Schuldner- und Insolvenzberatung

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Durch Arbeitslosigkeit, Trennung, Krankheit oder Tod eines nahen Angehörigen kann man leicht in die Schuldenfalle geraten. Auch eine erhöhte Miete oder ein hohes Konsumverhalten können zu Schulden führen. Betroffene finden professionelle Hilfe bei anerkannten Beratungsstellen.

Überschuldung

Überschuldung bedeutet, dass die Zahlungspflichten dauerhaft das eigene Einkommen übersteigen, selbst wenn der oder die Betroffene die Lebenshaltungskosten einschränkt. Oft wird die verschlechterte wirtschaftliche Lage von psychosozialen Problemen wie Depression, Angst, Sucht oder Einsamkeit begleitet, was die Situation häufig zuspitzt.

In Berlin sind etwa 200.000 Privathaushalte von Überschuldung betroffen. Finanzielle Notlagen können die Existenz bedrohen und auch zum Verlust der Wohnung führen. Sie sind in den meisten Fällen nur mit professioneller Hilfe zu bewältigen. Berlin verfügt über ein gutes Netz gemeinnütziger Schuldner- und Insolvenzberatungsstellen, an die sich Betroffene wenden können und sollten.

Schuldner- und Insolvenzberatungsstellen

Schuldner- und Insolvenzberatungsstellen unterstützen und beraten beispielsweise bei Miet- oder Energieschulden, Zwangsvollstreckungsmaßnahmen, Haftstrafen, Schuldenregulierungen oder Insolvenz. Sie helfen dabei, die psychosoziale Situation der Betroffenen zu verbessern und weiteren Schulden vorzubeugen. Die Beraterinnen und Berater unterliegen der Verschwiegenheit und arbeiten nach dem Prinzip der Hilfe zur Selbsthilfe. Die Beratung ist kostenlos. In Krisenfällen wie drohendem Wohnungsverlust, Girokontokündigung oder Energieabschaltung vergeben die Beratungsstellen auch kurzfristige Termine. Weitere Informationen sowie eine Liste anerkannter Beratungsstellen in den Berliner Bezirken sind auf der Internetseite zur Schuldnerberatung auf berlin.de zu finden.

Wichtig: An anerkannte Beratungsstelle wenden

Alle auf berlin.de genannten Beratungsstellen sind gemäß des Gesetzes zur Ausführung der Insolvenzordnung des Landes Berlin anerkannt. Auch wenn ein Termin mit Wartezeit verbunden sein sollte – es ist wichtig, sich unbedingt an eine anerkannte Beratungsstelle zu wenden. Denn auf dem Gebiet der Schuldnerberatung gibt es auch viele unseriöse Anbieter, die mit falschen Versprechungen wie „keine Wartezeit“, „Kredite ohne Schufa-Auskunft, schnell und unbürokratisch“ locken und die Notlage von Verschuldeten ausnutzen.

Beratung per E-Mail oder Chat

Darüber hinaus besteht die Möglichkeit, über das Internetportal der Landesarbeitsgemeinschaft Schuldner- und Insolvenzberatung Berlin e. V. per E-Mail oder Chat Kontakt zu einer Beratungsstelle aufzunehmen.

Verbraucherinsolvenz

Für Privatpersonen gibt es die Möglichkeit, durch ein Verbraucherinsolvenzverfahren entschuldet zu werden. Das kann langwierig und kompliziert sein, bietet aber die Grundlage für einen wirtschaftlichen Neuanfang.

Weitere Informationen

Auf der Internetseite meine-schulden.de der Bundesarbeitsgemeinschaft Schuldnerberatung sowie in der Broschüre „Ein Wegweiser zum Thema Schulden“ der Landesarbeitsgemeinschaft Schuldner- und Insolvenzberatung finden sich weitere hilfreiche Informationen zum Thema.

 

Weitere Informationen zum Thema in unseren Ratgebern

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