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Garamantis-Gründer Oliver Elias

Garamantis entwickelt interaktive Installationen an der Schnittstelle zwischen Mensch und Technik. Dazu gehört z.B. eine interaktive Vitrine, die z. B. in Museen zum Einsatz kommt.
Oliver Elias
Oliver Elias © Garamantis

Berlin gilt auch als StartUp-Hauptstadt – Was glauben Sie, warum so viele Gründer nach Berlin kommen?

Während in anderen Städten mit viel Aufwand versucht wird, Freiräume für Kreative und junge Unternehmer zu schaffen, gibt es diese in Berlin immer noch zuhauf. Die Stadt muss nur versuchen, sie am Leben zu halten. Das schafft eine „Alles-ist-möglich“-Atmosphäre in der Stadt, die gerade in jungen und dynamischen Unternehmen viel Positives bewirken kann.

Inwieweit beeinflusst die Atmosphäre der Stadt Ihre Arbeit hier?

Da man in Berlin nicht abgeschieden agiert, sondern fast schon automatisch eingebettet ist in ein Netzwerk, beeinflusst dies die Art, wie man die eigenen Arbeiten bewertet. Die Atmosphäre von Berlin als Stadt der Gründer ist also sehr positiv.

Ihr persönlicher Lieblingshotspot in der Stadt? Wo halten Sie sich gern auf?

Ich halte mich am liebsten dort auf, wo der urbane Raum aus sich heraus gewachsen ist und weniger von außen geplant und gesteuert wird. So bevorzuge ich beispielsweise Bezirke wie Kreuzberg und Neukölln, die einem das Gefühl geben, nicht gleich alles auf den ersten Blick zu ergründen zu können. Solche Bezirke laden zum Entdecken ein.

Das Büro und der Showroom von Garamantis sind in Schöneberg an der Hauptstraße. Wollten Sie nicht näher zu anderen Gründern nach Mitte oder Kreuzberg?

Für die ersten Jahre war unser Büro in Schöneberg optimal geeignet und die Büromieten sind hier auch noch vergleichsweise günstig. Wir haben im obersten Stockwerk Tageslichtbeleuchtung und eine kleine Dachterrasse, sodass das Arbeiten hier sehr angenehm ist. Zudem arbeiten wir mit Dienstleistern aus dem Kiez zusammen wie einer Tischlerei und einem Modellbauer.

Können Sie die Idee, die hinter Garamantis steht, in drei Sätzen beschreiben?

Garamantis entwickelt interaktive Installationen an der Schnittstelle zwischen Mensch und Technik. Bei Produkten wie unserer interaktiven Vitrine und unserem interaktiven Tisch kommen Technologien wie Multitouch, Sensorik und Objekterkennung zusammen, die den Zugang zu Technik deutlich intuitiver machen können. Wir erschaffen so Produkt- und Markenwelten für Agenturen, Unternehmen und Museen auf der ganzen Welt.

Interaktive Installationen hört sich erstmal abstrakt an. Was kann man sich denn genau darunter vorstellen?

Konkret können das beispielsweise Projektionen oder Screen-Walls sein, die nicht nur passiv etwas abspielen, sondern interaktiv auf Personen in der Nähe reagieren. Beispielsweise können vorbeilaufende Besucher auf Messen erkannt werden und die Inhalte lassen sich per Gestensteuerung oder eben Multitouch-Technologie steuern. Ein solcher Anwendungsfall ist eine „Shopping-Wall“ auf einer Messe oder am Point-of-Sale, bei der sich Benutzer über Produkte informieren und diese kaufen können.

Eine andere Anwendung für Events ist unser „Twitter-Tisch“ bei dem jeder, auch wenn er selbst gar nicht bei Twitter angemeldet ist, eine analoge Postkarte gestalten kann, die in wenigen Augenblicken als digitale Twitter-Botschaft ausgesendet wird. Möglich macht das unser Multitouch-Scanner-Tisch mit seiner speziellen Multitouch-Software und einer direkten Twitter-Anbindung.

Wie groß ist Ihr Team?

