HygNova-Gründerin Theresa Ebeling

HygNova möchte Hygiene «greifbar» machen und dadurch Schäden, z. B. in Krankenhäusern, vermeiden.
Theresa Ebeling
HygNova-Gründerin Theresa Ebeling © HygNova

Berlin gilt auch als StartUp-Hauptstadt – Was glauben Sie warum so viele Gründer nach Berlin kommen?

Berlin bietet viele Vorteile. Es gibt eine lebendige Startup-Atmosphäre mit vielen vielversprechenden Talenten, zahlreichen Investoren, exzellenten Universitäten sowie einem guten Zugang zur Industrie. Das Mindset für Gründungen und Veränderung ist vorhanden. An jedem Nachbartisch hört man, wie jemand sein eigenes Startup aufbaut. Gleichzeitig kann man immer noch leichter bootstrappen als z.B. in Hamburg oder München, wo die Lebenshaltungskosten verhältnismäßig deutlich höher sind.

Unabhängig davon ist Berlin eine fantastische Stadt mit spannender Geschichte, wunderbarer Kultur, aufgeschlossenen Menschen und tollem Essen.

Inwieweit beeinflusst die Atmosphäre der Stadt Ihre Arbeit hier?

Berlin gibt einem die Freiheit zu tun, was man möchte. Zu jeder Zeit. Wenn wir an Tagen über 18 Stunden arbeiten, findet sich nachts trotzdem noch die Möglichkeit etwas zu erleben bevor man ins Bett fällt. Häufig wird gewitzelt, dass Startups in Berlin nur Visionen entwickeln, in Hamburg, Frankfurt, Köln und München aber gearbeitet wird: Natürlich kann man in Berlin der Prokrastination und dem Hedonismus frönen. Wer aber einmal selbst gesehen hat, wie hart alle Startups in Berlin arbeiten und in welcher internationalen Konkurrenz sie sich sehen, ändert sehr schnell seine Meinung.

Ihr persönlicher Lieblingshotspot in der Stadt? Wo halten Sie sich gern auf?

Unser Büro. Spaß beiseite: Es gibt zahlreiche faszinierende Orte in Berlin, besonders interessant finde ich aber den Boros-Bunker. Ein ehemaliger Luftabwehrbunker, der von einer Unternehmerfamilie zu einem Museum/Wohnhaus umgebaut wurde. Hier zeigt sich die Wandlungsfähigkeit Berlins. Aus etwas Martialischem wird etwas Bereicherndes, Offenes, Belebendes.

Können Sie die Idee, die hinter HygNova steht, in drei Sätzen beschreiben?

HygNova macht Hygiene sichtbar und ermöglicht Raum für Verbesserungen. HygNova macht Hygiene «greifbar» und vermeidet dadurch Schäden. HygNova wertschätzt und belohnt hygienisches Verhalten und achtet damit die Bedürfnisse medizinischen Personals.

Wie groß ist Ihr Team?

Derzeit haben wir sieben Teammitglieder: Dabei sind wir sehr divers aufgestellt. Neben Entwicklern und Medizintechnikern bilden wir in unserem Team ebenfalls die Felder Medizin, Wirtschaft, Psychologie sowie Marketing und Kommunikation ab.

Wie sieht ein typischer Arbeitstag von Ihnen aus?

Unsere Kernarbeitszeit geht von 10-18 Uhr. In dieser Zeit sollte jeder da sein, damit genug Zeit für intellektuellen Austausch vorhanden ist, aber auch damit die enge Verbindung der einzelnen Teammitglieder zueinander bestehen bleibt. Wie viele Startups pflegen wir ansonsten flexible Arbeitszeiten (ja, wir arbeiten länger als 8 Stunden).

Da ich permanent E-Mails abrufe, muss ich morgens nicht zunächst durch mein Postfach steigen. Ich erledige vielmehr direkt die Arbeiten die ich mir am Vortag vorgenommen habe und die wir uns im Rahmen unserer Teamgespräche vorgenommen habe (3xpro Woche).

Womit verdient HygNova Geld?

HygNova ist ein Dienstleister. Wir visualisieren für medizinische Institutionen wie Krankenhäuser die Güte ihre Hygiene und können mit unserer Technik zu einer Verbesserung von Prozessen beitragen. Konkret bedeutet das, dass wir unsere Technik an Krankenhäuser, Pflegeheime und Arztpraxen vermieten und das Dashboard für das Datenmonitoring für sie pflegen.

Wie sind Sie auf die Idee zu HygNova gekommen?

Meine Mitgründer und ich wollten zur Lösung eines sozialen Problems beitragen. Krankenhausinfektionen waren naheliegend, da einer meiner Mitgründer als Arzt in einem chirurgischen Fach tätig war. Da wir im Team schon Gründungserfahrung hatten, entstand der Entschluss eine Technologie für diese Herausforderung zu entwickeln, welche die wertvolle Arbeit des Personals in den Mittelpunkt stellt und einen Mehrwert für Patienten und Kunden bietet (also Infektionen vermeidet und Kosten spart).

Wenn Sie jungen Gründerinnen und Gründern einen Tipp geben könnten, welcher wäre das?

Sich ein dickes Fell anzuschaffen und dranzubleiben. Rückschläge gibt es im Rahmen der meisten Gründungen viele. Und man sollte sich bewusst sein, dass Selbstständigkeit einen permanenten Einsatz, harte Arbeit und eine große Verantwortung bedeutet.
Gründen ist eine Wette auf die Zukunft. Wenn es nicht klappt, muss man sich nochmal umschauen und vielleicht etwas anderes probieren. Sollte es aber klappen, winken neben Ruhm und Ehre in unserem Fall auch die Möglichkeit eine nachhaltige Verbesserung zu bewirken (bei uns im Gesundheitssystem). Manche Menschen sollen mit Startups auch Geld verdient haben, munkelt man.

Was ist neben Ihrer Idee das nächste große Dinge im Internet?

Uh, eine sehr schöne Frage. Aus unserer Sicht ist es die Mensch-Maschine Interaktion. Warum muss ich derzeit noch die komplizierte Oberfläche eines Designprogramms erlernen, wenn ich dem Computer einfach sagen könnte, was er tun soll?! Sprache ist doch ein viel intuitiveres Instrument. Alexa und Co. gehen bereits in diese Richtung, wir glauben aber, dass sich hier noch extrem viel tun wird. Entwicklungsleistung entscheidet sich dann nicht an der Programmiersprache, der Güte des Codes und an der Architektur des Programms, sondern an der gedanklichen Leistung des Entwicklers. Die Maschine macht dann die Arbeit. Ich weiß, sehr visionär, aber man darf ja ein bisschen träumen.


Das Interview führte Rico-Thore Kauert.

Aktualisierung: Donnerstag, 30. November 2017 10:13 Uhr

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