Niki muss neues Hauptinsolvenzverfahren eröffnen

Niki muss neues Hauptinsolvenzverfahren eröffnen

Im Fall der insolventen Air-Berlin-Tochter Niki ist in Österreich ein zweites Hauptinsolvenzverfahren eröffnet worden.

Eine Niki-Maschine

© dpa

Ein Passagierflugzeug des Unternehmens Niki landet in Berlin-Tegel.

Das Landgericht Korneuburg habe den Antrag von Niki auf ein Sekundärinsolvenzverfahren abgelehnt, teilte die Justizbehörde am Freitag, den 12. Januar 2018 mit. Das Fluggastportal Fairplane hatte den Antrag auf Eröffnung eines Hauptverfahrens in Österreich eingebracht.

Kaufverfahren wird neu eröffnet

Damit haben nach Angaben des Landgerichts Korneuburg neben dem britischen-spanischen Luftfahrtkonzern IAG auch die bisherigen Bieter Tuifly, der Reisekonzern Thomas Cook (Condor) und der Luftfahrtunternehmer Niki Lauda eine neue Chance für ein Angebot. «Die Frist dafür läuft bis zum 19. Januar», sagte ein Sprecher des Landgerichts weiter.

Niki prüft rechtliche Schritte

«Diese Eröffnung widerspricht der Europäischen Insolvenzordnung», kritisierte ein Sprecher des vorläufigen Insolvenzverwalters Lucas Flöther. Niki werde nun die zur Verfügung stehenden rechtlichen Schritte prüfen. «Im Vordergrund steht allerdings, dass der bereits geschlossene Kaufvertrag für den Niki-Geschäftsbetrieb Rechtskraft erlangt und möglichst viele Arbeitsplätze gerettet werden.»

IAG wollte drei Viertel der Belegschaft übernehmen

Vueling als Billigfluglinie des spanisch-britischen Luftfahrtkonzerns IAG hatte 20 Millionen Euro für Niki geboten und zusätzlich einen Kredit von 16,5 Millionen Euro für den Erhalt der Betriebsfähigkeit von Niki gegeben. Bei Niki waren zuletzt rund 1000 Mitarbeiter beschäftigt. 750 von ihnen sollten übernommen werden.

Quelle: dpa

| Aktualisierung: 12. Januar 2018