GetYourGuide-Gründer Johannes Reck

GetYourGuide-Gründer Johannes Reck

GetYourGuide ist das weltweit größte Online-Buchungs-Portal für Touren, Ausflüge, Sightseeing und Attraktionen. Wir haben Gründer Johannes Reck getroffen.

Johannes Reck

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Johannes Reck

Berlin gilt als StartUp-Hochburg – Wie erklären Sie sich diesen Trend?

Berlin ist einfach eine sehr attraktive Stadt, die sich über die letzten Jahre einen Namen in den Bereichen Kunst, Kultur, Entertainment und eben Internet gemacht hat. Wir sind ein Magnet für junge Talente – national sowie international - ,die in Berlin genau die Mischung aus kreativem Freiraum und Herausforderung im Beruf suchen, den ein Start-Up typischerweise zu bieten hat. Zudem kommt, dass Berlin einfach für junge Unternehmen finanzierbar ist. In Berlin gibt es sehr hohe Lebensqualität zu erschwinglichen Preisen. Für Start-Ups ist es auch sehr hilfreich, dass es keine harte Konkurrenz am Arbeitsmarkt durch grossindustrielle Firmen gibt, wie es beispielsweise in München der Fall ist. Berlin steht heute dort, wo das Silicon Valley vor 20 Jahren war.

Inwieweit beeinflusst die Atmosphäre der Stadt Ihre Arbeit hier?

Man hat einfach das Gefühl, dass sich hier etwas bewegt. Wir sind extrem zufrieden mit den Talenten, die wir am Arbeitsmarkt bekommen und den Groove, den die Leute ins Unternehmen bringen. Ich gehe davon aus, dass viele Garagenfirmen in Berlin schon bald grössere Unternehmen werden können. Dieses Gefühl des Aufbruchs kann man in Berlin förmlich in der Luft spüren.

Ihr persönlicher Lieblingshotspot in der Stadt? Wo halten Sie sich gern auf?

Ich mag sehr gerne die Cafés und Bars in Berlin-Mitte / Prenzlauer Berg, wie zum Beispiel das St.Oberholz. Mein Lieblingsspot ist aber natürlich das GetYourGuide Office, da besteht kein Zweifel!

Können Sie die Geschäftsidee, die hinter GetYourGuide steht, in drei Sätzen beschreiben?

GetYourGuide ist das weltweit größte Online-Buchungs-Portal für Touren, Ausflüge, Sightseeing und Attraktionen und fungiert als Vermittler zwischen Reisewilligen und Touranbietern. Lokale Anbieter aus aller Welt können auf getyourguide.com ihre Touren online stellen und so weitaus mehr Interessenten erreichen, während Nutzer die Möglichkeit erhalten aus einer immer größer werdenden Angebotspalette die für sie passende Aktivität auszusuchen. Kunden können über unsere Plattform direkt ohne weiteren Zwischenhändler beim lokalen Anbieter buchen, Preise vergleichen und aus mehr als 8000 Touren in über 600 Destinationen weltweit wählen.

Wie groß ist Ihr Team?

Im Moment zählt unser Team circa 35 Mitarbeiter an unseren drei Standorten in Zürich, Berlin und Las Vegas. Wir wachsen stetig und insbesondere unser Berliner Büro kann steigende Mitarbeiterzahlen verzeichnen, sodass wir ab Mitte Dezember größere Büroflächen anmieten werden.

Wie viel Stunden pro Woche arbeiten Sie für Ihr StartUp?

Ich reise sehr viel zwischen unseren Offices, daher ist dies schwer zu sagen, da es jeweils von den konkreten Aufgaben vor Ort abhängt. Generell würde ich sagen, dass ich zwischen 60-80 Stunden pro Woche arbeite. Ich liebe meinen Job und mir sind die Stunden daher auch ziemlich egal. Mir ist es wichtiger, dass es der Firma und unseren Angestellten gut geht. Dafür bleibe ich gerne länger im Büro.

Stichwort Marketing: Was unternehmen Sie um GetYourGuide noch bekannter zu machen?

Anfänglich haben wir ein relativ hohes Budget für Werbemaßnahmen bei Google eingesetzt. Das hat uns bei den ersten Schritten eine gute Wahrnehmung unserer Plattform eingebracht. Daneben sind auch Affiliate-Partnerschaften mit vielen bekannten Unternehmen der Reisebranche wie HolidayCheck, Kayak oder Thomas Cook hilfreich für die Steigerung unseres Bekanntheitsgrades. Natürlich laufen parallel dazu verschiedene Marketing-Aktionen z.B. saisonale oder anlassbedingte Angebote, Gewinnspiele etc.

Nutzen Sie Tools wie Social Networks oder Twitter um auf sich aufmerksam zu machen? Wenn ja wie?

Wir nutzen viele verschiedene Social Networks, um mit unseren Kunden in Kontakt zu kommen und eine gemeinsame Kommunikationsbasis zu schaffen. Dabei versuchen wir die Kanäle nicht allein quantitativ sondern vor allem qualitativ zu bedienen um unseren Kunden einen echten Mehrwert an Information zu liefern.

Wenn Sie jungen Gründerinnen und Gründern einen Tipp geben könnten, welcher wäre das?

Wichtig für ein Start-Up-Unternehmen sind das Knüpfen von Kontakten und die Akquise von Partnern. Ratschläge von Branchenkennern sind oft Gold wert. Wir erhielten zum Beispiel Unterstützung von Roland Zeller, CEO des Reisebüros Travel.ch, der uns bei der Gründung mit Tipps zur Seite stand. Darüber hinaus ist die Zusammenstellung eines kompetenten und motivierten Teams von großer Bedeutung für eine erfolgreiche Gründung. Schließlich sollten der Businessplan und die Verträge einwandfrei sein. Für ersteres bedarf es einer gründlichen Marktanalyse, zweiteres verlangt eine sehr gute juristische Beratung.

Ihr Tipp für den Internettrend 2012?

Die Konvergenz zwischen Social Media, Mobile & lokalen Services wird sicherlich weitergehen. Ich bin mir sicher, dass es an dieser Schnittstelle viele spannende neue Innovationen geben wird, vor allem in Verbindung mit kommerziellen Applikationen. Das klassische Fernsehen ist ein weiterer Bereich, der sich bisher erstaunlich resistent gegenüber Innovationen im Netz gezeigt hat. Ich tippe, dass wir in diesem Bereich in den nächsten Jahren weitreichende Veränderungen sehen werden, indem bestehende Technologien besser vernetzt und mehr Inhalte angeboten werden.

Aktualisierung: Donnerstag, 18. Februar 2016 16:45 Uhr

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