Rente: Rentenversicherungsplicht von Pflegepersonen

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Wer pflegebedürftig wird, ist auf Unterstützung und intensive Hilfe angewiesen. Meist sind es Familienangehörige oder Bekannte, die sich um den Haushalt kümmern oder auch Pflege leisten. Um die ehrenamtliche Pflege zu fördern und zugleich Pflegepersonen sozial abzusichern, zahlt die Pflegekasse neben dem Pflegegeld an den oder die Pflegebedürftige auch die gesetzlichen Rentenversicherungsbeiträge für die Pflegeperson.

Zu Hause pflegen – ein Plus für die Rente

Die Pflegeversicherung soll vor allem die Pflege zu Hause unterstützen. Pflegepersonen soll es damit erleichtert werden, Angehörige oder Bekannte zu betreuen, damit diese möglichst lange in ihrer vertrauten Umgebung bleiben können.

Personen, die ihre Angehörigen pflegen, müssen oft ihre Arbeitszeit reduzieren oder sogar ihren Job aufgeben. Damit diese Personen sozial abgesichert sind, hat der Gesetztgeber die Rentenversicherungspflicht für Pflegepersonen eingeführt.

Voraussetzungen für die Versicherungspflicht

Pflegepersonen können in der gesetzlichen Rentenversicherung pflichtversichert sein, wenn 

  • sie mindestens zehn Stunden wöchentlich, verteilt auf mindestens zwei Tage in der Woche,  
  • eine oder mehrere pflegebedürftige Personen mit mindestens Pflegegrad 2
  • in der häuslichen Umgebung und nicht erwerbsmäßig pflegen.

Die pflegebedürftige Person sollte einen Anspruch auf Leistungen aus der sozialen oder privaten Pflegeversicherung haben. Mit Anspruchsbeginn auf Pflegeleistungen beginnt auch frühestens die Rentenversicherungspflicht für die Pflegeperson.

Erwerbstätigkeit neben der Pflege

Neben der Pflege kann eine ehrenamtliche oder angehörige Pflegeperson eine Erwerbstätigkeit höchstens 30 Stunden in der Woche ausüben.

Die Rentenversicherungsbeiträge für Pflegepersonen werden auch während eines Urlaubs bis zu 6 Wochen im Jahr von der Pflegeversicherung weiterbezahlt.

Antrag auf Rentenversicherungspflicht

Die Pflegeperson beantragt die Zahlung von Rentenversicherungsbeiträgen bei der Pflegekasse (Krankenkasse), die für die pflegebedürftige Person zuständig ist.

Diese sendet den „Fragebogen zur Zahlung der Beiträge zur sozialen Sicherung für nicht erwerbsmäßig tätige Pflegepersonen“ zu. Nach Eingang des ausgefüllten Fragebogens prüft die Pflegekasse den Antrag und entscheidet, ob eine Rentenversicherungspflicht gegeben ist, und übernimmt gegebenenfalls die Beiträge.