Investitionsbank: Weniger Kredite für Häuser und Wohnungen

Investitionsbank: Weniger Kredite für Häuser und Wohnungen

Der jahrelange Ansturm auf Wohnungen und Häuser in Berlin erhält einen Dämpfer.

Jahres-Pk Investitionsbank Berlin

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«Wir sehen im Neugeschäft einen deutlichen Rückgang im Bezug auf Wohnimmobilien», sagte der Chef der Investitionsbank Berlin (IBB), Jürgen Allerkamp, am Mittwoch (22. April 2020). Dies hänge sicherlich mit der Unsicherheit durch den Berliner Mietendeckel sowie die Corona-Krise zusammen. Bei besonders teuren Wohnungen seien sinkende Preise möglich, im mittleren Segment werde aber nicht viel passieren.

1,7 Milliarden Euro in der Corona-Pandemie ausgezahlt

Eine positive Bilanz zog die Bank über die Hilfen für Unternehmen, die durch die Pandemie in Not geraten. Die IBB hatte die Bearbeitung der vom Berliner Senat beschlossenen Förderhilfen übernommen. 225 000 Kleinunternehmer haben die Soforthilfe des Landes beantragt, einen Zuschuss von bis zu 5000 Euro. Rund 200 000 Anträge hat die IBB bewilligt, 1,7 Milliarden Euro ausgezahlt. Man habe die Erwartungen schnell und unbürokratisch umgesetzt, sagte Allerkamp. Ermittlungen wegen Betrugsverdachts gebe es lediglich in 71 Fällen. Bewilligt wurden auch rund 600 zinslose Rettungsdarlehen in Gesamthöhe von 75 Millionen Euro.
2019 hat die landeseigene Förderbank nach eigener Ansicht ein «exzellentes Förderjahr» geschafft. Insbesondere konnte sie ihre Finanzierungszusagen für Immobilien so stark steigern wie nie. Rund 1,46 Milliarden Euro entsprachen einem Zuwachs von gut einem Drittel.

Geringere Kreditsumme für Modernisierung und Instandhaltung

Eine etwas geringere Kreditsumme wurde aber unter anderem für Modernisierung und Instandhaltung bewilligt - eine Folge der hohen Nachfrage nach Mietwohnungen, wie Allerkamp erklärte. «Für Vermieter ist es nicht mehr ganz so attraktiv, in Modernisierung zu investieren, wenn die Miete auch ohne neue Fenster eingenommen werden kann.»
Für Wohnungssuchende könnte die Corona-Krise den Anstieg der Mieten und Wohnungspreise vorübergehend stoppen. Davon geht der Verband Deutscher Pfandbriefbanken in einer bundesweiten Prognose aus. Bis Ende 2021 könnten die Nachfrage und die Preise für selbst genutztes Wohneigentum gedämpft werden, sagte Verbandspräsident Louis Hagen am Mittwoch.

Preisrückgänge noch nicht feststellbar

Preisrückgänge seien noch nicht feststellbar, aber möglich. «Kurzarbeit und die Sorge vor Arbeitslosigkeit werden dazu führen, dass die Nachfrage sich abschwächen wird.» Auch bei Neuvertragsmieten sei möglicherweise ein leichter Rückgang zu erwarten.
Mittelfristig dürften die Preise aus seiner Sicht wieder leicht steigen. Denn die Zinsen blieben niedrig und es zögen weiter Menschen in die Ballungsräume.
Hausbau in Berlin
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Quelle: dpa

| Aktualisierung: Mittwoch, 22. April 2020 16:23 Uhr

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