SwitchUp-Gründer Arik Meyer

SwitchUp-Gründer Arik Meyer

SwitchUp stellt als kostenfreier Tarifaufpasser sicher, dass man automatisch immer im richtigen Tarif ist. Wir haben Gründer Arik Meyer getroffen.

SwitchUp-Gründer Arik Meyer

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SwitchUp-Gründer Arik Meyer

Berlin gilt auch als StartUp-Hauptstadt – Was glauben Sie warum so viele Gründer nach Berlin kommen?

Berlin ist zum Magneten für kreative und unternehmerisch denkende Menschen geworden. Dies war auch zu meiner Zeit bei Audible.de einer der wesentlichen Gründe, warum wir mit der ganzen Firma von München nach Berlin gezogen sind. Und selbst die Kollegen, die zu Anfang noch skeptisch waren, haben sich schnell für Berlin begeistert. Bei meinem aktuellen Unternehmen SwitchUp.de war mir von vornherein klar, dass für mich Berlin die Stadt der Wahl ist.

Inwieweit beeinflusst die Atmosphäre der Stadt Ihre Arbeit hier?

In starkem Maße! Dank der zahlreichen inspirierenden Events auf Meetup und anderen Plattformen kommt man nie in die Gelegenheit, auf der Stelle zu treten, sondern stets neue Dinge auszuprobieren. Das spiegelt sich auch in der täglichen Arbeit wider.

Ihr persönlicher Lieblingshotspot in der Stadt? Wo halten Sie sich gern auf?

Ich habe ursprünglich am Monbijoupark in Mitte gewohnt, wohne nun aber am Maybachufer in Neukölln, der für mich aktuell spannendsten Gegend in Berlin.

Können Sie die Idee, die hinter SwitchUp steht, in wenigen Sätzen beschreiben?

Der Strommarkt hängt gewaltig schief: Treuen Kunden wird deutlich zu viel berechnet, während wechselwillige Kunden für ihre Untreue mit großen Boni belohnt werden. Und wer über die klassischen Vergleichsportale wechselt, landet schnell bei einem der Lockangebote von Billiganbietern, die leider immer wieder durch weniger seriöse Tricks auffallen. SwitchUp beschützt Kunden als kostenfreier Tarifaufpasser davor und stellt sicher, dass man automatisch immer im richtigen Tarif ist. Wir sorgen dafür, indem wir kontinuierlich alle verfügbaren Angebote prüfen und rechtzeitig vor Ablauf der Kündigungsfrist den Tarif – nach vorheriger Ankündigung – automatisch optimieren. Zudem schützen wir unsere Kunden vor Preiserhöhungen. Ergo: Man braucht sich über seinen Strom- und Gastarif keine Sorgen mehr zu machen und spart jedes Jahr viele hunderte Euro.

Wie groß ist Ihr Team?

Wir sind aktuell ein Team von 10 Kollegen, suchen aber nach Verstärkung und möchten ein halbes Dutzend neuer Stellen besetzen.

Wie sieht ein typischer Arbeitstag von Ihnen aus?

Ich richte morgens meine Fokus auf die wichtigsten Aufgaben des Tages und arbeite an diesen sehr konzentriert bis zu unserem Team-“Stand Up”, in dem wir die Ergebnisse des Vortages betrachten und uns gegenseitig über die wesentlichen Aktivitäten informieren. Auf diese Weise hat jeder im Team einen Überblick, woran wir arbeiten. Im Anschluss daran bereiten wir täglich frisch in unserem heißgeliebten Dampfgarern ein leckeres und gesundes Lunch vor. Nachmittags versuche ich nach besten Kräften meine Kollegen zu unterstützen und wirke regelmäßig auch im Kundenservice mit und beantworte Anfragen unserer Kunden. Aktuell verbringe ich zudem viel Zeit in Gesprächen mit potenziellen neuen Kollegen, die Lust haben, bei uns mitzuwirken.

Womit verdient SwitchUp Geld?

Unser Service ist für unsere Kunden kostenfrei. Wir finanzieren uns durch eine kleine Wechselprovision, die wir vom neuen Anbieter erhalten. Wir lassen uns von dieser Provision bei unseren Empfehlungen jedoch nicht leiten, da wir auf eine ehrliche, langfristige Beziehung mit unseren Kunden setzen und empfehlen stets die Tarife, die für unsere Kunden am besten sind. Unser Empfehlungsalgorithmus kennt daher auch die Höhe der Provisionen bewusst nicht. Zudem zeigen wir stets auch immer alle anderen auf dem Markt verfügbaren Tarife an, sodass man selbst überprüfen kann, ob wir wirklich den besten Vorschlag gemacht haben.

Wie sind Sie auf die Idee zu SwitchUp gekommen?

Ich habe selbst erlebt, welche Tücken der deutsche Strommarkt beinhaltet. Vor einigen Jahren wollte ich einen Stromanbieter für meine neue Wohnung auswählen. Ich machte einen Stromvergleich über eines der klassischen Vergleichsportale und griff trotzdem total daneben: ich landete bei dem freundlich klingenden Stromanbieter namens Löwenzahn Energie, der leider zum Anbieter Flexstrom gehörte, welcher kurze Zeit später insolvent ging.

Diese Erfahrung hat mich zum Grübeln gebracht. Wie kann es sein, dass man bei einem vermeintlich so einfachen Thema so daneben langen kann? Schließlich kann man nicht erwarten, dass jeder mehrere Stunden Recherche aufwendet, um einen Stromanbieterwechsel zu vollziehen. Und dann dieses Stromvergleich-Spiel jährlich wiederholt, um sicher zu stellen, dass man auch weiterhin einen fairen Preis bezahlt. Mit SwitchUp machen wir dem ein Ende, indem wir als Tarifaufpasser des Kunden regelmäßig per automatisiertem Stromvergleich prüfen, dass unsere Nutzer in einem fairen Tarif sind.

Wenn Sie jungen Gründerinnen und Gründern einen Tipp geben könnten, welcher wäre das?

Start with Why. Wir glauben fest daran, dass wir nur erfolgreich bestehen können, wenn wir uns immer wieder vor Augen rufen WARUM es SwitchUp gibt und alle unsere Aktivitäten konsequent daran ausrichten. Für uns lautet die Antwort: Wir wollen einen schief hängenden Markt gerade rücken und für Fairness sorgen. Mein Tipp daher: Kenne dein “Why”. Und halte daran fest. Inspiriert wurden wir dabei übrigens von Simon Sineks TED Talk.

Was ist neben Ihrer Idee das nächste große Dinge im Internet?

Mit SwitchUp befinden wir uns in einem Markt von smarten Assistenten, die dem Kunden das Leben ein wenig vereinfachen und für diese allerlei Aufgaben lösen. In diesem Bereich werden wir sicherlich noch viele spannende neue Modelle erleben. Mich faszinieren vor allem Unternehmen, die die Beziehung zwischen Kunden und Unternehmen neu definieren. Zappos mit ihrem außergewöhnlichen Kundenumgang hat gezeigt, dass Kunden dies zu schätzen wissen und sich - sofern vorhanden - bewusst für solche Anbieter entscheiden.

Das Interview haben wir im Juni 2017 geführt.

Aktualisierung: Dienstag, 8. Mai 2018 16:04 Uhr

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