BER-Betreiber halten Teilentschuldung für notwendig

BER-Betreiber halten Teilentschuldung für notwendig

Der Hauptstadtflughafen BER kann das Ziel schwarzer Zahlen Mitte der 20er Jahre laut Betreibern nur mit Hilfe weiterer öffentlicher Finanzhilfen erreichen.

Flughafen Berlin Brandenburg

© dpa

Eine Teilentschuldung sei dafür ein wesentliches Instrument, sagte Finanzchefin Aletta von Massenbach der «Berliner Morgenpost» (Freitag, 12. Februar 2021). «Das würde uns über die Jahre deutliche Zins- und Tilgungslasten ersparen.» Derzeit habe das Unternehmen mehr als 4,5 Milliarden Euro Schulden, sagte sie. «Davon kommen mehr als vier Milliarden aus der Zeit vor Corona, von dem zu langen und zu teuren Bau des BER.» Mit der Aussicht auf deutlich weniger Passagiere als erwartet sei klar, dass die Schulden das Unternehmen überfordern.

Passagierzahl unter einem Drittel des Vorjahresniveaus

Nach von Massenbachs Angaben muss die Flughafengesellschaft Berlin Brandenburg (FBB) jährlich etwa 180 Millionen Euro für Zins und Tilgung ausgeben. Das entspreche in etwa dem Umsatz des Jahres 2020. Die Passagierzahl war wegen der Coronakrise auf unter ein Drittel des Vorjahresniveaus gesunken.

Es fehlen eine Millionen Euro am Tag

Jeden Tag fehle eine Million Euro an Einnahmen, sagte Flughafenchef Engelbert Lütke Daldrup. Er ließ offen, wieviel Geld sich das Unternehmen von seinen Eigentümern wünscht, den Ländern Berlin und Brandenburg und dem Bund. In den vergangenen Tagen war in Medien unter Berufung auf Aufsichtsratsunterlagen von mehr als 3,5 Milliarden Euro an Bürgschaften und Eigenkapitalzuführungen die Rede.

Höhe der Teilentschuldung wird im März verhandelt

«Wir müssen diese Zahlen erst im Aufsichtsrat erläutern», sagte Lütke Daldrup. «Aber wir reden nicht über eine Teilentschuldung in der Größenordnung von 3,5 Milliarden Euro, sondern über deutlich weniger.» Das Kontrollgremium tagt Mitte März wieder.

Corona-Hilfe vom Bund ist Tropfen auf den heißen Stein

Die geplante Bundeshilfe für Flughäfen in der Corona-Krise ändert an der schwierigen Lage nicht allzu viel. Lütke Daldrup rechnet mit gut 140 Millionen Euro. «Das Problem unseres sehr hohen Schuldenstandes aus der Bauphase des BER kann nicht durch Corona-Hilfen des Bundes gelöst werden», sagte Lütke Daldrup.

Keine Teil-Privatisierung des BER geplant

Ein Teilverkauf des Flughafens ist nach seinen Worten nicht geplant. «Wir sind uns mit den Eigentümern einig, dass der Weg der Unterstützung durch die Gesellschafter der richtige ist und alle anderen Varianten wie zum Beispiel eine Teil-Privatisierung zurzeit keinen Sinn machen.»

Quelle: dpa

| Aktualisierung: Freitag, 12. Februar 2021 14:16 Uhr

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