IHK und Handelsverband kritisieren Corona-Verordnung

IHK und Handelsverband kritisieren Corona-Verordnung

Die betroffenen Wirtschaftszweige in Berlin haben mit Unverständnis auf die vom Senat beschlossenen ersten Lockerungen in der Corona-Krise reagiert.

Beatrice Kramm, Präsidentin der IHK Berlin

© dpa

Beatrice Kramm, Präsidentin der IHK Berlin, aufgenommen am 13.01.2017 im Ludwig-Erhard-Haus in Berlin während des Neujahrsempfangs der Industrie- und Handelskammer (IHK) und der Handwerkskammer Berlin.

«Wir sind froh, dass nun auch Berlin den Weg eingeschlagen hat, den die anderen Bundesländer seit Montag gehen», teilte die Präsidentin der Industrie- und Handelskammer Berlin (IHK), Beatrice Kramm, am 21. April 2020 mit. «Dass es für die Gastronomiebranche keine Öffnungsperspektiven gibt, bereitet uns allerdings große Sorgen.» Eine Öffnung mit den gleichen Hygiene- und Abstandsregeln wie im Einzelhandel sei durchaus denkbar.

Pop fordert Unterstützung vom Bund

Der Berliner Senat hatte kurz zuvor verfügt, dass Restaurants und Kneipen weiter auf unbestimmte Zeit geschlossen bleiben müssen. Die Perspektive für Öffnungen reiche eher in Richtung Sommer, sagte Wirtschaftssenatorin Ramona Pop (Grüne) nach der Sitzung. Um den Betrieben zu helfen, forderte sie den Bund zur Unterstützung auf.

Lockerungen gab es hingegen für den Einzelhandel

Einige Tage später als in anderen Bundesländern dürfen in Berlin ab Mittwoch wieder Geschäfte jenseits des Lebensmittelhandels mit einer Verkaufsfläche von bis zu 800 Quadratmetern öffnen. Auch Kauf- und Warenhäuser dürfen aufmachen, solange sie die Verkaufsfläche entsprechend eingrenzen. Für alle gilt, dass pro 20 Quadratmeter nur ein Kunde ins Geschäft gelassen werden darf.

Handelsverbands Berlin-Brandenburg zeigt sich unzufrieden

Empört reagierte der Hauptgeschäftsführer des Handelsverbands Berlin-Brandenburg, Nils Busch-Petersen, auf diese Verordnungen. Eine für Berlin spezifische Lösung sei trotz des längeren Beratungszeitraums nicht gefunden worden, sagte er. «Beschlossen wurde letztendlich guter Bundesdurchschnitt.» Die Berufsgenossenschaft für den Handel halte eine Person auf 10 Quadratmetern für unbedenklich. «Ich verstehe nicht, warum Berlin einen anderen Richtwert ansetzt und überhaupt einen anführt», sagte Busch-Petersen mit Blick auf die doppelt so hohe Vorgabe pro Person.

Quelle: dpa

| Aktualisierung: Dienstag, 21. April 2020 18:15 Uhr

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