Brandenburg wirbt für Arbeitsplatzchancen mit Tesla-Fabrik

Brandenburg wirbt für Arbeitsplatzchancen mit Tesla-Fabrik

Die Brandenburger Landesregierung sieht im Bau der Fabrik von US-Elektroautobauer Tesla in Grünheide bei Berlin riesige wirtschaftliche Chancen für das ganze Land.

Baustelle der Gigafactory Berlin-Brandenburg

© dpa

Luftaufnahme der künftigen Gigafactory Berlin-Brandenburg.

«Wenn wir die jungen Menschen hier in Brandenburg halten wollen (...), dass sie hier ihre Familien gründen und nicht weiter unser Bundesland verlassen, dann müssen wir ihnen Arbeitsplätze hier vor Ort geben», sagte Wirtschaftsminister Jörg Steinbach (SPD) in der Sendung «Forum» des rbb-Inforadios, die am Sonntag (29. November 2020) ausgestrahlt wurde. Er wandte sich gegen den Vorwurf einer Sonderregelung für Tesla. Das Bauen mit vorläufigen Genehmigungen sei seit 2017 möglich.

Jörg Steinbach: Noch offene Fragen bei Wasserversorgung für Tesla und Region

Der Wirtschaftsminister sieht allerdings noch offene Fragen vor allem für den Wasserverbrauch bei einem weiteren Ausbau der Tesla-Fabrik. «Das Wasser muss von weiter herkommen, ohne dass man die Wechselwirkungen mit der regionalen Umgebung hat», sagte Steinbach. Auch bei der Infrastruktur für das Abwasser müsse dann noch etwas passieren. Er sei optimistisch, dass dies gelöst werden könne. «Aber wir sind noch nicht an dem Punkt, dass dieses alles in trockenen Tüchern ist.» Der Ausbau hänge aber auch vom Markt ab. Für die erste Phase des Werks sei die Wasserversorgung geklärt.

Tesla-Werk in Grünheide soll weltgrößte Batteriefabrik werden

Tesla will in Grünheide bei Berlin jährlich rund 500 000 Wagen der kompakten Fahrzeuge Model 3 und Model Y bauen. Unternehmenschef Elon Musk will das künftige Werk des Elektroauto-Herstellers bei Berlin auch zur weltgrößten Batteriefabrik machen. Bisher baut Tesla über einzelne vorläufige Zulassungen, weil die komplette umweltrechtliche Genehmigung des Landes Brandenburg noch aussteht. Naturschützer und Anwohner befürchten negative Folgen für die Umwelt.

Starke Bedenken von Naturschützern gegenüber Tesla-Bau

Die Geschäftsführerin des Naturschutzbundes (Nabu) Brandenburg, Christiane Schröder, sprach im Inforadio von «massiven Bauchschmerzen» gegen das Projekt unter anderem wegen des Wassers. In unmittelbarer Nähe des Geländes seien zwei europäische Schutzgebiete (Natura 2000), die maßgeblich vom Wasserhaushalt abhingen, sagte sie. Die Bürgerinitiative Grünheide fordert einen Baustopp, bis das Ergebnis einer Bürgerbefragung für die Ansiedlung vorliegt.

Quelle: dpa

| Aktualisierung: Sonntag, 29. November 2020 11:25 Uhr

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