Finanzsenator: Corona-Hilfe für Unternehmen wird aufgestockt

Finanzsenator: Corona-Hilfe für Unternehmen wird aufgestockt

Der Berliner Senat stockt seine Millionenhilfen für mittlere und kleinere Unternehmen in der Coronakrise angesichts des riesigen Bedarfs auf. Wenn es nötig sei, könne das bisher geplante Volumen von 600 Millionen Euro auf bis zu einer Größenordnung von einer Milliarde Euro erhöht werden, sagte Finanzsenator Matthias Kollatz der Deutschen Presse-Agentur.

Berlins Finanzsenator Matthias Kollatz

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Matthias Kollatz (SPD), Berliner Finanzsenator, spricht bei der Pressekonferenz des Berliner Senats.

«Die erste Welle werden wir abarbeiten, auch wenn es zu deutlich höheren Haushaltsbelastungen führt, als wir ursprünglich gedacht haben», versicherte der SPD-Politiker. «Weil wir den Unternehmen helfen wollen und wissen, dass es hier mitunter um Tage geht.» Gleichzeitig machte Kollatz klar, dass Berlin für die Hilfen nicht endlos Geld zur Verfügung habe. Daher müssten früher oder später verstärkt Programme des Bundes in Anspruch genommen werden.
Berlin hatte zwei Soforthilfe-Programme für Firmen aufgelegt, die wegen der Ausbreitung des Corona-Virus und den Gegenmaßnahmen in ihrer Existenz bedroht sind. Kleine Firmen mit bis zu fünf Beschäftigten, Freiberufler und sogenannte Solo-Selbstständige können zur Bewältigung der schlimmsten Härten 5000 Euro Zuschuss bei der Investitionsbank des Landes (IBB) beantragen. Berlin hat rund 200 000 Solo-Selbstständige.
Die andere Hälfte des Sofortprogramms des Landes wurde für kleine und mittlere Unternehmen bis zu 250 Beschäftigten aufgelegt. Sie können als Liquiditätshilfe zinslose Kredite von der IBB bekommen. Das maximale Volumen liegt bei 500 000 Euro, kann im Einzelfall aber auch höher sein. Das Interesse an beiden Landesprogrammen ist gigantisch. Wegen der Flut von Antragstellern, die sich online melden müssen, sind die Server der IBB an der Kapazitätsgrenze.
Bernd Schlömer, Sprecher für Netzpolitik der Berliner FDP-Fraktion, forderte, es müsse sofort eine Erhöhung der Bandbreite geben, um solche Zugriffsprobleme zu beenden. «Unternehmen wie die Deutsche Telekom sind verpflichtet, ihren Beitrag für das Funktionieren der kommunalen und staatlichen Leistungen in vollem Umfang zu gewährleisten», so der FDP-Politiker. «Es ist fatal, dass die zuständige Senatsverwaltung und das ITDZ nicht schnell genug handeln.»
Vom Bund bekommen Kleinstunternehmen 9000 Euro Soforthilfe, solche mit bis zu 10 Beschäftigten bis zu 15 000 Euro. Größere Firmen können Bundesprogramme nutzen, etwa Kredite von der Förderbank des Bundes, der KfW.

Quelle: dpa

| Aktualisierung: Samstag, 28. März 2020 12:58 Uhr

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