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Standort Tegeler Weg

 

Öffnungszeiten

Die Geschäfts-, Info- und Rechtsantragsstellen sind für den Publikumsverkehr wie folgt geöffnet:

  • Mo: 8:30 Uhr bis 15:00 Uhr
  • Di: 8:30 Uhr bis 15:00 Uhr
  • Mi: 8:30 Uhr bis 13:00 Uhr (Info- und Rechtsantragsstellen bis 15:00 Uhr)
  • Do: 8:30 Uhr bis 15:00 Uhr (Geschäftsstellen nach Vereinbarung bis 18:00 Uhr; Info- und Rechtsantragsstellen ab 15:00 Uhr zentral am Standort Littenstraße bis 18:00 Uhr)
  • Fr: 8:30 Uhr bis 13:00 Uhr

In den Nachmittagsstunden (ab 14:15 Uhr) ist derzeit der Zugang lediglich über den Erweiterungsbau – erreichbar sowohl vom Tegeler Weg als auch von der Herschelstraße – möglich. Weitere Informationen erhalten Sie über Hinweistafeln vor Ort.

Um längere Wartezeiten zu vermeiden, wird empfohlen, einen Termin zu vereinbaren.

Geschichte des Gebäudes Tegeler Weg

Justitia von Prof. Josef Breitkopf-Kosel (1876 - 1927)
Justitia von Prof. Josef Breitkopf-Kosel (1876 - 1927)

Um 1900 setzte in Berlin auf dem Gebiet des Gerichtswesens eine umfassende Bautätigkeit ein. Insgesamt 17 Neubauten wurden getätigt. Die Stadt Charlottenburg stellte für die Einrichtung eines dritten Landgerichtsbezirks, zuständig für die nordwestlich bis nordöstlich stadtnahen Kreise von Nauen und Bernau bis Strausberg, ein Grundstück in landschaftlich schöner Umgebung an einer im Entstehen begriffenen, im Angesicht des Charlottenburger Schloßparks verlaufenden Spreeuferstraße zur Verfügung.

Das Gebäude wurde als Königliches Landgericht III Berlin in Charlottenburg in zwei Abschnitten 1901 bis 1906 und 1912 bis 1915 von dem Wirklichen Geheimen Oberbaurat Paul Thoemer und dem Regierungs- und Geheimen Baurat Rudolf Mönnich errichtet. Es ist dem vom damaligen Kaiser Wilhelm II bevorzugten Baustil der Romanik nachempfunden. Ende des letzten Jahrhunderts wurde am Tegeler Weg in nördlicher Richtung ein weiterer Bauteil angegliedert. Der erste Bauteil bildete einen langgestreckten Baukörper mit geringer Tiefe entlang des Tegeler Weges bis zur Osnabrücker Straße. Hoch oben über dem Eingangsportal steht der preußische Wahlspruch „suum cuique“ (Jedem das Seine).

Der Eingangsbereich wird von einer auf einem Löwenthron sitzenden Justitia beherrscht. Ihre Augen sind verbunden. Auf ihrem rechten Knie ruht ein Gesetzbuch, ihre linke Hand ist auf einen fasces (lat.: Rutenbündel) gestützt.

Infolge des unerwartet schnellen Anwachsens der Geschäfte in Zivilsachen wurde es erforderlich, die Erweiterung des Gebäudes in Angriff zu nehmen. Es entstand auf dem Grundstück entlang der Osnabrücker Straße und der neu angelegten Herschelstraße ein zweiter Bauteil. Der im August 1914 beginnende Erste Weltkrieg verzögerte die Bauarbeiten nur kurze Zeit.

Dieser ebenfalls im Stil der Romanik gehaltene Bauteil erhielt eine repräsentativ gestaltete Freitreppe zur Herschelstraße. Vor den Pfeilern, die die Bögen stützen, ruhen zwei Löwen, zwischen deren Pranken jeweils eine Eule ihre Schwingen ausbreitet. Die Figuren stehen ebenfalls für die verantwortungsvolle Aufgabe der Richter, ihre Macht mit Klugheit zu gebrauchen.

In den 30-er Jahren wurden die drei Landgerichte im Rahmen einer Justizreform zu einem Landgericht an dem bereits erwähnten Standort in Mitte zusammengefasst. Am Tegeler Weg waren in der Folgezeit das Arbeitsgericht, danach ein Teil des Bezirksamts Charlottenburg und ein Postamt untergebracht. Nach dem Ende des Zweiten Weltkrieges nahm mit amerikanischer Unterstützung ein als Gegengewicht zu dem von der sowjetischen Besatzungsmacht im Ostteil Berlins eingerichteten Bezirksgericht gebildetes, mit sechs Zivilkammern ausgestattetes Landgericht seine Tätigkeit auf. Es residierte in mehreren Villen in Zehlendorf und wurde vom Berliner Volksmund bald das „Villengericht“ genannt. 1950/51 kehrten die Zivilkammern des Landgerichts an den Tegeler Weg zurück.

Das weitere Ansteigen des Geschäftsanfalls führte bald zu erneuter Raumnot. 1987 konnte ein am Tegeler Weg in nördlicher Richtung angefügter Erweiterungsbau dem Landgericht übergeben werden. Der architektonischen Herausforderung, ein altes mit einem neuen Gebäude zu verbinden, stellte sich Gerd Rümmler.

Kapitellschmuck Urteil des Königs Salomo
Kapitellschmuck Urteil des Königs Salomo

Von der schmalen Terrasse des Dachgeschosses, das die Kantine beherbergt, genießt man einen großzügigen Ausblick auf das Belvedere im Charlottenburger Schloßpark, den Schloßpark selbst bis hin zu den ehemaligen Radaranlagen auf dem Teufelsberg und zu dem Funkturm.

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