Fahrzeugfolierung: Werbemittel, Einsatzmöglichkeiten und Besteuerung

Fahrzeugfolierung: Werbemittel, Einsatzmöglichkeiten und Besteuerung

Eine Fahrzeugfolierung bietet eine werbewirksame Möglichkeit, Aufmerksamkeit zu gewinnen. Als kostengünstige Alternative stellt die fahrende Werbung ein wertvolles Mittel für Ihr Marketing-Portfolio dar.

Fahrzeugfolierung

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Bei der Gestaltung gilt es gewisse Regeln zu beachten, um optimale Wirksamkeit zu erzeugen. Weiterhin stellt sich die Frage nach der rechtlichen Einordnung und der steuerlichen Behandlung Ihrer Fahrzeugfolierung.

Überblick und Möglichkeiten der Fahrzeugfolierung

Eine professionelle Gestaltung Ihrer Werbebotschaften auf einer Fahrzeugfolie ist die Voraussetzung für die Wirksamkeit. Sie soll die Aufmerksamkeit potenzieller Kunden erregen und die Neugier auf Ihr Unternehmen oder Ihr Angebot wecken. Aus diesem Grunde ist es ein wichtiger Geschäftszweig von PR-Agenturen, Fahrzeug-Werbeaufdrucke zu gestalten. Diese richten sich im Idealfall am Corporate Design Ihres Unternehmens aus. Sie gehen über Unternehmensname und Firmenlogo hinaus und vermitteln eine Botschaft. Diese muss so griffig sein, dass potenzielle Interessenten sie auf den ersten Blick erschließen kann. Wichtig sind hierbei auch Angaben zur Kontaktaufnahme. Dazu zählen Adresse, Standort sowie die Internetpräsenz. Je kürzer und eingängiger die Domain, desto vorteilhafter.

Im Hinblick auf die Gestaltung der Fahrzeugwerbung haben Sie als Unternehmer grundsätzlich zwei verschiedene Möglichkeiten. Es besteht die Option einer Umlackierung oder die günstigere Variante der Fahrzeugfolierung. Die Umlackierung wirkt besonders verlässlich, doch ist sie mit hohem Aufwand und hohen Kosten verbunden. Weiterhin ist es in diesem Falle schwierig, nachträgliche Änderungen vorzunehmen. Ändern sich etwa Firmenlogo oder Adresse, so ist eine weitere Umlackierung erforderlich. Deutlich lackschonender und kostengünstiger lassen sich Folien anbringen. Die per Folierung aufgebrachte Werbung erlaubt hohe Flexibilität und lässt sich bei Bedarf ohne Beschädigung des Lacks wieder entfernen.

Fahrzeugfolierung und die Gestaltung der Werbebotschaft: Best Practices

Damit Ihr Fahrzeug zur werbewirksamen Visitenkarte Ihres Unternehmens wird, sind bei der Gestaltung der Folie einige Faktoren zu berücksichtigen. Diese betreffen sowohl das Layout als auch die Inhalte.

In erster Linie ist es von Bedeutung, dass Kunden sich auf den ersten Blick erschließen können, wer Sie sind. Das Unternehmen und sein Angebot müssen deutlich erkennbar sein. Der beste Werbe-Slogan auf einer Fahrzeugfolie verfehlt seine Wirkung, wenn potenzielle Kunden nicht wissen, was Sie eigentlich anbieten. Die Waren oder Dienstleistungen sind sofort richtig einzuordnen. Herzstück des Auftritts ist das Firmenlogo. Dieses ist so zu positionieren, dass es Ihren Kunden sofort ins Auge sticht. Klassische und gut sichtbare Positionen sind die Seiten des Fahrzeugs sowie die Heckscheibe.

Ein weiterer wichtiger Faktor ist die Erreichbarkeit. Zu diesem Zwecke sollten Sie darauf achten, hinreichend Kontaktmöglichkeiten auf der Folie anzubringen. Hierzu gehören auch moderne Kommunikationskanäle, beispielsweise eine Präsenz in den Social Media. Wichtig ist es, auf Aktualität der Daten zu achten. Weiterhin sind die Kontaktdaten gut lesbar zu positionieren, sodass Kunden Sie mit einem Blick erschließen können.

Was die Länge Ihrer Botschaften betrifft, gilt bei Fahrzeugfolien das Credo Weniger ist Mehr. Sie können davon ausgehen, dass Kunden Ihr Fahrzeug nur für relativ kurze Zeit sehen. Zu lange Slogans oder Informationen werden wahrscheinlich nicht wahrgenommen. Daher sollten Sie auf ausgewählte Flächen und besonders griffige Informationen setzen. Weiterhin sollten Sie auf leicht verständliche Botschaften setzen. Dies gilt insbesondere, wenn Ihr Unternehmen besonders innovativ ist und auf noch wenig bekannte Technologien setzt. Statt speziellem Fachvokabular sollten Sie die Vorzüge Ihrer Waren und Dienstleistungen anpreisen. Der Kunde soll wissen, an wen er sich bei einem Problem oder bei Kaufinteresse wenden kann.

