Mister Spex-Gründer Dirk Graber

Mister Spex-Gründer Dirk Graber

Mit Mister Spex bringt Dirk Graber den Durchblick zurück. Wir haben ihn zu seiner Arbeit in Berlin befragt.

Dirk Graber

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Berlin gilt als StartUp-Hochburg – Wie erklären Sie sich diesen Trend?

Wenn man sich die deutschen Städte anschaut, treffen in Berlin mehrere Aspekte aufeinander, die ein positives Klima für StartUps schaffen. Zum einen sind durch das hauptstädtische Flair viele „weiche Faktoren“ wie Offenheit für neue Denkansätze, Experimentierfreude, Internationalität und kulturelle Vielfalt gegeben. Dazu kommen dann auf der anderen Seite noch die „harten Faktoren“ wie vergleichsweise günstige Lebenshaltungskosten, bezahlbare Mieten und ein akzeptables Gehaltsniveau. Diese Kombination findet man in keiner anderen deutschen Stadt so ausgeprägt. Von daher gedeiht die StartUp-Szene in Berlin prächtig.

Inwieweit beeinflusst die Atmosphäre der Stadt Ihre Arbeit hier?

Zu 100 Prozent. Wir bei Mister Spex leben Berlin und seine StartUp-Kultur. Auf Managementebene pflegen wir einen regen und offenen Ideen- und Erfahrungsaustausch mit anderen Unternehmen, insbesondere StartUps. Was die Mitarbeiter angeht, so geben wir unseren Leuten eine faire Chance, wollen im Gegenzug aber auch klar Leistung sehen. Sonst funktioniert unser Geschäftsmodell nicht.

Ihr persönlicher Lieblingshotspot in der Stadt? Wo halten Sie sich gern auf?

Ich bin gerne im Café "Tous les Jours" in Prenzlauer Berg, weil es hier aus meiner Sicht das beste Frühstück von Berlin gibt. Ansonsten findet man mich direkt nebenan im Café "La Tazza" beim besten Café Latte der Stadt.

Können Sie die Geschäftsidee, die hinter misterspex.de steht, in drei Sätzen beschreiben?

Mister Spex vertreibt Brillen und Kontaktlinsen über eine Internetplattform und ist in Deutschland führend im Online-Markt für Marken- und Designerbrillen, sowohl im Bereich der Sonnenbrillen als auch bei den sogenannten Korrektionsbrillen. Wir bieten unseren Kunden Qualität und Service zu günstigen Preisen – eine unschlagbare Kombination in der Optikbranche.

Wie groß ist Ihr Team?

Wir haben derzeit 30 Mitarbeiter, davon 18 Festangestellte. Aktuell arbeiten wir auf 270 qm, aber in den nächsten Wochen ziehen wir ein paar Straßen weiter und haben dann 1.000 qm zur Verfügung, so dass einem weiteren Wachstum nichts mehr im Weg steht.

Spüren Sie die Wirtschaftskrise? Wie ist die Lage?

Interessanterweise spüren wir nur positive Auswirkungen der Krise auf unser Unternehmen. Unser Angebot wird mehr und mehr genutzt, denn wir helfen Kunden, Geld zu sparen bei Produkten, die sie regelmäßig und notwendigerweise brauchen. Auch was das Marketing angeht, kommt uns die allgemeine Krise zugute. In den meisten Medien sind die Werbepreise gesunken und nun auch für ein Unternehmen wie Mister Spex bezahlbar. Was die Investoren angeht, so konzentrieren diese sich mittlerweile mehr auf zahlenorientierte und nicht auf fantasiegetriebene Unternehmen. Davon profitieren wir natürlich auch.

Stichwort Marketing: Was unternehmen Sie, um misterspex.de noch bekannter zu machen?

Zum einen investieren wir in klassische TV-Werbung, weil man damit große Reichweiten abdecken und schnell Bekanntheit steigern kann. Auf der anderen Seite sind wir unserer Internet-Zielgruppe entsprechend sehr viel in den sogenannten Social Media unterwegs. Darüber hinaus werden wir den Bereich PR professionell aufbauen und uns auch über Presse- und Öffentlichkeitsarbeit bekannter machen.

Nutzen Sie Tools wie Social Networks oder Twitter, um Marketing zu machen? Wenn ja, wie?

Social Networks wie Facebook und Twitter sind für uns primär Kanäle zur Kommunikation mit unseren bestehenden und potenziellen Kunden. Themen sind dabei meist aktuelle Trends für Brillen und Sonnenbrillen, über die wir informieren. Wir nutzen Social Media auch sehr stark, um Anregungen zur Sortiments- und / oder Websiteoptimierung zu bekommen, also als Dialogkanal mit Kunden und Interessenten. Der direkte Verkauf bzw. direktes Marketing von Produkten ist aus unserer Sicht über Social Media nicht zielführend. Das wirkt meist plump und entspricht nicht dem Community-Gedanken der Internetwelt.

Wenn Sie jungen Gründerinnen und Gründern einen Tipp geben könnten, welcher wäre das?

Auf jeden Fall sollte man einen klaren Fokus auf ein Geschäftsmodell haben, in dem die Umsatztreiber bekannt und steuerbar sind. Ansonsten ist es wichtig, sich nicht selbst zu überschätzen, sondern ein Unternehmen am besten im Team zu gründen. Bei der Zusammenstellung des Teams darf man keine Kompromisse machen und muss für alle Kompetenzen, die für das Geschäftsmodell erfolgskritisch sind, einen exzellenten Kandidaten haben.

Ihr Tipp für den Internettrend 2010?

In vielen Sektoren (E-Commerce, Social Networks, Gaming, Content-Services, etc.) wird eine Konsolidierung stattfinden. Aus meiner Sicht werden sich je Sektor nur wenige Unternehmen durchsetzen und langfristig erfolgreich bestehen.

Aktualisierung: Donnerstag, 18. Februar 2016 16:16 Uhr

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