Zahl der Insolvenzen in Berlin vorübergehend gesunken

Zahl der Insolvenzen in Berlin vorübergehend gesunken

Hilfsgelder und Lockerungen im Insolvenzrecht haben die Zahl der Firmenpleiten dieses Jahr bundesweit und auch in Berlin sinken lassen.

Der Schriftzug «Insolvenz»

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Pro 10.000 Unternehmen meldeten in der Hauptstadt 78 Insolvenz an, wie die Wirtschaftsauskunftei Creditreform am Dienstag (08. Dezember 2020) auf Grundlage einer Schätzung mitteilte. Im Vorjahr waren es noch 92 gewesen. Der Dienstleister rechnet damit, dass im nächsten Jahr deutlich mehr Unternehmen finanziell die Puste ausgeht.

Ausgesetzung der Insolvenzantragspflicht für Firmen verschleiert tatsächliche Lage

Denn die aktuellen Daten täuschen demnach über die tatsächliche Lage der Firmen hinweg. Viele Unternehmen erhielten staatliche Hilfsgelder. Zudem hat der Gesetzgeber die Insolvenzantragspflicht für Firmen seit 1. März 2020 ausgesetzt. Unternehmen, die wegen der Corona-Krise in Bedrängnis geraten, sind seither nicht verpflichtet, einen Insolvenzantrag zu stellen. Die Bundesregierung verlängerte die zunächst bis Ende September geltende Sonderregelung bis Ende 2020. Allerdings nur für Unternehmen, die überschuldet sind, nicht bei bereits eingetretener Zahlungsunfähigkeit. Beim zuständigen Berliner Amtsgericht Charlottenburg lagen die Insolvenzanmeldungen auch im Oktober noch unter dem Vorjahreswert.

Creditreform: Insolvenzen kommen 2021

«Insbesondere für Gastronomie, Einzelhandel oder die Messe-, Reise- und Veranstaltungsbranche hat die Rezession massive Auswirkungen auf die Liquiditäts- und Finanzlage», hob Creditreform hervor. «Das wird sich ab dem kommenden Jahr dann in den Insolvenzzahlen niederschlagen.» In diesem Jahr dagegen sanken auch bundesweit die Zahlen. 16 300 Unternehmensinsolvenzen wurden laut Creditreform registriert, gut 13 Prozent weniger als im vergangenen Jahr.

Quelle: dpa

| Aktualisierung: Dienstag, 8. Dezember 2020 12:06 Uhr

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