Wimdu – Gründer Arne Bleckwenn & Hinrich Dreiling

Wimdu – Gründer Arne Bleckwenn & Hinrich Dreiling

Wimdu möchte, dass Menschen, wenn sie mit Wimdu reisen, überall auf der Welt ein Zuhause finden. Wir haben mit den Gründern gesprochen.

Arne Bleckwenn & Hinrich Dreiling

© WIMDU

Arne Bleckwenn & Hinrich Dreiling

1. Berlin gilt auch als StartUp-Hauptstadt – Was glauben Sie warum so viele Gründer nach Berlin kommen?

Berlin bietet eine einzigartige Atmosphäre aus Tatendrang und Unternehmergeist, die Stadt ist weltoffen und immer auf der Suche nach neuen Trends und Ideen. Berlin gibt einem das Gefühl, als Unternehmen möglichst frei zu agieren. Nur so können neue Möglichkeiten geschaffen werden. Der Preisspiegel ist dabei natürlich auch nicht ganz unwichtig, in einer Stadt wo Geld nicht immer das Wichtigste ist, kann die Kreativität freien Lauf nehmen.

2. Inwieweit beeinflusst die Atmosphäre der Stadt Ihre Arbeit hier?

Wer hier arbeitet, spürt die Atmosphäre der Stadt jeden Tag. Das einzigartige Flair und die vielen unterschiedlichen Menschen inspirieren uns immer wieder aufs Neue. In Berlin passiert einfach vieles, was spannend, anders und ein bisschen verrückt ist und das gibt viel Kraft.

3. Ihr persönlicher Lieblingshotspot in der Stadt? Wo halten Sie sich gern auf?

Das Schöne an Berlin ist, dass es eigentlich viele Städte in einer ist. Die verschiedenen Stadtteile haben alle was Spezielles an sich und man kann die Bahn nehmen, woanders hin fahren und sich fühlen wie im Urlaub. Wenn man in der Stadt umherschlendert gibt es immer wieder einen neuen Lieblingshotspot zu entdecken.

4. Können Sie die Idee, die hinter Wimdu steht, in drei Sätzen beschreiben?

Wir wollten die Idee des Reisens an sich verändern. Wir möchten, dass Menschen, wenn Sie mit Wimdu reisen, überall auf der Welt ein Zuhause finden. Jeder der mit Wimdu reist, kann für sich lebenslange Erinnerungen schaffen und davon noch seinen Enkeln erzählen.

5. Wie groß ist Ihr Team?

Im Moment haben wir etwa 230 Mitarbeiter. Es kommen aber so gut wie jeden Tag neue motivierte Menschen dazu und das Team verändert sich und wird größer.Das Tolle an unserem Team ist das Multikulturelle: bei uns treffen viele verschiedene Nationen aufeinander und jeder bringt seine eigene persönliche Komponente in die Arbeit bei Wimdu ein.

6. Wie sieht ein typischer Arbeitstag von Ihnen aus?

In einem Start-Up in der Wachstumsphase gibt es keine typischen Arbeitstage. Jeden Tag arbeiten wir mit verschiedenen Menschen zusammen, hören ihre Ideen und entwickeln das Unternehmen. Was man aber sagen kann ist, dass ein typischer Arbeitstag lang und sehr, sehr spannend ist.

7. Womit verdient Wimdu Geld?

Das Konzept ist im Grunde genommen ganz einfach. Wir nehmen für jede Buchung auf der Seite eine Gebühr, was unser Einkommen ausmacht. Das Geld wird aber wieder ins Unternehmen investiert, damit wir uns weiter entwickeln können.

8. Wie sind Sie auf die Idee zu Wimdu gekommen?

Reisen ist für uns beide immer eine große Passion gewesen. Während einer unserer Reisen haben wir uns entschieden, in privaten Unterkünften zu wohnen und haben so Kontakte aufgebaut. Das hat natürlich einen ganz eigenen Reiz ausgemacht. Wir wollten beide nicht mehr in anonymen Hotelzimmern übernachten, in denen man nur ein Gast ist,der auf den Nächsten folgt. Wir wollten, dass alles ein bisschen persönlicher abgeht, dass man sich auch in weiter Ferne wie zu Hause oder zumindest fast wie zu Hause fühlt. Und irgendwann kam uns die Idee, das vielleicht auch andere Menschen genau das gleiche Erlebnis wie wir haben möchten: und schon war Wimdu geboren.

9. Wenn Sie jungen Gründerinnen und Gründern einen Tipp geben könnten, welcher wäre das?

Das wichtigste ist Mut zu haben, an die eigene Idee zu glauben, sonst geht nichts. Aller Anfang ist wie bekannt schwer, und um die Phase durchzustehen braucht man Vertrauen. Gute Leute zu haben ist auch unbezahlbar. Nimm die Menschen mit ins Boot an die du glaubst und die wiederum an dich glauben, nur so kannst du lernen und wachsen. Letztendlich muss man auch risikofreudig sein, da man mit sicheren Entscheidungen selten weiter kommt.

10. Was ist neben Ihrer Idee das nächste große Ding im Internet?

Sharing is caring. Das schöne am Internet ist, dass es uns alle ein großes Stück näher gebracht hat. Das macht es möglich, dass Menschen mit den gleichen Interessen und Bedürfnissen sich zusammentun können. So kommen innovative Ideen wie carsharing zustande, wo Menschen Dinge mitteinander teilen können. Man lernt durch das Teilen nicht nur Menschen kennen, mit denen man zuvor noch nie etwas zu tun hatte, sondern teilt auch Ressourcen - die eigenen und die des Planeten. Und das ist mit Blick in die Zukunft durchaus clever.

Was das nächste große Ding ist, kann man nicht vorhersagen, genau das macht die Demokratie und die Schnelligkeit des Internets aus. Gerade jetzt hat jemand da draußen vielleicht eine Idee, die unser Leben verändern wird. Wir sollten uns einfach überraschen lassen.

Das Interview haben wir im März 2014 geführt.

Aktualisierung: Dienstag, 8. Mai 2018 16:11 Uhr

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