Drivy-Managing-Director Gero Graf

Drivy-Managing-Director Gero Graf

Drivy will die "Autovermietungen zwischen dir und mir" sein - Wir haben mit dem Managing Director Gero graf gesprochen.

Gero Graf

© Drivy

Gero Graf

Berlin gilt auch als StartUp-Hauptstadt – Was glauben Sie, warum so viele Gründer nach Berlin kommen?

Berlin hat sich in den letzten Jahren enorm entwickelt. Die Stadt schafft es mittlerweile nicht nur die Kunst- und Politszene anzusprechen, sondern auch die Techbranche. Dabei kommen schon länger junge, motivierte Leute aus ganz Deutschland nach Berlin, um hier unter günstigen Bedingungen etwas zu starten. Die internationalen Markterfolge von Helpling, GoEuro und Lieferheld, aber auch die Ansiedlung nationaler Büros von Airbnb oder Adyen zieht internationales Talent an. In Kombination mit großartigen Lebensstandards hat Berlin im Vergleich zu Metropolen wie London einen deutlichen Vorteil. Nur um Missverständnisse auszuräumen: Es bedarf weit mehr als günstigen Rahmenbedingungen, um ein erfolgreiches Unternehmen zu etablieren. Aber die Grundvoraussetzungen sehe ich in Berlin gegeben.

Inwieweit beeinflusst die Atmosphäre der Stadt Ihre Arbeit hier?

Ich war zuvor sechs Jahre in London ansässig, an sich eine tolle Stadt mit vielen dynamischen Leuten. Was ich aber an Berlin schätze, ist das unschlagbare Kreativpotenzial und die sehr offene Einstellung der hier ansässigen Unternehmen, etwas gemeinsam zu machen.

Ihr persönlicher Lieblingshotspot in der Stadt? Wo halten Sie sich gern auf?

Ich kenne die Stadt noch nicht so gut, aber ich war sehr angetan vom Bergmann Kiez in Neukölln sowie allem rund um den Grunewald. Wir haben uns ein Drivy Auto gemietet und sind für zwei Tage dort durch die Gegend gefahren. Sehr schöne Gegenden mit einer gewissen Entspanntheit der Bewohner. Und unglaublich vielen individuellen und liebevoll gestalteten Restaurants und Bars.

Können Sie die Idee, die hinter Drivy steht, in drei Sätzen beschreiben?

Autovermietungen zwischen dir und mir – das ist das Konzept hinter Drivy. Von und für Nachbarn, Freundesfreunde und alle, die ihr Auto viel zu selten nutzen oder aber keines besitzen und dennoch für bestimmte Gelegenheiten mobil flexibel sein möchten. Dabei sind Mieter und Vermieter immer 100 Prozent durch die Allianz geschützt – mit unserer eigens entwickelten Rundum-Versicherung inklusive 24h-Pannendienst.

Wie groß ist Ihr Team?

Wir arbeiten sehr eng mit unserem dreißig-köpfigen Drivy-Team rund um Gründer Paulin Dementhon in Frankreich zusammen. Hier in Deutschland arbeiten wir momentan zu zweit an dem aktiven Launch unserer Public Beta und dem Aufbau unserer Berliner Community.

Wie sieht ein typischer Arbeitstag von Ihnen aus?

Richtig typische Tage gibt es nicht. Das ist auch das Spannende an der gegenwärtigen Phase. Wir treffen uns um 9 Uhr im Büro und dann geht es los mit Kundenmanagement, Anfragen der Presse und mindestens zwei Mal die Woche gibt es eine Skype Session mit unserem Team in Frankreich. Der große Erfahrungsschatz unserer Kollegen aus Frankreich hilft uns sehr. Sie haben das ja alles bereits 4 Jahre lang gemacht und können uns bei der Einführung neuer Nutzer, sowie dem reibungslosen Ablauf der Anmietungen unglaublich unterstützen. Zum Mittag hin treffe ich meist Geschäftspartner und Leute anderer Startups. Nachmittags geht es weiter mit Themen von Marketing bis Kommunikation bis Design. Es wechselt ständig, aber wir folgen klaren Plänen, die wir uns für die nächsten Monate vorgenommen haben. Es ist mir wichtig, dass wir im Team immer Zeitblöcke freihalten, an denen wir konzentriert an einer Sache arbeiten, ohne dabei von E-Mails oder derlei Kommunikationsmitteln abgelenkt zu werden. Das klappt meist sehr gut.

Womit verdient Drivy Geld?

Für die jetzt anstehende Internationalisierung haben wir erst im Mai Kapital in Höhe von rund sechs Mio. Euro unter anderem von unseren Hauptinvestoren Index Ventures und Alven Capital eingesammelt. Für unsere Community ist die Registrierung bei Drivy kostenlos. Der Mieter zahlt bei erfolgreicher Anmietung einen vom Vermieter festgelegten Preis, der sämtliche Kosten enthält – hier geben wir Richtwerte je nach Fahrzeugtyp, Baujahr, Verbrauch usw. als Entscheidungshilfe für den Vermieter vor. Von diesem Preis gehen 30% ab, von denen der Großteil an unsere Partnerversicherung geht und der Rest für das Betreiben der Plattform aufkommt.

Wie sind Sie auf die Idee zu Drivy gekommen?

Paulins Ziel ist es, mit Drivy ungenutzte Fahrzeuge wieder „auf die Straße“ zu bringen, um die enorme Verschwendung von Ressourcen zu minimieren. Ihm war klar, dass eine solche Plattform einen unheimlichen ökonomischen und ökologischen Wert haben würde.

Wenn Sie jungen Gründerinnen und Gründern einen Tipp geben könnten, welcher wäre das?

Viele Jungunternehmer, die bereits eine interessante Idee haben und diese gegenwärtig am Markt testen, werden oftmals durch Dinge aufgehalten, die am Anfang nicht entscheidend sind. Anstatt sich mit Partnerschaften oder Features zum Produkt aufzuhalten, ist mein Tipp, das Kernprodukt so wie es ist, an den Markt zu bringen und ihre Kundschaft niemals im Stich zu lassen. Fokussierung auf das Kernprodukt und die Nutzer sind die Erfolgsfaktoren. Alles andere kann folgen, wenn man die Basis geschaffen hat.

Was ist neben Ihrer Idee das nächste große Ding im Internet?

Ich finde den kollaborativen Konsum schon am spannendsten. Den Nutzen bereits existierender Produkte auf eine Art und Weise zu optimieren, dass jeder Zugang hat. Unternehmen wie The Food Assembly, wo man einfach und qualitativ hochwertig frische Lebensmittel direkt aus der Region erhält, ist hierbei ein Beispiel mit viel Potenzial. Daneben beschäftigen mich vor allem die neuen Arten des Multimedia-Konsums. On-Demand Video Services wie YouTube, Dailymotion oder Vimeo produzieren Inhalte oder bieten die Plattform für gut gemachte Inhalte, die zuvor nur durch eher restriktive Distributionskanäle zu erhalten waren. Hier werden wir in den nächsten zwei bis drei Jahren spannende Umwälzungen erleben.

Aktualisierung: Donnerstag, 18. Februar 2016 17:13 Uhr

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