ActNow GmbH - Gründer Dr. Mario Speck

ActNow GmbH - Gründer Dr. Mario Speck

Unser Interviewpartner ist Dr. Mario Speck, Gründer und Geschäftsführer der ActNow GmbH, die mit der Initiative www.eine-million-tonnen-co2.de einen erheblichen Beitrag zum Klimaschutz leisten wollen.

Mario Speck

© ActNow GmbH

Dr. Mario Speck

Berlin gilt als StartUp-Hochburg – Wie erklären Sie sich diesen Trend?

Inzwischen ist es kein Geheimnis mehr, dass Berlin sich zu Deutschlands Startup-Stadt Nummer 1 entwickelt hat. Günstige Mieten und Lebenshaltungskosten oder auch die zahlreichen Netzwerkveranstaltungen, auf denen sich potentielle Investoren herumtreiben, sind sicherlich ausschlaggebende Gründe, sich hier als Gründer anzusiedeln. In punkto Green Economy kann Berlin sich allerdings noch einiges von Hamburg abschauen, von dort aus kommen derzeit viele spannende Social Business Ideen.

Inwieweit beeinflusst die Atmosphäre der Stadt Ihre Arbeit hier?

Berlin ist mit insgesamt 2.500 öffentlichen Grünflächen eindeutig eine grüne Stadt. Berlin bietet sich aber nicht nur zur grünen Erholung an, auch urbane Landwirtschaft ist hier möglich, wie beispielsweise in den Prinzessinnengärten mitten in Kreuzberg. Das Birkenstock- und Wollpulli-Image ist schon eine ganze Weile nicht mehr nötig, um sein eigenes umweltbewusstes Leben zur Schau zu stellen. Die letzten Jahre haben gerade in Berlin eine neue Generation Unternehmer hervorgebracht, die alles anbieten, was diejenigen begehren, die ökologischen und sozial vertretbaren Konsum mit Lifestyle verbinden wollen.

Ihr persönlicher Lieblingshotspot in der Stadt? Wo halten Sie sich gern auf?

Ich wohne im Berliner Norden, in der Nähe vom Bürgerpark in Pankow. Dieser ist mit rund 12 Hektar der größte Park des Bezirks und einer der schönsten in Berlin. Von da aus kann man wunderbar entlang der Panke aus Berlins Mitte bis in den Naturpark Barnim in Brandenburg spazieren. Ein weiteres persönliches Highlight in Pankow ist das Café Majakowski. Im Sommer sitze ich hier gern im kleinen Park der alten Villa und genieße den fantastischen selbst gemachten Kuchen.

Können Sie die Geschäftsidee, die hinter ActNow steht, in drei Sätzen beschreiben?

Wir betreiben aktiven Klimaschutz und machen dies auch für Unternehmen lukrativ. Zum einen möchte unsere Initiative www.eine-million-tonnen-co2.de einen erheblichen Beitrag zum Klimaschutz leisten und zum anderen dieses Thema bei Politikern und Verbrauchern weiter in den Vordergrund stellen. Das Prinzip ist ganz einfach: Jeder, der sich für den Klimaschutz einsetzen möchte, kann sich über unsere Website bei Klimaschutzprojekten engagieren und dies auf unserer Homepage veröffentlichen und sich einen Platz auf unserem Riesenposter zu Aktionsende sichern.

Wie groß ist Ihr Team?

Hinter der Initiative steht mit der ActNow GmbH ein junges Startup, das Nachhaltigkeit und soziale Verantwortung mit Wirtschaftlichkeit verbindet. Unser Team besteht neben der Geschäftsführung aus Kundenservice, IT, Vertrieb und Pressearbeit sowie natürlich der Buchhaltung. Wir arbeiten hierbei auch eng mit Dienstleistern zusammen, um uns innerhalb der ActNow auf die wesentlichen Herausforderungen konzentrieren zu können.

Die Wirtschaft zieht nach der Krise gerade wieder an. Merken Sie den Aufschwung?

