Gasag will in nächsten Jahren 450 Millionen Euro investieren

Gasag will in nächsten Jahren 450 Millionen Euro investieren

Der Berliner Gasversorger Gasag sieht sich in der Corona-Krise gut aufgestellt. Trotz Schulden will das Unternehmen in den kommenden Jahren kräftig investieren. Daran ändert auch der seit Jahren tobende Streit mit dem Land Berlin über die Netze nichts.

GASAG-Zentrale in Berlin

© dpa

Der Berliner Grundversorger Gasag hat im vergangenen Jahr rund 125 Millionen Euro ins eigene Netz investiert. Das waren rund 9 Millionen Euro mehr als noch im Jahr davor, wie das Unternehmen am Mittwoch (29. April 2020) mitteilte. Hinzu kamen weitere 100 Millionen Euro Investitionen in Finanzanlagen. Unter anderem hatte Gasag seine Beteiligung am Brandenburger Energieversorger EMB um rund ein Viertel erhöht und hält nun 98 Prozent. «Für die nächsten drei Jahre sind insgesamt rund 450 Millionen Euro Investitionen geplant», teilte Gasag-Vorstandsvorsitzender Gerhard Holtmeier mit.

Gasag kommt Kunden in Corona-Krise mit Stundungen entgegen

Von der Corona-Krise sieht sich Gasag derzeit weniger stark betroffen als andere. «Gründe sind eine geringere Abhängigkeit von industriellen Kunden und der unternehmerische Schwerpunkt auf Netzbetrieb und Vertrieb», teilte das Unternehmen mit. Seinen Kunden hatte Gasag die Möglichkeit eingeräumt, Abschlagszahlungen bis Ende Juni aufzuschieben. 750 Kunden hätten davon Gebrauch gemacht, hieß es. Insgesamt wurde ein Volumen von rund einer halbe Million Euro gestundet.

Schulden und geringerer Verbrauch durch Kunden: Gasag muss sparen

Der Berliner Gasversorger machte im vergangenen Jahr einen Umsatz von 1,3 Milliarden Euro und damit 5 Prozent mehr als noch 2018. Das operative Ergebnis (Ebit) ging hingegen deutlich zurück: Von 137 Millionen Euro im Jahr 2018 auf 64 Millionen Euro. Grund waren hohe Temperaturen, die den Verbrauch deutlich sinken ließen. Auch wegen hoher Schulden muss das Unternehmen sparen - auch bei den Stellen. Im vergangenen Jahr beschäftigte Gasag etwas mehr als 1700 Mitarbeiter und damit rund 100 weniger als im Jahr zuvor. «Alle Maßnahmen sind sozial verträglich über Betriebsvereinbarungen abgesichert», betonte das Unternehmen.

Berlin strebt Betrieb des städtischen Netzes an

Seit Jahren streitet das Unternehmen mit dem Land Berlin um den Betrieb des Netzes. Bislang betreibt die in den 90er Jahren privatisierte Gasag das Gasnetz. Berlin möchte die Konzession an den Landesbetrieb Berlin Energie vergeben, war damit aber im April 2019 vor dem Kammergericht gescheitert. Nun sollen die genauen Kriterien der Ausschreibung nochmals formuliert werden, dann können die Interessenten neue Angebote einreichen. Gasag hatte daraufhin eine Nichtzulassungsbeschwerde beim Bundesgerichtshof eingereicht. «Dazu gibt es noch keine weitere Aussage», sagte Holtmann am Mittwoch.

Quelle: dpa

| Aktualisierung: Donnerstag, 30. April 2020 07:58 Uhr

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