Brlo-Gründerin Katharina Kurz

Brlo-Gründerin Katharina Kurz

Craft Beer ist im Begriff, den deutschen Biermarkt zu revolutionieren. Brlo will den Trend nach Berlin holen. Wir haben mit der Gründerin Katharina Kurz gesprochen.

BRLO-Gründerteam

© BRLO

Das BRLO-Gründerteam

Berlin gilt auch als StartUp-Hauptstadt – Was glauben Sie warum so viele Gründer nach Berlin kommen?

Berlin ist einfach wahnsinnig dynamisch und hat viele verschiedene Szenen, die sich gegenseitig bereichern. Dann sind natürlich die Lebenshaltungskosten im Vergleich zu anderen Start-up-Zentren noch relativ niedrig. Nicht zuletzt hat Berlin eine solch einzigartige Geschichte, die an vielen Orten spürbar und erlebbar ist. Ich glaube es ist diese Kombination aus Faktoren, die Berlin für Gründer so attraktiv macht. Anything goes, everything is possible.

Inwieweit beeinflusst die Atmosphäre der Stadt Ihre Arbeit hier?

Das schöne am Bier-Geschäft ist natürlich, dass wir viel in Berlin unterwegs sind und die unterschiedlichsten Menschen und Orte kennen lernen dürfen. Von Gastronomen über Events bis hin zu anderen Start-ups. Die Berliner Bier- und Foodszene ist voll von passionierten Menschen, die lieben, was sie tun. Das ist natürlich ein wahnsinnig spannendes Umfeld und jeder Tag birgt neue Überraschungen.

Ihr persönlicher Lieblingshotspot in der Stadt? Wo halten Sie sich gern auf?

Ich selbst wohne an der Grenze zwischen Mitte und Prenzlauer Berg und liebe diese Gegend, besonders rund um die Torstraße. Aber jeder Stadtteil hat viel zu bieten: Das Tempelhofer Feld ist wirklich einzigartig, im Sommer bin ich auch gerne im Tiergarten. Und dann gibt es natürlich viele tolle Restaurants und Bars, in denen ich gerne Zeit verbringe. Am Schönsten finde ich eigentlich, dass es den Berliner grundsätzlich beim ersten Sonnenstrahl nach draußen zieht.

Können Sie die Idee, die hinter BRLO steht, in drei Sätzen beschreiben?

Brlo (das ist übrigens der alt-slawische Ursprung des Namens Berlin) ist unsere Interpretation von handwerklichen, kreativen und leidenschaftlichen Bieren. Craft Beer ist im Begriff, den deutschen Biermarkt zu revolutionieren, denn endlich gibt es eine Bewegung gegen den Preiskampf und die Uniformität der deutschen Großbrauereien. Wir wollen mit Brlo unseren Teil zu dieser Entwicklung beitragen und auch neue Menschen an das Thema Craft Beer heranführen.

Wie groß ist Ihr Team?

Das Kernteam sind nach wie vor wir 3 Gründer – jetzt fangen wir aber langsam an, uns auch punktuell Verstärkung zu holen, vor allem im Vertrieb. Momentan haben wir noch keine eigene Brauerei, sondern mieten uns bei zwei kleinen mittelständischen Brauereien im Umland ein, die freie Kapazitäten haben, und brauen dort nach eigenen Rezepten. Das ist eine Win-Win-Situation: Wir können ohne großen Kapital- und Personaleinsatz erstmal starten und die Brauereien können ihre Auslastung verbessern. Sozusagen die Sharing Economy des Bierbrauens.

Wie sieht ein typischer Arbeitstag von Ihnen aus?

Unsere Tage sind glücklicherweise relativ
abwechslungsreich. Wir verbringen relativ viel Zeit damit, unser Bier bei potenziellen neuen Kunden vorzustellen, aber auch bestehende Kunden zu besuchen und Feedback einzuholen. Momentan machen wir 90% noch im Direktvertrieb, das heißt ein typischer Arbeitstag bedeutet auch Bestellungen und Logistik managen. Michael, unser Braumeister, verbringt dann natürlich viel Zeit mit dem Brauprozess: neue Rezepturen entwickeln, mit unseren Partnerbrauereien kommunizieren oder unsere Rohstoffe bestellen.

Womit verdient Brlo Geld?

Wir brauen und verkaufen Bier. Momentan konzentrieren wir uns noch vor allem auf den Berliner Markt und sind dort im ausgesuchten Einzelhandel, in Bars und in der Gastronomie vertreten. Aber über unseren Online-Shop versenden wir unser Bier auch deutschlandweit.

Wie sind Sie auf die Idee zu Brlo gekommen?

Wir drei Gründer sind auf unterschiedlichen Wegen auf das Thema Bier gekommen. Am Längsten ist natürlich unser Braumeister Michael dabei. Er hat bereits mit 16 seine Ausbildung zum Brauer und Mälzer gemacht, dann in unterschiedlichen Brauereien gearbeitet und schließlich noch hier in Berlin an der VLB/TU-Berlin für den Dipl. Braumeister studiert. Ich selbst habe Craft Beer während meiner Zeit in den USA kennen und lieben gelernt. Mein Mitgründer Christian, den ich noch aus Studienzeiten kenne, hatte Bier als Hobbythema mit seinem Vater. Uns alle hat verbunden, dass wir Lust hatten, „irgendwann mal was mit Bier zu machen“. Brlo hat sich also aus einer verrückten Idee und einem Nebenprojekt entwickelt. Christian und ich haben vorher vor allem auch im digitalen Geschäft gearbeitet, da ist so ein handwerkliches Produkt wirklich eine wahnsinnig schöne Abwechslung. In Deutschland steckt die Craft-Beer-Bewegung noch in den Kinderschuhen, die nächsten Jahre werden also wahnsinnig spannend.

Wenn Sie jungen Gründerinnen und Gründern einen Tipp geben könnten, welcher wäre das?

Einfach loslegen und mit vielen Leuten sprechen! Das Geschäftsmodell und die grundsätzliche Herangehensweise müssen stimmen, aber man sollte sich am Anfang auch nicht in kleinen Details verlieren und alles totrechnen. Gerade bei einem produzierenden Thema wie Bier wird es erst ab einem gewissen Wachstum interessant, da gibt es dann noch genügend Optimierungspotenzial.

Was ist neben Ihrer Idee das nächste große Ding im Internet?

Ich würde Bier jetzt nicht als nächstes großes Ding im Internet bezeichnen. Wir sind ja per se eher ein „Offline-Start-up“ (wobei auch für uns natürlich e-commerce und Social Media eine riesige Rolle spielen).

Aktualisierung: Freitag, 7. Dezember 2018 08:54 Uhr

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