Companisto-Gründer David Rhotert

Companisto-Gründer David Rhotert

David Rhotert hat die Crowdinvesting-Plattform Companisto gegründet, die es erstmals jedem ermöglicht, sich per Mausklick an Startups zu beteiligen.

David Rhotert

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David Rhotert

Berlin gilt als StartUp-Hochburg – Wie erklären Sie sich diesen Trend?

Aus meiner Sich gibt es nicht den einen Grund. Ich sehe es vielmehr so, dass es viele Ursachen gibt. Berlin verfügt über verhältnismäßig wenige Arbeitsplätze in der Industrie. Die Selbständigkeit liegt nahe. Die Mieten sind im internationalen Vergleich relativ günstig, das Leben hier ist gerade für junge, gut ausgebildete Leute erschwinglich, was natürlich Entwickler aller Herren Länder anzieht. Tatsächlich gibt es sehr viele Gründe für diesen erfreulichen Trend. Die Expat-Entwickler rühmen Berlin ja gerne als Echo des New Yorks der 80er Jahre, sie empfinden die Stadt zu Recht als so an- wie aufregend, weil noch nicht klar ist, wohin die Reise geht. Berlin ist sehr grün, hat viel Kultur und Subkultur zu bieten, sowohl die hiesige Infrastruktur als auch die Unis sind exzellent, die Wirtschaft ist mittlerweile gut vernetzt. Die Berliner Gesellschaft ist sehr heterogen, es findet sich für jeden etwas, Zugezogene fühlen sich schnell heimisch. Und als Berliner meine ich: Berlin ist ’ne Wucht!

Inwieweit beeinflusst die Atmosphäre der Stadt Ihre Arbeit hier?

Enorm. Die Wege sind kurz hier, man kommt sehr schnell mit nahezu jedem ins Gespräch. Berlin ist lebendig und informell, dabei aber nicht unverbindlich. Und wie gesagt, es gibt hier viel Inspiration. Es klingt wie ein Klischee, aber ganz Berlin ist eine Art großes Experiment zur Zeit, ein Labor.

Ihr persönlicher Lieblingshotspot in der Stadt? Wo halten Sie sich gern auf?

Jeder Kiez hat seinen eigenen Charme, das ist ja das Interessante an Berlin. Ob 36 oder 61, Bayerisches Viertel, Mauerpark: Für jede Stimmung gibt es den geeigneten Spot.

Können Sie die Geschäftsidee, die hinter Companisto steht, in drei Sätzen beschreiben?

Die Crowdinvesting-Plattform Companisto (www.companisto.de) ermöglicht es erstmals jedem, sich per Mausklick an Startups zu beteiligen und künftig von erwirtschafteten Gewinnen der Unternehmen, vor allem aber auch im Falle des Unternehmensverkaufes, dem sogenannten Exit, zu profitieren.

Eine Beteiligung ist bereits ab 4 Euro möglich, was nicht nur bedeutet, dass absolut jeder in gute Ideen investieren kann, sondern auch, dass diese Startups so viele Unterstützer – wir nennen sie Companisten – wie möglich erhalten.

Durch das „Bündelungsmodell“ von Companisto ist Crowdinvesting erstmals gezielt auf die Ermöglichung von Anschlussfinanzierungen durch Großinvestoren abgestimmt worden, denn Companisto bündelt die Beteiligungen der Companisten und das Unternehmen schließt bei Companisto trotz der Beteiligung einer Vielzahl von Investoren nur einen einzigen Beteiligungsvertrag mit Companisto – es erhält sich so eine schlanke und übersichtliche Gesellschaftsstruktur, die Companisten haben ihrerseits jeweils Verträge mit Companisto.

Wie groß ist Ihr Team?

Wir sind derzeit 5 Mitarbeiter und gerade auf der Suche nach weiterem Personal, um unser Team weiter zu verstärken.

Wie ist das Feedback von StartUps?

