sein und zuhören. Solche praktische Unterstützung kann im Wochenbett und in der ersten Zeit nach der Geburt sehr helfen.

Aufsuchende Elternhilfe

Wenn Familie oder Freunde nicht oder nur wenig unterstützen können, kann bis fünf Monate nach der Geburt die so genannte Aufsuchende Elternhilfe weiterhelfen. Erfahrene Fachkräfte kommen auf Wunsch nach Hause und unterstützen in der Zeit nach der Geburt. Sie betreuen kurz mal das Baby oder die Geschwisterkinder, übernehmen Erledigungen oder begleiten zur Arztpraxis. Diese Hilfe wird von Sozialpädagoginnen und -pädagogen, Sozialarbeiterinnen und -arbeitern in enger Zusammenarbeit mit (Familien-)Hebammen geleistet. Für die kostenfreie Elternhilfe wendet man sich an den Kinder- und Jugendgesundheitsdienst des Gesundheitsamtes im Bezirk oder direkt an die Organisationen. Eine Übersicht ist auf der Internetseite zur Aufsuchenden Elternhilfe auf berlin.de zu finden.

Frühe Hilfen

Wenn sich Familien in ihrer aktuellen Situation überfordert fühlen, können sie unbürokratisch die vielfältigen Angebote der Frühen Hilfen in Anspruch nehmen. Familienhebammen, Familien-Gesundheits- und Kinderpflegerinnen oder Ehrenamtliche beraten bei Bedarf im Umgang mit dem Säugling. In jedem Berliner Bezirk gibt es Ansprechpartner und -partnerinnen, die dabei helfen, das Passende zu finden.

Ersthausbesuch des Kinder- und Jugendgesundheitsdienstes (KJGD)

Nach der Geburt des Kindes beraten auf Wunsch fachkundige Sozialarbeiterinnen zu Themen rund um Säuglingspflege wie Stillen, Ernährung, Schreien sowie zu familiengerechten Angeboten in der Nähe. Eltern erhalten vom Kinder-, Jugend- und Gesundheitsdienst ein Begrüßungsschreiben, in dem ein Ersthausbesuch angeboten wird.

Hilfe durch Ehrenamtliche

Verschiedene Projekte, wie beispielsweise „Wellcome“, „Känguru“, "bärenstark in Leben®" oder “Ich bin stark im Babyjahr“ bieten Familien Hilfe durch geschulte Ehrenamtliche oder Familienpaten an. Auch diese Angebote sind meist kostenfrei.

Haushaltshilfe als Leistung der Krankenkasse

Bei Beschwerden nach der Entbindung, zum Beispiel nach einem Kaiserschnitt, einer Mehrlings- oder Frühgeburt, kann die Kostenübernahme einer Haushaltshilfe bei der Krankenkasse beantragt werden. Dem Antrag muss eine Bescheinigung des Arztes beiliegen, warum und in welchem Umfang Unterstützung benötigt wird. Voraussetzungen für eine Genehmigung: Weder die Mutter noch eine andere im Haushalt lebende Person kann den Haushalt weiterführen. Versicherte, die die Haushaltshilfe aufgrund von Schwangerschaft oder Entbindung benötigen, brauchen auch keine Zuzahlung leisten.

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