Elektronische Bauvorlagen

Planungsutensilien und Rohbaugrafik
Bild: Franck Boston - Fotolia.com

Alle Behörden der Berliner Bauaufsicht setzen das “Elektronische Bau- und Genehmigungsverfahren (eBG)” ein und sind dabei, die Vorgangsbearbeitung auf elektronische Kommunikation umzustellen. Dazu ist neben der Modernisierung von Verfahrensabläufen auch ein Wechsel der zu verarbeitenden Medien unabdingbar, um die Vorteile der neuen Medien allseitig zu nutzen. Alle Bauaufsichtsbehörden können elektronische Bauvorlagen verarbeiten.

Mit der Änderung der Bauverfahrensverordnung (BauVerfVO) vom 22.03.2013 (GVBl. S. 95, berichtigt S. 131) werden nunmehr Antragstellerin bzw. Antragsteller / Entwurfsverfasserin bzw. Entwurfsverfasser verpflichtet, seit dem 20.04.2013 die Bauvorlagen bei den Bauaufsichtsbehörden in elektronischer Form im Portable Document (PDF oder PDF/A nach ISO 19005-1) vorzulegen.

Da die Bauvorhaben heute von den Entwurfsverfasserinnen bzw. Entwurfsverfassern überwiegend mit Computer-Unterstützung entworfen werden, sollte es ein Leichtes sein, elektronische Bauvorlagen zu erstellen. Entwurfsverfasserinnen und Entwurfsverfasser werden damit einen wesentlichen Beitrag zur Beschleunigung bauaufsichtlicher Genehmigungsverfahren leisten.

Gemäß BauVerfVO können die Bauaufsichtsbehörden zusätzliche Papierexemplare der Bauvorlagen nachfordern, wenn dies zur Beurteilung eines Bauvorhabens erforderlich ist bzw. der Stand des Fachverfahrens eBG in den Bauaufsichtsbehörden dies erfordert. Diese Papierexemplare müssen dann mit den elektronischen Bauvorlagen übereinstimmen (siehe auch Abschnitt „Übereinstimmungserklärung“)

Hinweis:
Das ausgefüllte und unterschriebene Formular für das Verfahren nach BauO Bln ist weiterhin auch in der Papierform bei der Bauaufsichtsbehörde einzureichen.

Weitere elektronische Unterlagen

Gemäß BauVerfVO sind seit dem 20.04.2013 auch bautechnische Nachweise in elektronischer Form im Portable Document (PDF oder PDF/A nach ISO 19005-1) zur Prüfung beim Prüfingenieur vorzulegen. Ein zusätzliches Papierexemplar der bautechnischen Nachweise kann nachgefordert werden, wenn dies zur Prüfung erforderlich ist. Für bautechnische Nachweise in elektronischer Form gelten folgende Festlegungen entsprechend.

Übereinstimmungserklärung

Die Entwurfsverfasserin bzw. der Entwurfsverfasser ist dafür verantwortlich, dass die in elektronischer Form als PDF-Dateien einzureichenden Bauvorlagen jeweils mit den Papierexemplaren in Version, Inhalt, Darstellung und Maßstab vollständig übereinstimmen.
Dazu ist bis auf weiteres das extra bereitgestellte Formular Bauaufsicht 118 zu verwenden, um die Übereinstimmung der elektronischen Daten mit den Papierdokumenten zu erklären (ÜBEREINSTIMMUNGSERKLÄRUNG). Dies ist eine Übergangslösung, bis elektronische Anträge gleich aus dem Internet in die Fachanwendung eBG übernommen werden können.

Dateiinhalt

Alle für die Beurteilung und Bearbeitung eines Bauvorhabens erforderlichen Anträge und Unterlagen sind bei den Bauaufsichtsbehörden einzureichen. Diese Dokumentationen sind in der elektronischen Form vorzulegen.
Die bauvorlageberechtigten Entwurfsverfasserinnen und Entwurfsverfasser sind dafür verantwortlich, dass die elektronische Form mit den Exemplaren der jeweiligen Bauvorlagen in Papier übereinstimmen.

Auf den elektronischen Bauvorlagen ist die einfache elektronische Unterschrift neben den Angaben zur Bauvorlageberechtigung ausreichend.

Die Antragstellerinnen und Antragsteller haften für eventuelle Schäden, wenn andere oder widersprüchliche Inhalte elektronisch eingereicht werden. Die Bauaufsicht ist nicht verpflichtet, die Übereinstimmung der elektronischen Form mit der Papierform zu überprüfen.

Zu beachten ist außerdem Folgendes:

  • Je Bauvorlage eine eigene Einzeldatei abspeichern.
  • Bauzeichnungen oder Fotos dürfen nicht zu mehrseitigen Dokumenten zusammengefasst werden;
  • Beispiel: je Grundriss eine eigene Datei.
  • Textliche Angaben zur Bauvorlageberechtigung in Kurzform und zur Person der bauvorlageberechtigten Entwurfsverfasserin bzw. des bauvorlageberechtigten Entwurfsverfassers sind in jede Bauvorlage aufzunehmen;
    Beispiel: Nummer in der Liste der Bauvorlageberechtigten der Kammern.
  • Beschreibungen sollen dagegen jeweils ein mehrseitiges Dokument sein;
    Beispiel: mehrseitige Baubeschreibung.
  • Zeichnerische Darstellungen müssen kontrastreich sein;
    Beispiel: weiße Schrift auf schwarzem Grund.
  • Zeichnerische Darstellungen müssen neben der nummerischen Angabe des Maßstabes auch eine grafische Maßstabsleiste enthalten. (siehe unten)
  • Ausgefüllte Antragsformulare bitte auch als mehrseitige Datei abspeichern.

