noknok-Mitgründer Carsten Wagner

noknok-Mitgründer Carsten Wagner

noknok will den Auswahl- und Bewerbungsprozess bei der WG-Suche vereinfachen. Wir haben den Mitgründer Carsten Wagner getroffen.

Carsten Wagner

© Presse

Carsten Wagner

1. Berlin gilt als StartUp-Hochburg – Wie erklären Sie sich diesen Trend?

Ich habe noch vor einem Jahr in Hamburg gelebt und schon damals hieß es immer, wer was mit Startups macht, muss unbedingt nach Berlin ziehen. Heute weiß ich warum: Berlin bietet einfach die viel reizvollere Atmosphäre. Das kommt einerseits durch den großen Anteil internationaler Gäste und andererseits ist fast immer was los. Es gibt fast täglich Veranstaltungen zum Thema Gründen, Startups und Co. Das ist so wichtig, weil es oft auf das Netzwerk ankommt, man Tipps und Feedback braucht um sich weiterzuentwickeln und es ist einfach super spannend ist, neue Leute zu treffen und interessante Kontakte zu knüpfen. Nicht selten entstehen so neue Ideen und Projekte.

2. Inwieweit beeinflusst die Atmosphäre der Stadt Ihre Arbeit hier?

Die Atmosphäre in Berlin ist einzigartig und gerade die Startup Szene trägt viel dazu bei. Klar, der Winter ist jetzt etwas kühl und nass, aber das hatten wir ja auch in Hamburg. Gefühlt nimmt sich Berlin einfach nicht ganz so ernst wie es andere Städte tun und das macht die Stadt sehr sympathisch. Wie bei Menschen auch, sind es die Ecken und Kanten, die es erst interessant machen und davon hat Berlin jede Menge. Diese positive Stimmung beeinflusst und beflügelt dann auch unsere Arbeit.

3. Ihr persönlicher Lieblingshotspot in der Stadt? Wo halten Sie sich gern auf?

Grundsätzlich da, wo ich die meiste Zeit des Tages verbringe, bei unserem Inkubator YOU IS NOW bei ImmobilienScout24 am Berliner Ostbahnhof. Hier sitzen wir zusammen mit anderen Startups in einem Lab, haben eine tolle Zeit, geben uns gegenseitig Feedback, werden von vielen Mitarbeitern unterstützt und arbeiten an unseren Ideen. Privat gefällt mir Mitte ganz gut, da bin ich hingezogen. Hier sind zwar immer besonders viele Touristen unterwegs, aber das ist gerade auch spannend. Nach und nach entdecke ich auch die anderen Viertel und finde überall passende Spots. Genau das macht Berlin aus.

4. Können Sie die Idee, die hinter noknok steht, in drei Sätzen beschreiben?

Wir bewegen mit noknok die WG-Suche Richtung Social und Effizienz und legen einen stärkeren Fokus auf die Mitbewohner und vereinfachen den gesamten Auswahl- und Bewerbungsprozess. Gerade bei der WG-Suche sind Informationen über potentielle Mitbewohner essenziell, denn jede Zusatzinformation über die potenziellen Mitbewohner, wie Hobbys, Gemeinsame Freunde, Interessen usw. fördert die gezielte Auswahl. Genau diese Informationen wollen wir mit der Hilfe von Facebook auf noknok anbieten und unseren Usern so eine Plattform bieten, auf der sie sich so gut wie möglich präsentieren können und auf der anderen Seite sollen WGs es einfacher haben das gesamte Bewerbermanagement zu bewerkstelligen.

5. Wie groß ist Ihr Team?

Wir sind ein schlagkräftiges 4er Team. Natascha, die bei uns das Produkt verantwortet, Ole, der unsere Seite programmiert und die Technik vorantreibt, Dirk, der uns als Mentor und Projekt-Manager unterstützt und ich, der für die Kommunikation und das Marketing zuständig ist.

6. Wie sieht ein typischer Arbeitstag von Ihnen aus?

Einen typischen Arbeitstag gibt es bei uns nicht. Seit unserer Selbständigkeit gleicht kein Tag dem anderen. Immer wieder stellen wir uns neuen Herausforderungen und genau das treibt uns an und macht auch Spaß.

7. Womit verdient noknok Geld?

In erster Linie sind wir u.a. ein Affiliate-Partner für ImmobilienScout24 und werden entsprechend vergütet, weiterhin verdienen wir Geld mit Werbung. In Zukunft werden wir noch die ein oder andere Monetisierungs-Idee ausprobieren, bleiben aber kostenlos, also verlangen keine Gebühr für eine Vermittlung der Zimmer oder für die Anmeldung. Das ist uns auch besonders wichtig, weil unsere Zielgruppe in erster Linie aus Studenten besteht.

8. Stichwort Marketing: Was unternehmen Sie um noknok noch bekannter zu machen?

Wir müssen in erster Linie unsere Marke aufbauen und unseren Ruf festigen. Die Herausforderung für viele Startups ist daher, mit minimalem Budget maximalen Erfolg zu erzielen. Auch wir sind Fans von bunten und kreativen Kampagnen, diese dürfen aber nicht zu Lasten der Conversion gehen, das heißt oberstes Ziel ist immer, dass wir genug Besucher auf unsere Website ziehen. Trotzdem versuchen wir auch mit spaßigen Aktionen auf uns aufmerksam zu machen. Beispielsweise haben wir einen „Bitte nicht stören“ Anhänger designt, den viele aus der Hotel-Branche kennen. Auf unserem Exemplar kann man per Schieberegler angeben, warum man nicht gestört werden will. Den haben wir an vielen deutschen Universitäten verteilt. Das Ergebnis: über 10.000 verteilte Exemplare! Danach haben wir zahlreiche Zuschriften von Studenten erhalten, die unbedingt auch den noknok Türanhänger haben wollten. Ein sehr schönes Beispiel für eine kleine effiziente virale Kampagne.

9. Wenn Sie jungen Gründerinnen und Gründern einen Tipp geben könnten, welcher wäre das?

Geht raus, knüpft Kontakte zur zukünftigen Zielgruppe und validiert eure Ideen, Ansätze und Konzepte! Verschwendet keine sechs Monate an der Entwicklung eines „Businessplans“, denn der wird in der Form nie eintreffen. Ärmel hoch und los: machen, machen, machen...das zähltAm Ende entscheidet der User ob aus eurer Idee etwas wird und auch was aus eurer Idee wird. Das frühe Auseinandersetzten mit der zukünftigen Zielgruppe und das Verstehen derer Bedürfnisse steht daher an erster Stelle. Auch nicht zu sehr am eigentlichen Konzept festhalten. Jeder sollte sich eine gewisse Flexibilität erhalten.

10. Ihr Tipp für den Internettrend 2013?

Noch mehr Mobile, noch mehr Social und viel mehr Schnittstellen, die große Unternehmen zur Verfügung stellen und aus denen neue Unternehmen, Plattformen und Ideen entstehen. Mein persönlicher Lieblingstrend ist das Thema Local, also Ideen und Ansätze, die lokal funktionieren und die direkte Umgebung mit einbeziehen. Dieses Thema wird sich auch in 2013 weiter fortsetzten und noch mehr ausbreiten.

Aktualisierung: Donnerstag, 18. Februar 2016 16:54 Uhr

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