IHK: Stimmung der Berliner Wirtschaft auf Rekordtief

IHK: Stimmung der Berliner Wirtschaft auf Rekordtief

Die Corona-Krise belastet die Berliner Wirtschaft schwer - und lässt einer neuen Umfrage zufolge die Unternehmen so pessimistisch in die Zukunft blicken wie lange nicht mehr.

Ein geschlossenes Restaurant umgedrehten Stühlen

© dpa

Fast 70 Prozent der befragten Hauptstadt-Firmen gehen demnach davon aus, dass die Geschäfte im laufenden Jahr schlechter laufen werden, wie aus der aktuellen Konjunkturumfrage der Berliner Industrie- und Handelskammer (IHK) hervorgeht, die der Deutschen Presse-Agentur vorliegt. Im vergangenen Jahr lag dieser Wert zum selben Zeitpunkt bei lediglich 15 Prozent.

IHK-Präsidentin: Zahlen sind erschütternd

«Auch wenn die Ergebnisse angesichts des flächendeckenden Lockdowns leider nicht völlig unerwartet kommen, sind die Zahlen erschütternd», teilte IHK-Präsidentin Beatrice Kramm mit. «Große Teile der Berliner Wirtschaft kämpfen buchstäblich ums Überleben. Und das Besorgniserregendste ist: Ein Ende ist nicht abzusehen.»

Ein Drittel der Betriebe eigenen Angaben zufolge von Insolvenz bedroht

Nach den Auswirkungen der Pandemie befragt, gab rund ein Drittel der Betriebe an, von Insolvenz bedroht zu sein. Liquiditätsengpässe meldeten mehr als die Hälfte. Bei kapp 55 Prozent stehen die Geschäfte komplett still und bei ebenfalls rund einem Drittel werden demnach derzeit die Investitionen zurückgefahren.

Gastronomie besonders betroffen

Vor allem die Gastronomie trifft es hart. 96 Prozent der befragten Betriebe meldeten eine schlechte Geschäftslage. Damit lag der Wert so hoch wie in keinem anderen Gewerbe. Etwas glimpflicher trifft es das Baugewerbe. Dort beurteilt nahezu die Hälfte der Unternehmen die aktuelle Geschäftslage weiter als gut. Die staatlichen Hilfsmaßnahmen federten die Auswirkungen der Krise ab, teilte die IHK weiter mit. Sie «sichern vielen Unternehmen Kapital und Fachkräfte; den Beschäftigten einen Teil ihres Einkommens».

Trotz Coronakrise Grund zum Optimismus

Allen Problemen zum Trotz gebe es zudem gute Gründe, auf mittlere Sicht optimistisch in die Zukunft zu blicken. Berlin sei - anders als in den Nullerjahren - ein global vernetzter Ort, an dem sich ein erhebliches Fachkräfte-, Investitions-, Innovations- und Nachfragepotenzial versammelt habe. «Gelingt es der Stadt, diesen Schatz in der jetzigen Krise weitgehend zu erhalten, dürfte dem steilen Absturz eine zügige Erholung folgen.» Für die Konjunkturumfrage wurden zwischen dem 19. März und dem 2. April rund 2700 Unternehmer in der Hauptstadt befragt.

Quelle: dpa

| Aktualisierung: Samstag, 11. April 2020 18:52 Uhr

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