Verband fürchtet Wasserprobleme für Tesla: Land verwundert

Verband fürchtet Wasserprobleme für Tesla: Land verwundert

Die Pläne für den ersten Teil der Fabrik von US-Elektroautobauer Tesla in Brandenburg stehen nach Ansicht der Landesregierung nicht auf der Kippe - trotz neuer Warnungen vor Unsicherheiten zur Wasserversorgung.

Protest gegen Tesla-Fabrik

© dpa

18.07.2020, Brandenburg, Grünheide: Teilnehmer an einer Demonstration gegen die Ansiedlung von Tesla in der brandenburgischen Gemeinde Grünheide.

Der Wasserverband Strausberg-Erkner (WSE) hält die Versorgung für nicht gesichert und schlägt Alarm. Wirtschaftsminister Jörg Steinbach (SPD) zeigte sich verwundert. «Alle bisher zum Thema Wasser geführten Gespräche haben zum Ergebnis gehabt, dass die anstehenden Probleme lösbar sind und das Tesla-Projekt nicht gefährden», sagte er am Samstag (18. Juli 2020) der Deutschen Presse-Agentur. Auch das Umweltministerium sieht keine Gefahr: Umweltminister Axel Vogel (Grüne) erklärte, auch der Wasserverband habe eine positive Prognose für die erste Ausbaustufe gegeben.

Wasserverband hält Versorgung von Tesla-Fabrik für nicht gesichert

WSE-Verbandsvorsteher André Bähler warnte in einem internen Schreiben vor zu wenig Trinkwasser: «Die Tatsache, dass wir im Juli 2020 weder über ausreichende Erlaubnismengen verfügen noch der notwendige Erschließungsvertrag geschlossen wurde, gibt Anlass zur Sorge.» Alle weiteren Ausbaustufen für die Erschließung der Tesla-Fabrik könnten nicht ohne gravierende Änderungen und Erweiterungen ermöglicht werden. Über das Schreiben hatte der Rundfunk Berlin-Brandenburg (RBB) am Freitagabend berichtet. Es liegt auch der Deutschen Presse-Agentur vor.

Tesla hat voraussichtlichen Wasserverbrauch reduziert

Tesla hatte den prognostizierten Wasserverbrauch in der Spitze für den ersten Teil der Fabrik von 3,3 Millionen auf rund 1,4 Millionen Kubikmeter im Jahr reduziert, wie aus dem geänderten Antrag für die umweltrechtliche Genehmigung hervorgeht. Der WSE fürchtet, dass bei einem weiteren Ausbau nicht genug Wasserreserven auch für die Region vorhanden sind. Der Verband rechnet mit rund 1,5 Millionen Kubikmetern im Jahr für Tesla und einem Verbrauch ohne Tesla von 11,5 Millionen Kubikmeter. Erlaubt seien 15 Millionen Kubikmeter, damit gebe es nur zwei Millionen Reserve. Spätestens Ende 2022 stünden für weitere kommunale Entwicklungen keine erlaubten Wassermengen mehr bereit, zusätzlich seien mindestens drei Millionen Kubikmeter nötig.

Vertrag zur Erschließung der Wasserversorung für Tesla steht noch aus

Außerdem habe Tesla einen Vertrag zur Erschließung noch nicht unterschrieben, schreibt der Wasserverbandsvorsteher. «Ein rechtzeitiger Anschluss kann unter diesen Bedingungen nicht gewährleistet werden - zumal die Firma Tesla die Anschlüsse (Trink- und Schmutzwasser) bereits im November 2020 benötigt.» Das Wirtschaftsministerium erklärte dazu, ein juristisch einwandfreier Investorenantrag des WSE stehe noch aus.

Tesla baut bereits auf eingenes Risiko

Tesla will in Grünheide in Brandenburg ab Juli nächsten Jahres bis zu 500 000 Fahrzeuge im Jahr vom Band rollen lassen. Die abschließende umweltrechtliche Genehmigung vom Land Brandenburg steht noch aus. Tesla baut bereits auf eigenes Risiko über vorzeitige Genehmigungen. Das Brandenburger Landesumweltamt gab zuletzt grünes Licht für das Fundament und den Rohbau mit einem vorzeitigen Beginn. Naturschützer und Bürger befürchten negative Folgen für die Umwelt. Am Tesla-Gelände protestierten am Samstag Kritiker gegen die geplante Ansiedlung.

Quelle: dpa

| Aktualisierung: Montag, 20. Juli 2020 10:10 Uhr

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