Ja, der unternehmerische Aufschwung ist zu spüren. Dennoch sind bisher nur wenige Unternehmen mit dem Thema Nachhaltigkeit derart vertraut, als das dieses Geschäftsfeld bereits ein Selbstläufer wäre. Hier ist noch viel Aufklärungsarbeit zu leisten. Wir sind jedoch der festen Überzeugung, dass nur Nachhaltigkeit im gesamten Wirtschaftskreislauf die Zukunft sichert und dies zeitgleich auch wirtschaftlich vorteilhaft für Unternehmen ist, wenn es richtig gemacht wird. Aus unserer Sicht ist hier aber auch die Politik gefordert, die konkrete gesetzliche Rahmenbedingungen schaffen muss, um für Unternehmen Investitionssicherheit zu bieten. Erfolgt dies, so können Unternehmen durch Nachhaltigkeit bereits heute belegbar eindeutige wirtschaftliche Vorteile erzielen. Hierbei wird sicherlich die Katastrophe in Japan, die Bereitschaft sich mit Nachhaltigkeit zu beschäftigen, zwangsweise erhöhen.

Stichwort Marketing: Was unternehmen Sie um ActNow noch bekannter zu machen?

Wir setzen auf einen Mix aus klassischer PR und Social-Media-Kommunikation. Wie viele junge Unternehmen setzen wir hierbei auf einen viralen Ansatz, da wir das Geld unserer Kunden direkt in die Klimaschutzprojekte stecken. Natürlich nutzen wie die Möglichkeiten des Internets, um potentielle Verbraucher und Unternehmens auf uns aufmerksam zu machen und für unsere Initiative zu begeistern.

Nutzen Sie Tools wie Social Networks oder Twitter um auf sich aufmerksam zu machen? Wenn ja wie?

Ja, dabei setzen wir in erster Linie auf Soziale Medien wie Facebook, Twitter und Xing. Dank diesen kann jeder auch sein eigenes soziales Netzwerk allein mit dem Klick auf den Like- oder Retweet-Button auf uns aufmerksam machen und andere für das Thema Klimaschutz sensibilisieren. Die Resonanz auf unsere Aktivitäten dort sowie auf unsere Initiative ist rundweg positiv, allerdings gibt es zwischen dem „Gut finden“ und dem eigentlichen Kauf leider noch eine mächtige Barriere.

Wenn Sie jungen Gründerinnen und Gründern einen Tipp geben könnten, welcher wäre das?

In Bezug auf Social Business: Gründet aus Überzeugung an der guten Sache und nicht weil, ihr gern mal etwas gründen möchtet oder euren Namen irgendwo abgedruckt sehen wollt. Auch wenn Öko-Startups gerade boomen, ist es dennoch schwieriger als man denkt, Leute davon zu überzeugen, sich aktiv für den Klimaschutz zu engagieren. Die eigene Überzeugung hilft da sehr dabei, einen langen Atem zu haben.

Ihr Tipp für den Internettrend 2011?

Umweltschutz verlagert sich immer weiter ins Internet. Jeder kann sich im digitalen Zeitalter engagieren, informieren und vernetzen. Auch in der Startup-Szene bereichern mehr und mehr grüne Ideen den Markt. Gerade für Social Startups, die oft mit kleiner Finanzierung auskommen müssen, eröffnet die umfassende soziale Vernetzung im Internet ganz neue Perspektiven. Soziale Ideen werden von der Community oft geschätzt und gerne weiterverbreitet. Auf diese Weise erfahren sie Unterstützung, die es noch vor wenigen Jahren nicht gegeben hätte. Social Business, also die Verfolgung sozialer, ökologischer und wirtschaftlicher Ziele gleichermaßen, ist somit mein Tipp für den Internet-Trend 2011.

Das Interview haben wir im März 2011 geführt.

Aktualisierung: Dienstag, 8. Mai 2018 15:44 Uhr

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