Brandenburger Handwerkskammern: Trübe Stimmung in Betrieben

Brandenburger Handwerkskammern: Trübe Stimmung in Betrieben

Die seit gut einem Jahr andauernde Corona-Pandemie hat die Stimmung in den Brandenburger Handwerksbetrieben eingetrübt.

Handwerksbetrieb

© dpa

«Die Hoffnung, dass man zügig durch die Pandemie kommt, hat sich zerschlagen», sagte Robert Wüst, Präsident der Potsdamer Handwerkskammer, am Dienstag (20. April 2021) bei der Vorstellung der Ergebnisse der Frühjahrskonjunkturumfrage.

Hoffen auf weniger Eindämmungsmaßnahmen

Das Handwerk erlebe unterschiedlich die Auswirkungen bestehender Corona-Einschränkungen, sagte er. Vollständige Schließungen, Wiedereröffnung, neuerliche Schließungen, Hygiene- und Gesundheitsschutz von Kunden müssten verkraftet werden. Gehofft werde auf Fortschritte beim Impfprogramm, um Eindämmungsmaßnahmen entbehrlich zu machen, sagte er.

Wüst: Wirtschaftliche Folgen der Pandemie werden im Laufe des Jahres offensichtlich

Der Bau- und Kfz-Bereich sehe optimistisch in die Zukunft wegen einer boomenden Auftragslage, sagte Wüst. Friseure und Kosmetikerinnen seien angesichts der Hygienebeschränkungen skeptisch. «Die Corona-Hilfsprogramme haben die Lage in vielen Betrieben abgefedert. Aber langfristig werden sich die wirtschaftlichen Folgen erst im Laufe des Jahres noch zeigen», sagte Wüst. Es sei damit zu rechnen, dass einige aufgeben müssten, sagte Ralph Bühring, Hauptgeschäftsführer der Handwerkskammer.

Betriebe beklagen sinkende Umsätze

Laut der Umfrage sind nur noch 76,5 Prozent der Betriebe mit der Geschäftslage zufrieden. Bei der letzten Frühjahrsumfrage wurde eine Zufriedenheit von 90,2 Prozent ermittelt. 23,3 Prozent erwarten eine sich verbessernde und knapp 60 Prozent eine gleichbleibende Geschäftslage. Landesweit beklagten mehr als ein Drittel der Befragten sinkende Umsätze. Im Vorjahr meldeten noch knapp 78 Prozent unveränderte oder gestiegene Umsätze, diesmal sind es nur noch 60 Prozent.
Der Handwerkskammertag Brandenburg ist ein Zusammenschluss der Handwerkskammern Cottbus, Frankfurt (Oder) und Potsdam. Vertreten werden die Interessen von rund 40 000 Handwerksbetrieben mit mehr als 160 000 Beschäftigten.

Quelle: dpa

| Aktualisierung: Dienstag, 20. April 2021 14:08 Uhr

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