Anhörung zu Tesla-Fabrik geht in Verlängerung

Anhörung zu Tesla-Fabrik geht in Verlängerung

Die Anhörung von Kritikern der Fabrik des US-Elektroautobauers Tesla in Brandenburg ist auch nach sieben Tagen noch nicht zu Ende.

Baustelle der Tesla Giga-Factory

© dpa

Blick über die Baustelle der Tesla Gigafactory in Brandenburg.

Rund 30 Kritiker diskutierten am Donnerstag (01. Oktober 2020) in Erkner südöstlich von Berlin unter anderem über Verkehr und Artenschutz. Die Sprecherin des Umweltministeriums, Frauke Zelt, sagte, die Erörterung solle an diesem Freitag weitergehen. Ob sie zum Abschluss kommt, ist aber noch offen.

Naturschützer: Kampfmittelräumung hat Eidechsen und Schlingnattern getötet

Naturschützer und Anwohner machten ihre Befürchtungen deutlich, dass Eidechsen und Schlingnattern getötet worden seien. «Eine Kampfmittelräumung hätte nicht passieren dürfen», sagte Manuela Hoyer von der Bürgerinitiative Grünheide gegen die «Gigafactory». Der Landkreis Oder-Spree hatte einem internen Dokument zufolge am 24. Februar eine Ausnahmegenehmigung von artenschutzrechtlichen Verboten unter anderem für Zauneidechsen und Schlingnattern erteilt, um Altlasten auf dem Gelände der geplanten Fabrik beseitigen zu können. Sie war bis zum Ende der Winterruhe gültig.

Tesla baut schnell - umweltrechtliche Genehmigung fehlt noch

Seit Mittwoch vergangener Woche beraten Naturschützer und Anwohner über die Auswirkungen der geplanten Fabrik auf die Umwelt. Tesla will vom nächsten Sommer an in Grünheide bei Berlin mit rund 12 000 Beschäftigten eine halbe Million Autos im Jahr bauen. Der Bau geht schnell voran, obwohl noch keine umweltrechtliche Genehmigung vom Land Brandenburg vorliegt. Allerdings gibt es vorläufige Genehmigungen für einzelne Abschnitte.

414 eingereichte Bedenken gegen Fabrik

Die Beiträge der Kritiker sollen in das Verfahren zur Genehmigung von Tesla einfließen. Der Leiter für Technischen Umweltschutz im Landesumweltamt, Ulrich Stock, hatte gesagt, dass eine Entscheidung noch nicht gefallen sei. Er hatte aber auch darauf verwiesen, dass es vorläufige Zulassungen gegeben habe. Gegen die Fabrik hatten sich beim Landesumweltamt 414 Menschen oder Verbände mit Einwänden gemeldet. Kritiker befürchten die Gefahr eines Aufstiegs von Salzwasser, das ins Grundwasser gelangen könnte, eine Knappheit von Trinkwasser in der Region und negative Folgen für Tiere und Pflanzen.

Quelle: dpa

| Aktualisierung: Freitag, 2. Oktober 2020 09:40 Uhr

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