Fast halb so viele Privatinsolvenzen in Berlin wie 2019

Fast halb so viele Privatinsolvenzen in Berlin wie 2019

Im ersten Jahr der Corona-Krise ist die Zahl der Privatinsolvenzen in der Hauptstadt deutlich gesunken. Rund 2260 Verbraucher haben 2020 Insolvenz angemeldet, wie die Wirtschaftsauskunftei Crifbürgel ermittelt und am Donnerstag (04. März 2021) mitgeteilt hat.

Insolvenz

© dpa

"Privatinsolvenz" steht auf einem Trennblatt, während davor ein Antrag zur Eröffnung eines Insolvenzverfahrens liegt.

Das waren fast 46 Prozent weniger als noch im Jahr davor. In Relation zur Einwohnerzahl liegt Berlin damit unter dem bundesweiten Durchschnitt: Auf 100 000 Einwohner kamen im vergangenen Jahr demnach 62 Privatinsolvenzen. Bundesweit waren es im Schnitt 68.

Frank Schlein erwartet Insolvenzwelle ab 2021

«Die rückläufigen Privatinsolvenzen sind nicht als Zeichen der Entspannung zu interpretieren, sondern als der Anfang einer Insolvenzwelle», sagte Crifbürgel-Geschäftsführer Frank Schlein am Donnerstag. Die wirtschaftlichen Folgen durch die Krise würden erst in diesem und im kommenden Jahr durchschlagen.

Kurzarbeit und Ersparnisse haben finanzielle Schieflage abgemildert

Nach Einschätzung Schleins haben Kurzarbeit und auch Ersparnisse die finanzielle Schieflage der Menschen im vergangenen Jahr teilweise abgemildert. Zudem hätten sich Bundesbürger mit Anschaffungen zurückgehalten und ihren Konsum eingeschränkt. Viele überschuldete Verbraucher hätten auf einen Gang zur Schuldnerberatung verzichtet oder diesen verschoben.

Quelle: dpa

| Aktualisierung: Donnerstag, 4. März 2021 15:22 Uhr

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