Erneut weniger Unternehmens-Insolvenzen in Brandenburg

Erneut weniger Unternehmens-Insolvenzen in Brandenburg

In Brandenburg sind die Unternehmens-Insolvenzen trotz Corona-Krise abermals deutlich zurückgegangen.

Ein Antrag auf Eröffnung des Insolvenzverfahrens

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Bei den Amtsgerichten gingen im vergangenen Jahr 328 Verfahrensanträge ein, wie das Wirtschaftsministerium in Potsdam auf eine Anfrage aus der Linke-Landtagsfraktion mitteilte. Das waren 54 Fälle weniger als im Jahr zuvor, und 90 weniger als 2018.
Damit ist die Zahl der beantragten Insolvenzverfahren im vierten Jahr hintereinander gesunken. 2016 waren bei den Amtsgerichten noch 522 Insolvenzverfahren gegen Unternehmen eingegangen. Eröffnet wurden im vergangenen Jahr 232 Verfahren. 96 Mal wurde ein Antrag auf Insolvenzeröffnung mangels Masse abgewiesen, da das Vermögen der Schuldner nicht ausreichte, die Verfahrenskosten zu decken.
Die meisten Insolvenzen gab es mit 49 Unternehmen im Baugewerbe. Im Wirtschaftsbereich Handel, Instandhaltung und Kfz-Reparatur wurden 47 Verfahren registriert, im Bereich sonstige wirtschaftliche Dienstleistungen waren es 46. Zu den wenigsten Insolvenzen kam es im Wirtschaftsbereich Wasserversorgung, Entsorgung sowie Beseitigung von Umweltverschmutzungen. Hier gingen 2 Unternehmen pleite, 3 waren es im Bereich Erziehung und Unterricht.
Das Ministerium verweist auf Angaben des Statistikamtes, wonach die veränderten wirtschaftlichen Rahmenbedingungen durch die Corona-Krise das Insolvenzgeschehen erheblich verzögert hätten. Dazu beigetragen hätten auch die den Unternehmen gewährten Unterstützungsmaßnahmen von Bund und Ländern sowie die Aussetzung der Antragspflicht für Insolvenzverfahren.
Mit den im März 2020 in Kraft getretenen staatlichen Hilfsmaßnahmen war die Antragspflicht für zahlungsunfähige Unternehmen bis Ende September ausgesetzt worden. Für überschuldete Firmen gilt diese Regelung noch bis Ende April 2021. Führende Wirtschaftsexperten gehen davon aus, dass in diesem Jahr bundesweit mit einem deutlichen Anstieg der Firmenpleiten zu rechnen ist.
Laut Ministerium kamen von den insgesamt 193 Insolvenzanträgen in den ersten beiden Quartalen des Vorjahres rund 60 Prozent von Unternehmen, die weniger als acht Jahre existiert hatten.

Quelle: dpa

| Aktualisierung: Donnerstag, 29. April 2021 07:56 Uhr

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