Candis-Gründer Christian Ritosek

Candis-Gründer Christian Ritosek

Candis ist ein Technologie-Unternehmen, das Buchhaltungsprozesse durch künstliche Intelligenz automatisiert. Wir haben den Gründer getroffen.

Christian Ritosek

© candis

Candis-Gründer Christian Ritosek

Berlin gilt auch als StartUp-Hauptstadt – Was glauben Sie warum so viele Gründer nach Berlin kommen?

Aus meiner Sicht die Kombination aus geringen Lebenshaltungskosten, geringen Personalkosten und gleichzeitig internationalem Personal und guten Entwicklern. Das macht Berlin im nationalen, aber auch im internationalen Vergleich extrem attraktiv. Hier hat sich in den letzten zehn Jahren eine Startup-Szene entwickelt, die locker mit Paris, London oder Tel Aviv mithalten kann. Man muss sich immer vor Augen führen: Hier ist es um ein Drittel günstiger ein Startup zu gründen als beispielsweise in London oder Paris.

Inwieweit beeinflusst die Atmosphäre der Stadt Ihre Arbeit hier?

Berlin ist eine Metropole mit Einflüssen verschiedener Kulturen. Die meisten Startup-Unternehmer denken hier in internationalen Dimensionen und lassen sich von der Geschwindigkeit mitreißen.

Ihr persönlicher Lieblingshotspot in der Stadt? Wo halten Sie sich gern auf?

Mich trifft man häufig in Mitte rund um den Rosenthaler Platz und da ich inzwischen Familie habe am Wochenende auch oft am Kollwitzplatz.

Können Sie die Idee, die hinter Candis steht, in drei Sätzen beschreiben?

Wir sind ein Technologie-Unternehmen und automatisieren Buchhaltungsprozesse mit künstlicher Intelligenz. Unsere Software reduziert den manuellen Aufwand in der Buchhaltung von Unternehmen um mindestens 80% und lernt eigenständig, so dass in Zukunft 97% der kompletten Buchhaltung komplett automatisiert erfolgen kann. Ein riesiger Markt. Wir leben im digitalen Zeitalter und ein Großteil von Finanzprozessen geschieht noch manuell.

Wie groß ist Ihr Team?

Aktuell sind wir 20 Leute.

Wie sieht ein typischer Arbeitstag von Ihnen aus?

Morgens gibt es ein kurzes Team Meeting, bei dem das Team eingeschworen und heiß gemacht wird. Dann gibt es in den einzelnen kleinen Teams ein „Daily Standup“, bei dem kurz der Fortschritt in den verschiedenen Projekten besprochen wird. Danach geht es ins operative Geschäft. Bei uns ist alles auf Wachstum getrimmt: Dazu müssen Kooperationen geschlossen werden, Vertrieb gemacht und Marketingkampagnen durchgeführt werden. Zwischendurch die wichtigsten Emails, dann abends Zeit mit meiner Tochter und danach häufig auf Events oder nochmal vor den Rechner, um die liegengebliebenen Mails zu beantworten.

Womit verdient Candis Geld?

Wir sind ein SaaS-Modell („Software as a Service“), d. h. Benutzer bezahlen eine monatliche Gebühr für die Nutzung unserer Software.

Wie sind Sie auf die Idee zu Candis gekommen?

Aus eigener Erfahrung. Uns hat es in unseren früheren Unternehmen immer gestört, dass so viele Geschäftsbereiche digitalisiert sind, Finanzprozesse aber meist noch komplett manuell ablaufen.

Wenn Sie jungen Gründerinnen und Gründern einen Tipp geben könnten, welcher wäre das?

Man muss an seine Idee glauben, darf sich aber auch nicht zu sehr verrennen. Verrennen geht am Anfang leider viel zu leicht. Daher mein Tipp: Wenn ihr eine Idee habt, testet diese direkt am Markt. Das ist heutzutage unglaublich einfach: Landingpage aufsetzen, ein paar Anzeigen schalten und sehen, ob sich Leute für das Produkt oder die Dienstleistung interessieren. Falls dies der Fall ist, das Produkt eng am Kundenfeedback weiterentwickeln, bis man einen echten Product-Market-Fit hat, also ein Produkt, für das es wirklich einen Markt gibt. Sobald man an diesem Punkt ist, bekommt man auch von überall her Risikokapital, um zu wachsen. Ab dann geht die Reise richtig los.

Was ist neben Ihrer Idee das nächste große Dinge im Internet?

Künstliche Intelligenz und virtuelle Realitäten werden unser Leben und unsere Gesellschaft massiv verändern. Mehr, als wir uns heute überhaupt vorstellen können.

Aktualisierung: Freitag, 2. Dezember 2016 18:29 Uhr

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