Da wir Anfang 2014 bewusst ohne Investoren oder sonstige Fremdfinanzierungen gegründet haben, ist die Anzahl der festen Mitarbeiter noch überschaubar. Das Kernteam von Garamantis besteht aus vier Mitarbeitern. Durch starke Partner wie der Ars Electronica und gemeinsam mit Freelancern können wir jedoch kurzfristig auch größere interaktive Projekte umsetzen.

Wie sieht ein typischer Arbeitstag von Ihnen aus?

Da die Projekte und die damit verbundenen Anforderungen sehr unterschiedlich sind, ist es schwer einen typischen Arbeitstag herauszustellen. Es kann sein, dass ich eine Woche lang in China an einem Projekt arbeite oder aber den Schwerpunkt auf die Produkt-Weiterentwicklung oder neue Marketingmaßnahmen setze. Als kleines, dynamisches Unternehmen haben wir noch die Möglichkeit, dies sehr spontan zu bestimmen und nutzen diese Freiheit auch.
Was jedoch meistens konstant bleibt ist, dass ich versuche, morgens und abends möglichst viel Zeit mit meiner Familie und meinen Kindern zu verbringen. Dann arbeite ich lieber am späten Abend noch ein wenig, wenn die Kinder im Bett sind - Auch wenn diese mir oft einen Strich durch die Rechnung machen und vom Schlafengehen natürlich noch lange nichts wissen wollen…

Womit verdient Garamantis Geld?

Wir setzen vorrangig individuelle Projekte im Bereich interaktiver Installationen und Ausstellungen um. Durch diese Projekte finanzieren wir die Entwicklung und Weiterentwicklung unserer Produkte, deren Verkauf nun anläuft. Wir bieten einen Multitouch-Scanner-Tisch an, der Dank Personensensor und optischer Objekterkennung beispielsweise auf Messen und Events als autonome Infotheke arbeitet. Für diese Kombination aus Hardware und Software haben wir dieses Jahr den „Innovationspreis-IT“ der Mittelstandsinitiative gewonnen. Ein weiteres Produkt ist unsere interaktive Vitrine, bei der der Benutzer über das transparente Vitrinenglas mit dem Produkt in der Vitrine interagiert. Die interaktiven Eigenschaften dieser Vitrine sind weltweit einmalig.

Wie sind Sie auf die Idee zu Garamantis gekommen?

Schon seit meinem Studium der Medieninformatik an der Beuth Hochschule für Technik in Berlin beschäftige ich mich mit interaktiven Installationen und kam früh zur Ars Electronica in Österreich, wo ich mein Diplomprojekt bearbeitete. Aus der engen Zusammenarbeit heraus entstand dann die eigene Firma in Berlin, welche vorerst im reinen Projektgeschäft agierte. Aus den Erfahrungen mit den Projekten entstand der Wunsch, standardisierte Lösungen anzubieten.

Wenn Sie jungen Gründerinnen und Gründern einen Tipp geben könnten, welcher wäre das?

Entscheidend in unserem doch recht kreativen Bereich ist, dass man sich ein Stück weit seiner kindlichen Neugier hingibt. Gleichzeitig sollte man die daraus entstehenden Ergebnisse nüchtern beurteilen. Außerdem muss man immer wieder bereit sein, den nächsten Schritt zu gehen, die eigenen Produkte und Ideen am Markt weiterzuentwickeln. Kommt man zu dem Schluss, in eine Sackgasse manövriert zu sein, muss man entsprechend neue Wege einschlagen. Solange man sich weiterentwickelt, sammelt man wertvolle Erfahrungen, die maßgeblich für den Fortbestand des Unternehmens sein können.

Was ist neben Ihrer Idee das nächste große Ding

Der Bereich der Künstlichen Intelligenz, welcher momentan sehr gehyped wird, bietet noch viel Platz für Neuentwicklungen und standardisierte Lösungen. Heute dominieren noch Algorithmen, die lediglich klar umrissene Probleme auf Grundlage einfacher Logik lösen. In der Zukunft wird es jedoch ausreichen, Ziele zu definieren und große Datenmengen als Input bereitzustellen. Dieses Prinzip lässt sich letztlich auf alle Branchen anwenden und es wird sich erst noch herauskristallisieren, welche Standardlösungen sich in diesem Bereich etablieren werden. In jedem Fall wird die KI ein „großes Ding“ werden.

Aktualisierung: Dienstag, 23. Mai 2017 16:49 Uhr

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