Air-Berlin-Chef Winkelmann geht zum Jahresende

Air-Berlin-Chef Winkelmann geht zum Jahresende

Air-Berlin-Chef Thomas Winkelmann verlässt nach einigem Hin und Her doch vorzeitig die insolvente Fluggesellschaft. Der 58-Jährige und Insolvenzverwalter Lucas Flöther lösten den Vertrag in beiderseitigem Einvernehmen zum Jahresende auf, wie Flöther am 31. Juli 2018 in Berlin mitteilte.

Thomas Winkelmann

© dpa

Thomas Winkelmann. Foto: Paul Zinken/Archiv

Laut Vertrag hätte Winkelmann bis 2021 im Amt bleiben sollen. Einst hatte es geheißen, er gebe den Posten im April 2018 ab. Dann sollte er doch auf «unabsehbare Zeit» bleiben, um bei der Abwicklung der ehemals zweitgrößten deutschen Fluggesellschaft zu helfen. Nun könne er sich ab kommendem Jahr neuen beruflichen Aufgaben widmen, erklärte Noch-Airline-Chef Winkelmann. Ein Ersatz ist nicht nötig. Die Entscheidungsgewalt liegt seit der Insolvenz rechtlich gesehen komplett bei Verwalter Flöther.

Air Berlin seit August 2017 insolvent

Air Berlin hatte im August 2017 Insolvenz angemeldet und im Oktober den Flugbetrieb eingestellt. Große Teile gingen an die Lufthansa. Von der größten deutschen Airline war Winkelmann erst Anfang 2017 und damit wenige Monate vor der Insolvenz zu Air Berlin gewechselt.

Noch mehr als 100 Beschäftige bei Air Berlin

Air Berlin wird nach Einschätzung der Insolvenzverwaltung frühestens in zehn Jahren komplett verschwinden. Derzeit arbeiten noch mehr als 100 Beschäftigte bei dem Unternehmen und unterstützen bei der Abwicklung. Winkelmanns Gehaltsansprüche von bis zu 4,5 Millionen Euro waren über eine Bankgarantie bis 2021 gesichert.

Winkelmann verzichtet auf Gehaltsansprüche

Dieser Fakt hatte zuletzt für Kritik gesorgt. Mit dem vorzeitigen Ausscheiden verzichtet er auf einen Teil dieser Ansprüche. Das komme den Gläubigern von Air Berlin zugute, erklärte Flöther. Auf wie viel Gehalt Winkelmann verzichtet, wollte der Insolvenzverwalter mit Verweis auf das vereinbarte Stillschweigen nicht sagen.

Quelle: dpa

| Aktualisierung: 31. Juli 2018