Grundsätzlich sollten Sie bei jeder Art der Folierung auf ein einheitliches Bild achten. Das heißt, dass diese auch mit Ihrem sonstigen Corporate Design konform sein sollte. Achten Sie daher darauf, dass die Gestaltung Ihrer Folierung, Ihrer Webseite oder Ihrer Flyer einheitlich und wie aus einem Guss wirkt.

Die Bedeutung der Einheitlichkeit betrifft auch und insbesondere die Farbwahl. Hierbei ist darauf zu achten, dass Fahrzeugfarbe und Folienfarbe miteinander harmonieren. Empfehlenswert ist es, nicht mehr als drei verschiedene Farben miteinander zu kombinieren. Abgerundet wird der überzeugende Auftritt mit einer Fahrzeugfolierung in hoher Qualität. Es ist lohnenswert, auf hochwertige Materialien zu achten, da eine hochwertige Folie auch die Qualität Ihres Unternehmens nach außen widerspiegelt. Digitaldrucke sind meist mit einer zusätzlichen Schutzschicht versehen. Hochwertige Folie ist ebenso geeignet für die Waschanlage. Am besten eignen sich Hersteller für Klebefolien wie Myfolie, die sich im Bereich Fahrzeugfolierung gut auskennen.

Steuerliche Einordnung und Absetzbarkeit

Geht es um die steuerliche Behandlung der Fahrzeugfolierung, so ist zunächst die Einordnung zu berücksichtigen. Grundsätzlich gibt es drei infrage kommende Möglichkeiten. Die Fahrzeugwerbung könnte als eigenständigeWirtschaft in Betracht kommen. Ebenso könnte die Annahme vorliegen, dass die Folierung einen Teil der Anschaffungskosten ausmacht. Ebenfalls steht eine Geltendmachung der Fahrzeugfolierung als Betriebsausgabe zur Debatte.

Die Einordnung als eigenständiges Wirtschaftsgut ist auszuschließen, auch wenn die Definition des Wirtschaftsguts weit gefasst ist. Sie beinhaltet sowohl Sachen als auch Rechte und Möglichkeiten sowie Vorteile für den Betrieb. Die Dinge müssen einer selbstständigen Bewertung zugänglich sein. Typischerweise erfolgt eine Nutzung über mehrere Geschäftsjahre. Die Wirtschaftsgüter müssen zudem mit dem Betrieb übertragbar sein. Abzugrenzen sind hiervon unselbstständige Teile, beispielsweise Geschäftswert bildende Vorteile eines Wirtschaftsguts. Eine eigenständige Bewertungsmöglichkeit richtet sich unter anderem nach dem Nutzungs- und Funktionszusammenhang sowie nach dem Grad der Nutzung. Die eigenständige Bewertbarkeit ist im Zusammenhang mit der Fahrzeugfolierung nicht gegeben. Die Folien bilden zwar einen Vorteil für den Betrieb, doch sind sie nicht losgelöst vom Fahrzeug auf Dritte übertragbar. Unabhängig vom Fahrzeug ist keine Werbewirksamkeit gegeben. Durch die Anbringung von Fahrzeugwerbung kommt somit kein eigenständiges Wirtschaftsgut zustande, das gesondert abzuschreiben wäre.

Fahrzeugfolierung als Teil der Betriebsausgaben absetzbar

Es bleiben die Möglichkeiten der Einordnung als Anschaffungskosten oder Betriebsausgaben. In der Rechtspraxis tendieren einige Finanzämter dazu, Fahrzeugwerbung und damit verbundene Kosten als Anschaffungskosten einzuordnen. Insbesondere bei neuen Fahrzeugen, die unmittelbar nach dem Kauf umlackiert oder foliert werden, ordnen Finanzämter diese Werbemaßnahmen gerne den Anschaffungskosten zu. Dies hat steuerlich die Folge, dass diese Ausgaben (ebenso wie das Fahrzeug selbst) über mehrere Jahre abzuschreiben sind.

Zu berücksichtigen ist jedoch ein anderslautendes Urteil des Finanzgerichts München (10.05.2006, Aktenzeichen 1 K 5521/04). Gemäß Urteil sind Schriftzüge und Logos auf Firmenfahrzeugen eindeutig als Teil der Betriebskosten einzuordnen. Dies gilt unabhängig von dem Zeitpunkt, an dem sie angebracht wurden. Zur Begründung gab das Finanzgericht München an, dass die Fahrzeuge auch ohne die Werbung betriebsbereit seien. Als Anschaffungskosten gelten nur solche Aufwendungen, die zur Herstellung der Betriebsbereitschaft unbedingt erforderlich sind. Dies hat zur Folge, dass Sie die Kosten für die Fahrzeugfolierung auf Ihren Firmenfahrzeugen vollumfänglich steuerlich geltend machen können.

Aktualisierung: 28. Februar 2019