idivus.com - Gründer Marco Hamburger

idivus.com - Gründer Marco Hamburger

Marco Hamburger sichert mit idivus.com Nutzer-Profile im Internet.

BERLIN GILT ALS STARTUP-HOCHBURG. WIE ERKLÄREN SIE SICH DIESEN TREND?

Da gibt es für mich 3 Gründe. Zum einen hat Berlin, verglichen mit anderen Städten in Deutschland, kaum große Arbeitgeber. Die meisten Menschen hier arbeiten also bei kleinen Dienstleistungsunternehmen, oft in hartem Wettbewerb, das macht kreativ und flexibel und der Weg in ein StartUp ist da ein sehr kurzer. Der zweiter Grund sind sicherlich die relativ geringen Lohnkosten, die ein Unternehmen hier in Berlin hat. Es gibt ja einige StartUps, die woanders in Deutschland gegründet haben und dann mit dem Wachstum nach Berlin gekommen sind. Zu guter letzt ist der Wowereit`sche "Arm aber Sexy"-Flair, der Berlin einfach perfekt macht für StartUps. Wir wollen kreativ und hart arbeiten, aber gerne auch genauso intensiv leben und feiern :-)

INWIEWEIT BEEINFLUSST DIE ATMOSPHÄRE DER STADT IHRE ARBEIT HIER?

Die Atmosphäre hier in der Stadt ist sehr förderlich. Der Austausch mit anderen Gründern und Kreativen sehr leicht, da es viele "offizielle" Networking-Veranstaltungen gibt und man aber auch in Clubs immer wieder auf Menschen aus der Branche trifft.

IHR PERSÖNLICHER LIEBLINGSHOTSPOT IN DER STADT? WO HALTEN SIE SICH GERN AUF?

Also ich persönlich liebe tagsüber den Volkspark Friedrichshain bei mir vor der Haustür, zum sonnigen Arbeiten mit Laptop, zum Beachvolleyball-Spielen oder auch einfach zum Relaxen. Abends ist unser Hotspot sicherlich der Bereich um die Oranienburger Straße mit den vielen kleinen Restaurants, Bars und Clubs.

KÖNNEN SIE DIE GESCHÄFTSIDEE, DIE HINTER IDIVUS.COM STEHT, IN DREI SÄTZEN BESCHREIBEN?

Was geschieht eigentlich mit Deinen Profilen, Bildern und Freunden im Web, wenn Dir mal etwas zustößt? Bei idivus.com kannst Du alle Deine relevanten Logins bei Communities, Messengern, Email-Accounts und Deine Kontakte sichern. Du kannst Personen aus Familie und Freundeskreis festlegen, die im Fall des Falles Zugriff auf diese Daten bekommen sollen, und ihnen schreiben, was Dir auf dem Herzen liegt.

WIE GROß IST IHR TEAM?

Wir sind aktuell zu zweit und dabei unser Team im Bereich PR/Marketing um 1-2 Gesellschafter zu erweitern.

SPÜREN SIE DIE WIRTSCHAFTSKRISE? WIE IST DIE LAGE?

Nein, die spüren wir aktuell nicht, zumindest nicht negativ. Weder bei unseren Kunden, da diese eine sehr spezielle Zielgruppe sind und diese Gruppe in Krisenzeiten sogar eher zunimmt. Noch bei Geldgebern, da wir unsere Idee zum Start hin selber finanziert haben.

STICHWORT MARKETING: WAS UNTERNEHMEN SIE UM IDIVUS.COM NOCH BEKANNTER ZU MACHEN?

Uns geht es im ersten Schritt darum, über das Thema aufzuklären und Internetnutzer dafür zu sensibilisieren. Wir haben vor unserem Start viele Nutzer bei Facebook befragt, ob sie denn wissen was mit ihren Profilen und Kontakten im Web im Fall der Fälle passiert und wie dann Familie und Freunde im Notfall an diese Daten kommen. Obwohl einige bereits solche Problem-Fälle im Freundeskreis hatten, hatte niemand eine praktikable Lösung parat. Wir werden daher ab Mitte Oktober Fachbeiträge mit Tipps von einem bekannten Anwalt für Multimedia-Recht veröffentlichen, damit unsere Leser wissen, worauf sie achten sollten. Außerdem schreiben wir gerade alle größeren Online-Dienste in Deutschland an, um zu erfahren, wie diese im Fall der Fälle mit Profilen und Daten umgehen, und wie Angehörige dann Zugriff auf die Daten erhalten. Hier zeigt sich aber aktuell, dass viele Dienste sich noch nicht mit dem Thema auseinander gesetzt haben und es teilweise auch nicht wollen.

NUTZEN SIE TOOLS WIE SOCIAL NETWORKS ODER TWITTER UM MARKETING ZU MACHEN? WENN JA WIE?

Unsere Nutzer sind mit vielen Profilen breit im Web vertreten. Um diese anzusprechen nutzen wir natürlich die Kommunikationswege über Twitter, Xing, Blogs und Facebook. So veröffentlichen wir interessante Beiträge und Interviews auch in diesen Medien und haben auch in diversen Medien idivus Gruppen eingerichtet. In naher Zukunft möchten wir die Kommunikationswege auch in die andere Richtung verstärken und z.b. Facebook-Connect als vereinfachten Weg zu unseren Inhalten anbieten.

WENN DIE JUNGEN GRÜNDERINNEN UND GRÜNDERN EINEN TIPP GEBEN KÖNNTEN, WELCHER WÄRE DAS?


Ideen gibt es wie Sand am Meer, viel entscheidender ist es frühzeitig ein breites Netzwerk an Kontakten aufzubauen und somit bei der Gründung schnell ein gutes Team zusammen zu bekommen. Hier sollte auch allen klar sein, dass es immer einer sehr stressige Anfangsphase gibt mit 1001 Dingen, die schief gehen. Dann zeigt sich schnell, wer mit Vollgas hinter einer Idee steht. Auch wenn es manchmal weh tut, sollte man sich auch schnell von Ideen und Teammitgliedern trennen können, wenn die betriebswirtschaftliche Ausrichtung nicht passt. Ein StartUp ist kein Hobby-Projekt, sondern der potentielle Grundstein für ein zukünftiges Großunternehmen.

IHR TIPP FÜR DEN INTERNETTREND 2010?


Kollaboration - es geht unserer Meinung nicht mehr darum noch mehr Inhalte im Web zu schaffen, sondern die bestehenden sinnvoll und intuitiv miteinander zu verknüpfen, so dass ein Nutzer für ihn relevante Inhalte mit viel geringerem Aufwand als heutzutage heraus filtern kann.

Aktualisierung: Donnerstag, 28. Januar 2021 13:58 Uhr

Weitere Meldungen