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OFFTIME-Mitgründer Michael Dettbarn

( OFFTIME ) gibt Raum zum Atmen in einer ständig vernetzten Welt. Michael Dettbarn will Menschen helfen, sich besser zu konzentrieren und abzuschalten – dank App-Blocking, Kommunikationsfilter und Einblicken in die eigene Smartphone-Nutzung.
Michael Dettbarn
Michael Dettbarn, Co-Founder von ( OFFTIME ) © OFFTIME

Berlin gilt auch als StartUp-Hauptstadt – Was glauben Sie, warum so viele Gründer nach Berlin kommen?

In Berlin atmet man den Duft von Freiheit – ich denke, das spüren alle die hierherkommen. Die Stadt bietet immer noch viele Frei- und Zwischenräume, die Möglichkeiten eröffnen aber auch Gedanken entstehen lassen, die kreativ und neu sind und sich nicht im ersten Schritt einem Verwertungsgedanken unterordnen. Die Potenziale, die in so einer gelebten Offenheit für Alternativen und Neues liegen, sind gewaltig und lassen sich eben auch direkt in der Stadt in Geschäftsideen umsetzen. In Berlin kannst du an der Zukunft basteln und persönlich so frei leben wie vielleicht in keiner anderen Metropole der Welt. Welcher Gründer würde da nicht gerne nach Berlin kommen?

Inwieweit beeinflusst die Atmosphäre der Stadt Ihre Arbeit hier?

Die Atmosphäre ist bestimmt einer der Hauptgründe dafür, dass ( OFFTIME ) entstanden ist. Uns geht es genau um das Lebensgefühl, das Berlin verkörpert: An erster Stelle steht die persönliche Freiheit, die sich einem Leistungsgedanken nicht uneingeschränkt unterordnen will. Vielmehr wollen wir die wichtigsten Momente in unserer Freizeit intensiv erleben, aber auch Fokus und Erfüllung bei der Arbeit oder unseren Projekten finden – ohne uns ablenken zu lassen oder ständig für jeden erreichbar sein zu müssen. Diese Berliner Freiheit wollen wir letztlich mit ( OFFTIME ) jedem in dieser übervernetzen Welt ermöglichen.

Ihr persönlicher Lieblingshotspot in der Stadt? Wo halten Sie sich gern auf?

Entlang der Panke, oben im Karlstadt-Café am Alex mit Blick über das Treiben unter einem und in Cafés in Mitte, zwischen Touristenströmen und Alteingesessenen. Auch der Klunkerkranich in Neukölln ist einfach wunderbar, wenn die Sonne über den Wipfeln der Dächer gerade untergeht. Einfach dasitzen und durchatmen. Das ist Berlin.

Können Sie die Idee, die hinter ( OFFTIME ) steht, in drei Sätzen beschreiben?

( OFFTIME ) gibt Raum zum Atmen in einer ständig vernetzten Welt. Mit unserer App helfen wir Menschen, sich besser zu konzentrieren und abzuschalten – dank App-Blocking, Kommunikationsfilter und Einblicken in die eigene Smartphone-Nutzung. Wir helfen dabei, selbst zu bestimmen, wie man wann verbunden bist und sich auf das zu besinnen, was jetzt gerade wichtig ist; ohne dabei Angst haben zu müssen, etwas zu verpassen.

Wie groß ist Ihr Team?

Im Moment sind wir ein Team von fünf Personen, das in Vollzeit an ( OFFTIME ) arbeitet.

Wie sieht ein typischer Arbeitstag von Ihnen aus?

Ehrlich gesagt ist für uns jeder Tag anders und kommt mit neuen Herausforderungen. Wir arbeiten gemeinsam in offener Büroatmosphäre im Betahaus Berlin, sind aber oft auch einfach remote miteinander verbunden und arbeiten von zu Hause oder anderen Orten miteinander. Jetzt nach dem Launch sind wir natürlich sehr beschäftigt mit Öffentlichkeitsarbeit – aber auch das Umsetzen von Feedback, das uns jetzt verstärkt erreicht, steht ganz oben auf der Agenda.

Womit verdient ( OFFTIME ) Geld?

( OFFTIME ) finanziert sich derzeit über den Verkauf von In-App-Premium-Features und Einnahmen aus Lizenz-Partnerschaften. Gleichzeitig setzen wir auf die Weiterentwicklung unserer Software zu vollwertigen Unternehmenslösungen. Sie helfen dabei, Mitarbeiter produktiver und entspannter zu machen und das Risiko für Stress und Burnout-Fälle zu verringern.

Wie sind Sie auf die Idee zu ( OFFTIME ) gekommen?

Was uns im Team bei ( OFFTIME ) eint, ist der immer wiederkehrende Wunsch, aus unserer dauernden Vernetzung auszubrechen. Wir alle sind extrem technikaffin und freuen uns über neue Entwicklungen. Aber wir fragen uns eben auch, wann und wie Technik (Smartphones, Internet, Soziale Netzwerke usw.) zu viel sein können. Wie kann ich on & offline miteinander verbinden? Wie kann ich im Alltag effektiv ‘Auszeiten’ vom Digitalen nehmen oder meine Smartphonenutzung reduzieren, ohne mich selbst weiter abzulenken oder ohne andere vor den Kopf zu stoßen? Als Antwort darauf entstand ( OFFTIME ).

Wenn Sie jungen Gründerinnen und Gründern einen Tipp geben könnten, welcher wäre das?

Fangt einfach an, eure eigenen Ideen und Vorstellungen umzusetzen. Setzt Ziele, lasst euch nicht beirren, holt euch soviel Feedback wie möglich außerhalb von Freundschaften und Familie und seid bereit, im richtigen Moment auch wieder loszulassen. Probiert euch aus, aber versucht nicht eisern alles selbst zu machen: Nehmt auch (euer eigenes) Geld in die Hand, um komplexe Dinge schneller umzusetzen – gerade, wenn es andere besser können. Und macht euch bewusst, dass immer alles länger dauert, als ihr denkt. Schließlich: Denkt daran, auch an euch selbst zu denken, nehmt euch – trotz Gründungsstress und hektischer Startup-Welt – immer wieder Zeit für die Menschen und Dinge, die euch wichtig sind.

Was ist neben Ihrer Idee das nächste große Ding im Internet?

Wer weiß das schon. Wir sind gespannt auf all die neuen Dinge, die demnächst aus dem Internet ‘herausbrechen’ – dank 3D-Printing und co. – oder die daran mitwirken, das Netz ganz oder teilweise 'verschwinden' zu lassen, weil es einfach mit unserer Umwelt verwoben ist. Interessant wird sein, wie sich Gegenbewegungen zum ‘Always On’ vermehren werden. Schon jetzt fangen mehr und mehr Leute an, ihr Leben radikal zu simplifizieren und auch teilweise der Technik den Rücken zu kehren. Bei ( OFFTIME ) werden wir daran arbeiten, dass auch in einem ‘Internet of Things’ noch ‘Auszeiten’ von der dauernden Vernetzung möglich sind.

Aktualisierung: Donnerstag, 18. Februar 2016 17:12 Uhr

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