Sehr gut, wir haben sehr viele Anfragen. Zum einen schätzen die Startups, dass sie bei Companisto erstmals ein Crowdinvesting-Modell vorfinden, dass Anschlussfinanzierungen ermöglicht und die Unternehmen von jeglichem Verwaltungsaufwand freistellt. Gründer sind vielbeschäftigt und wollen keine Zeit verlieren.

Gerade der Umstand, dass die Unternehmen trotz der Beteiligung einer Vielzahl von Menschen bei Companisto nur einen einzigen Beteiligungsvertrag abschließen und dadurch auch für Großinvestoren (Venture-Capital- Gesellschaften) bei weiterem Finanzbedarf interessant bleiben, ist den Gründern verständlicherweise sehr wichtig. Dies ist auch ein wichtiger Punkt für die Investoren, denn auch diese haben ein Interesse daran, dass das Unternehmen mithilfe einer Anschlussfinanzierung weiter wachsen kann.

Bei allen bisherigen Angeboten müssen die Unternehmen mit jedem Investor einen eigenen Vertrag abschließen. Das führt zu enormen Verwaltungsaufwand, beispielsweise müssen die Startups bei 150 mit jeweils eigenen Verträgen beteiligten Mikroinvestoren auch jedes Jahr 150 Steuererklärungen machen.

Aus zwei Gründen wird auch der Verzicht auf eine Mindestinvestitionssumme sehr positiv von den Startups aufgenommen. Zum einen führt dies dazu, dass sich jeder - und damit tatsächlich erstmals die Crowd – beteiligen kann. So können sich beispielsweise auch junge Leute an Startups beteiligen. Diese sind häufig besonders motivierte Unterstützer der Unternehmen und gute Multiplikatoren. Zum anderen führt es dazu, dass sich auch von der Anzahl gesehen mehr Menschen an den Unternehmen beteiligen können, damit gibt es auch mehr Multiplikatoren und Unterstützer. Denn Crowdinvesting machen Unternehmen ja nicht allein des Kapitals wegen. An Companisto haben sich bereits über 440 Menschen beteiligt. So viele Unterstützer hat noch kein Unternehmen zuvor über Crowdinvesting in Deutschland gewinnen können.

Durch das Companisto-Bündelungsmodell gewinnt das Startup letztlich mehr motivierte Unterstützer und hat trotzdem keinen Verwaltungsaufwand, da nur ein einziger Beteiligungsvertrag geschlossen wird.

Auf der anderen Seite ist eine Beteiligung an Startups deshalb so interessant, weil der Unternehmenswert zumeist am stärksten in der Anfangsphase steigt, lange bevor ein Unternehmen an die Börse geht.

Stichwort Marketing: Was unternehmen Sie um Companisto noch bekannter zu machen?

Wir werben sowohl on- wie offline, um unser Modell bekannt zu machen und sind hier auf allen Ebenen sehr aktiv.

Das bringt mich zu meiner nächsten Frage: Nutzen Sie Tools wie Social Networks oder Twitter um auf sich aufmerksam zu machen? Wenn ja wie?

Facebook, Twitter, Google+ sind bei Crowdinvesting nicht wegzudenken. Gerade auch, weil wir einfach jedermann für Crowdinvesting begeistern wollen. Xing spielt auch eine Rolle bei Anfragen. Diese Social Media-Kanäle spielen aber nicht nur bei unserer eigenen Werbung und Außendarstellung eine Rolle, denn über diese Kanäle können die Companisten ihr Investment bekannt machen, was sich wiederum auf die Entwicklung des Investments auswirken kann. Gerade junge Menschen, die besonders webaffin und kommunikativ sind, wurden als Investoren bis dato gar nicht angesprochen. Das haben wir geändert.

Wenn Sie jungen Gründerinnen und Gründern einen Tipp geben könnten, welcher wäre das?

Machen!

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Aktualisierung: Donnerstag, 18. Februar 2016 16:51 Uhr

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