Store-Anything-Gründer Jörg Schwarzrock und Anton Marintsev

Store-Anything-Gründer Jörg Schwarzrock und Anton Marintsev

Die beiden gebürtigen Berliner haben eine physische Dropbox erfunden. Wir haben die beiden Gründer zu ihrer Idee befragt.

Das Store-Anything-Team

© Store-Anything

Das Store-Anything-Team

Berlin gilt auch als StartUp-Hauptstadt – Was glauben Sie warum so viele Gründer nach Berlin kommen?

Berlin ist voller verrückter, kreativer und inspirierender Köpfe, sowie einem kulturellen Angebot, das seinesgleichen sucht. Und trotzdem kann man hier vergleichsweise preiswert wohnen und leben. Das zieht Gründer natürlich an. Noch ist London uns ein wenig voraus, wir sind uns aber sicher, dass Berlin bald auch europaweit zur Gründerstadt Nr. 1 avancieren wird.

Inwieweit beeinflusst die Atmosphäre der Stadt Ihre Arbeit hier?

In einem jungen Unternehmen muss man jeden Tag aufs Neue hart und lange arbeiten – da ist es wichtig, in der Freizeit einen guten Ausgleich zu finden. Nirgendwo geht das besser als in Berlin, Berlin schläft nie.

Ihr persönlicher Lieblingshotspot in der Stadt? Wo halten Sie sich gern auf?

Wir haben zwar einige Jahre außerhalb Berlins studiert und gearbeitet, als gebürtige Berliner schlägt unser Herz allerdings immer noch für einige besondere Plätze aus unserer Kindheit. Jörg trainiert gerade für den Berlin-Marathon und joggt seit jeher am liebsten um den Schlachtensee. Anton saß als Kind an sonnigen Tagen am liebsten auf der Ziege mitten im Neptunbrunnen. Heute würde man ihn wohl etwas komisch anschauen, trotzdem schlendert er immer noch gerne daran vorbei und genießt die Atmosphäre am Alex.

Können Sie die Idee, die hinter Store-Anything steht, in drei Sätzen beschreiben?

In einem Satz ist Store-Anything eine physische Dropbox. Besonders an uns ist, dass wir auf die Stunde genau zum Kunden kommen, genau dann, wann er/sie uns sagt, dass wir dort sein sollen, auch vor oder nach der Arbeit. Wir bringen Kisten mit, in die der Kunde alles packt, was er gerade nicht braucht (Winterkleidung im Sommer oder Akten fürs Finanzamt), wir holen diese Kisten und auch größere Sachen (Fahrräder im Winter, Skier im Sommer) dann ab und lagern sie sicher in unserem Lager, bis der Kunde sie wieder braucht.

Wie groß ist Ihr Team?

Momentan sind wir 3 Mitarbeiter in Vollzeit. Zusätzlich forschen wir mit der FU an Routenführungsmodellen und schreiben dafür zwei Masterarbeiten aus. Im Bereich Design, IT, etc. erhalten wir außerdem Unterstützung von Unternehmen aus der Region.

Wie sieht ein typischer Arbeitstag von Ihnen aus?

Morgens stehen wir auf und abends fallen wir ins Bett. Dazwischen passieren jeden Tag verschiedene Dinge. Die Highlights sind allerdings, wenn wir mit zufriedenen Kunden sprechen oder wenn wir gerade ein Problem gelöst haben, das uns seit Tagen beschäftigt hat. Dafür freut man sich auch am nächsten Tag dann wieder auf die Arbeit.

Womit verdient Store-Anything Geld?

Wir liefern unsere Kisten kostenlos und lagern die Schätze vom Kunden kostenlos ein. Von diesem Moment an zahlt der Kunde für die Lagerung in unserem versicherten und rund um die Uhr überwachten Lager eine monatliche Gebühr.

Wie sind Sie auf die Idee zu Store-Anything gekommen?

Wir Gründer haben in fünf verschiedenen Städten und Ländern, u.a. in den USA und England studiert und gearbeitet. Als gebürtige Berliner war Berlin allerdings immer der Dreh- und Angelpunkt. Da stellt sich automatisch die Frage, wo man die Sachen, die man gerade nicht braucht, günstig unterbringt – vor allem wenn man kein Auto und wenig Zeit zur Verfügung hat. Wir bringen und holen die Sachen stundengenau bis zu Wohnungstür. Durch die Kisten zahlt man dann auch nur für den Platz, der tatsächlich benötigt wird. Also die perfekte Lösung für jeden, der nicht selbst schleppen und dann auch noch zu viel zahlen möchte.

Wenn Sie jungen Gründerinnen und Gründern einen Tipp geben könnten, welcher wäre das?

Legt los und springt ins kalte Wasser. Lasst euch auf eurem Weg nicht beirren und hört (nur) auf die Resonanz von Kunden und Menschen, die den Weg schon gegangen sind, den ihr gehen wollt. Habt Mut!

Was ist neben Ihrer Idee das nächste große Ding im Internet?

Das Internet hilft zunehmend, Probleme aus dem „echten“ Leben zu lösen, so neben Store-Anything auch Amazon oder Zalando. Kritikpunkt ist dabei häufig, dass Menschen durch Anonymisierung vereinsamen. Der nächste große Schritt wird also sein, Menschen auch im echten Leben wieder mit anderen zusammenzuführen, quasi die endgültige Synthese aus digitalem und echtem Leben.

Aktualisierung: Donnerstag, 18. Februar 2016 17:15 Uhr

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