EY-Studie: Weniger Geld für deutsche Start-ups

EY-Studie: Weniger Geld für deutsche Start-ups

Die Zahl der Finanzspritzen für Start-ups in Deutschland ist gestiegen, die investierte Summe jedoch gesunken. Zu diesen Ergebnissen kommt eine am Montag (13. Juli 2020) veröffentlichte Studie der Prüfungs- und Beratungsgesellschaft Ernst & Young (EY).

Start-ups

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Ein Pfeil zeigt auf einer Digital-Konferenz den Weg zur Bühne für Start-ups.

Der Analyse zufolge gab es in der ersten Hälfte dieses Jahres zwar acht Prozent mehr Finanzierungen als noch im Vorjahreszeitraum, das Investitionsvolumen sank im Vergleich jedoch um mehr als ein Fünftel auf 2,2 Milliarden Euro. Im ersten Halbjahr 2019 sei das Investitionsvolumen noch mehr als 600 Millionen Euro höher gewesen.

Berlin bleibt Start-up-Hauptstadt

Besonders hervorzuheben seien die Standorte Berlin und Bayern: Während in der Hauptstadt die Finanzierungen für junge Unternehmen auf 149 angestiegen seien, sei das Investitionsvolumen um rund die Hälfte auf 1,1 Milliarden Euro eingebrochen. In Bayern hingegen sei die Anzahl der Finanzspritzen um 60 Prozent auf 83 geklettert und gleichzeitig das Investitionsvolumen von 204 auf 773 Milliarden Euro gewachsen. Damit bleibe Berlin zwar Deutschlands Start-up-Hauptstadt, der Freistaat habe jedoch deutlich aufgeholt. «München bildet sich als zweiter großer Start-up-Standort heraus», sagte EY-Start-up-Experte Thomas Prüver.

Corona-Effekt weniger stark als befürchtet

In anderen Bundesländern sehe die Lage nicht so rosig aus: Sowohl in Nordrhein-Westfalen als auch in Baden-Württemberg und Hamburg sei die Anzahl der Finanzierungen wie auch die investierte Geldmenge deutlich eingebrochen. Einen klaren Corona-Effekt hat Prüver beobachtet: «Die offensichtlichste Entwicklung ist der starke Rückgang bei sehr großen Deals: Die Zahl der Transaktionen mit einem Volumen von mehr als 100 Millionen Euro sank im Vergleich zum Vorjahreszeitraum von sieben auf zwei. Gleichzeitig gab es allerdings mehr kleine Transaktionen.» Damit falle der Corona-Effekt weniger stark aus als befürchtet.
Mit 250 Millionen Euro erhielt der Münchner Flugtaxi-Entwickler Lilium im ersten Halbjahr 2020 die größte Investitionssumme, gefolgt vom Berliner Technik-Verleiher Grover mit 195 Millionen Euro und der mobilen Smartphone-Bank N26 mit 91 Millionen Euro.
Party in Berlin
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Clubs bekommen im Schnitt 81 000 Euro vom Senat

Berliner Clubs erhalten im Durchschnitt 81 000 Euro Corona-Hilfen. Das geht aus einer parlamentarischen Anfrage des Grünen-Abgeordneten Georg Kössler hervor, über die «Der Tagesspiegel» berichtet. mehr

Quelle: dpa

| Aktualisierung: Montag, 13. Juli 2020 08:39 Uhr

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