Dateiformat

Für bauaufsichtliche Verfahren in Berlin ist als Speicherformat von Bauvorlagen ausschließlich das Portable Document Format (PDF), bevorzugt PDF/A (ISO 19005-1), zugelassen. Die Generierung direkt aus den Konstruktionsprogrammen heraus sorgt für eine optimale Qualität.

Layer sind bei der Erzeugung auf eine Ebene zusammenzufassen. Innerhalb der PDF-Dateien dürfen keine weiteren Notizen, Kommentare und Dateianhänge enthalten sein. Außerdem dürfen die Bearbeitungsrechte nicht eingeschränkt sein.

Dateiname

Der Dateiname sollte selbsterklärend sein, d. h. man muss das Erstellungsdatum sowie den Dateiinhalt und die Version erkennen, ohne dass eine Datei erst geöffnet werden muss, um dies zu ermitteln. In der Papierform sind die wesentlichen inhaltlichen Angaben bei Bauzeichnungen zum Beispiel im Schriftfeld aufgeführt.

Eine Beispieldatei könnte den Dateinamen 20110505-grundriss_eg-v102.pdf haben und würde bedeuten:

  • Erstellungsdatum: 20110505 für den 05.05.2011,
  • Inhalt: grundriss_eg = Grundriss Erdgeschoss,
  • Versionsnummer: v102 = Entwurfsversion 1.02.

Datenträger und Datenstruktur

Die elektronischen Bauvorlagen sind auf Speichermedien bei der Bauaufsichtsbehörde gleichzeitig mit den Bauantragsunterlagen in Papierform einzureichen. Datenträger können sein: CD, DVD oder USB-Stick.

Einige Bezirke nehmen die elektronischen Daten auch per E-Mail entgegen. Ein Anspruch auf Annahme per E-Mail besteht nicht.
Erkundigen Sie sich vorab bei der jeweiligen Bauaufsichtsbehörde, wie die Dateien zu liefern sind, da die örtlichen Voraussetzungen unterschiedlich sein können.

Die überreichten Datenträger werden mit der Einreichung Eigentum der Bauaufsichtsbehörde und werden in deren Verantwortung ohne Zustimmung des Antragsstellers sicher vernichtet.

Bildvergrößerung: Dateistruktur
Bild: eBG

Die Dateien sind wie folgt in Ordnern zu strukturieren:

  • Antrag
    (z.B. Antragsformular oder fomloser Antrag)
  • Bautechnische Nachweise
    (z.B. Brandschutznachweis, Erklärung gem. Kriterienkatalog Standsicherheit)
  • Formale Bauvorlagen
    (z. B. Statistischer Erhebungsbogen, Nachweis Bauvorlageberechtigung, vorhandene Bescheide über Abweichungen),
  • Technische Bauvorlagen
    (z. B. Lageplan, Bauzeichnungen jeweils als Einzeldatei Grundriss oder Schnitt usw., Bau- und Betriebsbeschreibung, aber auch Fotos oder Fotomonatgen bei Werbeanlagen).
Bildvergrößerung: massstabsleiste beispiele
Oben: Beispiel 1, unten: Beispiel 2 für Maßstabsleiste Bild: eBG

Maßstabsleiste

Maßstabsleisten werden für die elektronische Bearbeitung von Bauvorlagen neu eingeführt. Jede zeichnerische Bauvorlage muss eine grafische Maßstabsleiste beinhalten, welche den numerischen Bildmaßstab repräsentiert. Sie sind immer an gleicher Stelle im Schriftfeld unmittelbar zusammen mit dem numerischen Maßstab anzugeben und mit den tatsächlichen Distanzen zu beschriften. Der Skalierungsgrad soll in einem sinnvollen Verhältnis zum Zeichnungsmaßstab stehen und muss genau sein, da davon alle Maßketten abgeleitet werden.

Maßstabsleisten erleichtern das Messen auf den Bauzeichnungen am Computerbildschirm. Unterschiedliche Bildschirmauflösungen bzw. Zoomstufen oder nachträgliches Drucken oder Einscannen beeinflussen die Genauigkeit der zeichnerischen Darstellungen. Egal wie groß eine Bauzeichnung auf dem Bildschirm vergrößert oder verkleinert wird, kann man nach einer Kalibrierung des Maßstabes anhand der Maßstabsleiste an zentraler Stelle die Kalibrierung jeder Zeichnung vornehmen und die Maßgenauigkeit wiederherstellen.

Hier erhalten Sie ein paar Tipps, wie elektronische Bauvorlagen für bauaufsichtliche Genehmigungsverfahren in Berlin aufbereitet sein sollten.

Bitte beachten Sie, dass mit Inkrafttreten der geänderten BauVerfVO entgegen der Angaben im Flyer die elektronischen Bauvorlagen nunmehr Pflicht sind.