Alstom plant bei Zugfusion Zugeständnisse

Alstom plant bei Zugfusion Zugeständnisse

Der französische Zughersteller Alstom will für die geplante Übernahme der Zugsparte des kanadischen Bombardier-Konzerns Zugeständnisse an die EU-Kommission machen.

Alstom will Zuggeschäft vom Bombardier übernehmen

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Dazu gehöre, dass Bombardier die Talent-3-Plattform und die zugehörigen Produktionsanlagen am Standort Hennigsdorf bei Berlin verkaufen wolle, teilte Alstom am Donnerstagmorgen (09. Juli 2020) mit. Auch der Alstom-Produktionsstandort Reichshoffen in Frankreich soll verkauft werden, so ein weiterer Vorschlag.

Verpflichtungszusagen sollen Bedenken der Europäischen Kommission mildern

Nach ersten Gesprächen mit der Europäischen Kommission lege Alstom in Abstimmung mit Bombardier diese Verpflichtungszusagen vor, um die potenziellen wettbewerblichen Bedenken der Kommission zu berücksichtigen, hieß es weiter. Die vorgeschlagenen Maßnahmen stünden nun unter dem Vorbehalt der Freigabe durch die Europäische Kommission. «Die damit verbundenen Verkäufe sollen in enger Abstimmung mit den Arbeitnehmervertretern umgesetzt werden», so Alstom. Gewerkschaften hatten bereits befürchtet, dass Bombardier- und Alstom-Standorte wegen der Übernahme in Gefahr sind.

Entscheidung über Übernahme soll Mitte Juli folgen

Derzeit untersuchen EU-Wettbewerbshüter die geplante Übernahme. Bis Mitte Juli soll eine Entscheidung fallen. Die Wettbewerbshüter können dann auch noch eine vertiefte Prüfung anordnen. Wenn alles glatt läuft, solle das Geschäft im ersten Halbjahr 2021 abgeschlossen sein. Die Fusion ist brisant: Alstom war erst wegen Bedenken der EU-Wettbewerbshüter mit dem Versuch gescheitert, mit der Zugsparte von Siemens zu fusionieren.

Quelle: dpa

| Aktualisierung: Donnerstag, 9. Juli 2020 10:21 Uhr

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