Bahn-Tarifverhandlungen mit EVG sind unterbrochen

Bahn-Tarifverhandlungen mit EVG sind unterbrochen

In den Tarifverhandlungen bei der Deutschen Bahn (DB) zeichnet sich auch nach mehrtägigen Gesprächen noch keine Einigung mit der Gewerkschaft EVG ab.

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Das Logo der Eisenbahn- und Verkehrsgewerkschaft (EVG).

«Die Verhandlungen wurden nach fünf intensiven und konstruktiven Tagen heute unterbrochen», teilte eine DB-Sprecherin am Freitag (21. August 2020) nach den Gesprächen in Frankfurt/Main mit. «In den nächsten Tagen wird der Stand in den jeweiligen Gremien bewertet.» Kristian Loroch, Verhandlungsführer der Eisenbahn- und Verkehrsgewerkschaft (EVG), ergänzte: «Wir wollen die bislang erzielten Verhandlungsstand am Montag im Bundesvorstand erörtern.» Die Verhandlungen sollten anschließend zeitnah fortgesetzt werden.

Ziel bleibt Einigung von Bahn und EVG

Das beabsichtigt auch die Deutsche Bahn. Deren Ziel sei es nach wie vor, eine kurzfristige Verständigung zur Bewältigung der Folgen der Corona-Krise mit der EVG zu erzielen, sagte die Sprecherin. «Das Unternehmen hält dies nach den bislang erreichten Annäherungen für machbar.»

Bahn will Personalkosten sparen

Deutsche Bahn und die Gewerkschaft hatten die Verhandlungen am Montag aufgenommen. Der Konzern will im Gegenzug für staatliche Hilfe in den nächsten Jahren bis zu zwei Milliarden Euro bei Personalkosten einsparen. DB und EVG hatten vorab in einem «Bündnis für unsere Bahn» vereinbart, es solle keinen Stellenabbau geben und auch kein Ende der laufenden Einstellungsoffensive. Bei den Tarifverhandlungen geht es darum, wie sich dennoch Personalkosten senken lassen.

EVG: Angestellten dürfen nicht allein Last der Corona-Krise tragen

Der Konzern hat mit hohen Verlusten zu kämpfen. In der Corona-Krise waren die Fahrgastzahlen eingebrochen. Hinzu kommen Schwierigkeiten im Güterverkehr und im Auslandsgeschäft. Die Bahn hat 211 000 Beschäftigte in Deutschland. Die EVG hatte zum Auftakt der Verhandlungen gefordert, den Kollegen dürften nicht die Lasten der Corona-Krise aufgebürdet werden. Sie hatte eingewilligt, die eigentlich für März geplanten Tarifverhandlungen vorzuziehen.

Quelle: dpa

| Aktualisierung: Freitag, 21. August 2020 13:09 Uhr

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