DaWanda-Gründerin Claudia Helming

DaWanda-Gründerin Claudia Helming

DaWanda ist der Online-Marktplatz für Selbstgemachtes und Unikate. Wir haben mit der Gründerin Claudia Helming gesprochen.

Claudia Helming

© J. Olczyk

Claudia Helming

Berlin gilt auch als StartUp-Hauptstadt – Was glauben Sie warum so viele Gründer nach Berlin kommen?

Die Lebenshaltungskosten sind in Berlin noch vergleichsweise überschaubar, das kulturelle und wirtschaftliche Angebot dagegen ist enorm. So zieht die Stadt Kreative aus ganz Europa an: innovative Gründer und qualifizierte Mitarbeiter, Meinungsmacher und Multiplikatoren. Täglich entstehen hier neue Trends, werden Arbeitsplätze geschaffen, wachsen Unternehmen heran.

Alle 20 Stunden wird in der Hauptstadt ein neues Internetunternehmen gegründet, als Standort für digitale Wirtschaft blüht Berlin regelrecht auf und prägt die Online-Welt tiefgreifend. Die Stadt kann ohne weiteres mit den faszinierendsten internationalen Metropolen mithalten und wird ihrem Spitznamen „Silicon Allee“ durchaus gerecht.

Ihr persönlicher Lieblingshotspot in der Stadt? Wo halten Sie sich gern auf?

Neben all dem Trouble ist Berlin eine wunderbar grüne Stadt, mit schönen Parks und Gärten. Kulinarisch und kulturell macht die Stadt einiges her. Meine Lieblingsorte sind der Tiergarten, das Tempelhofer Feld, der Martin-Gropius-Bau, die Waldbühne und das 25hours Hotel, die Charlottenburger Bars Rumtrader, Zwiebelfisch und Paris Bar – und nicht zu vergessen der Wochenmarkt am Karl-August-Platz.

Können Sie die Idee, die hinter DaWanda. steht, in drei Sätzen beschreiben?

DaWanda ist der Online-Marktplatz für Selbstgemachtes und Unikate. Kreative und Designer verkaufen unter www.dawanda.com Unikate und Produkte in limitierter Auflage. Im Gegensatz zur industriellen Massenware ist DaWanda die Anlaufstelle für Menschen, die Wert auf Individualität, Trends und verantwortungsbewussten Konsum legen.

Wie groß ist Ihr Team?

DaWanda ist in sieben Sprachen verfügbar, auf Deutsch, Englisch, Italienisch, Spanisch, Französisch, Polnisch und Niederländisch. Das Unternehmen beschäftigt derzeit 160 Mitarbeiter aus 16 Nationen.

Wie sind Sie auf die Idee zu DaWanda gekommen?

Die Idee für den Online-Marktplatz DaWanda entstand im 1.800 km entfernten Moskau, wo Michael Pütz und ich gemeinsam lebten und arbeiteten. Als besonderes Weihnachtsgeschenk für Freunde und Familie bemalten wir landestypische Matroschka-Puppen – das Ergebnis ließ jedoch zu wünschen übrig. Da kamen wir auf die Idee einen Marktplatz für Menschen zu schaffen, die etwas Individuelles verschenken möchten, ohne selbst besondere, kreative Fähigkeiten zu besitzen.

Womit verdient DaWanda Geld?

Liebhaber des Besonderen finden auf DaWanda über 4,4 Millionen Produkte in individuellem Design, die sie mit persönlichem Kontakt zum Hersteller erwerben können. Das Angebot beinhaltet Mode, Schmuck, Accessoires, Artikel für Kinder, Kunst und Produkte aus dem Bereich Wohnen. DaWanda erhebt pro Produkt Einstellgebühren und für jeden abgeschlossenen Verkauf erhält DaWanda eine geringe Verkaufsprovision. Darüber hinaus gibt es für Verkäufer die Möglichkeit, prominente Platzierungen zu buchen, etwa auf der DaWanda-Startseite.

Wenn Sie jungen Gründerinnen und Gründern einen Tipp geben könnten, welcher wäre das?

Einfach machen! Woher soll ich wissen, wie erfolgreich eine Idee sein kann, wenn ich es nie versucht habe?

Hat der Name Ihres Unternehmens eine Bedeutung?

DaWanda ist ein afrikanischer Frauenname und bedeutet übersetzt „die Einzigartige“.

Welches Buch sollten Unternehmer unbedingt lesen?

Florian Langenscheidt: „Vom Glück des Gründens“, und: Alexander von Schönburg: „Die Kunst des stilvollen Verarmens“.

Die Startup-Welt ist nach wie vor eher Männerdominiert – woran liegt das?

Frauen gründen generell weniger Unternehmen als Männer, unabhängig von der Branche.
Vielleicht liegt das auch an einer verzerrten Vorstellung von Gründertum? Frauen stellen sich die Startup-Branche zum Beispiel manchmal sehr techniklastig vor und gehen davon aus, sie müssten die gesamten technischen Prozesse kennen, um erfolgreich zu gründen. Doch das stimmt so nicht. Es geht vor allem darum, mit den richtigen Leuten zusammenzuarbeiten. Ich muss kein Programmierer sein, um ein Internetunternehmen zu gründen.

Auch der Faktor Sicherheit spielt oft eine große Rolle, schließlich kann ich im Anfangsstadium eines Startups nicht voraussagen, ob das Unternehmen einmal eine vergleichbare Sicherheit bietet wie ein Angestelltenverhältnis. Und natürlich muss ich überlegen, wie viel Zeit ich bereit bin in mein Unternehmen zu investieren, wo die eigenen Grenzen liegen und wo ich zum Beispiel Zeit mit Freunden und der Familie schaffen kann.

Aktualisierung: Donnerstag, 18. Februar 2016 17:08 Uhr

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