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Freiflächenentwicklung 2010

Einleitung

Grün- und Freiflächen sind nicht oder kaum bebaute Flächen, wie Wälder, Felder, Kleingärten, Sportflächen, Parkanlagen und Brachflächen. Sie sind für die Lebensqualität in einer Stadt von großer Bedeutung. Unterschiedliche Freiflächen – von wohnungs- und siedlungsnahen Parkanlagen bis zu Landwirtschafts- und Waldflächen – sind Voraussetzung zur Erfüllung der Erholungsbedürfnisse der Bewohner.

Grün- und Freiflächen bereichern das Stadtbild durch die Gliederung der Siedlungsstruktur. Sie dienen der Pflanzen- und Tierwelt als Lebensraum und Rückzugsgebiet und erfüllen wichtige Ausgleichsfunktionen für den Naturhaushalt der Stadt. Sie verbessern das Stadtklima, Luftzirkulation und Luftaustausch werden gefördert und die Erwärmung wird gemildert. Durch die Rückhaltung und Verdunstung von Regenwasser werden die Oberflächengewässer entlastet.

Als unversiegelte Flächen ermöglichen sie ein ungestörtes Bodenleben mit allen Funktionen für das ökologische Gleichgewicht. Boden ist Abbau-, Ausgleichs-, und Aufbaumedium für stoffliche Einwirkungen; seine Filter-, Puffer-, und Stoffumwandlungseigenschaften dienen insbesondere auch dem Schutz des Grundwassers. Mit zunehmender Bodenversiegelung oder stofflicher Belastung werden die Bodenfunktionen dauerhaft oder gar irreversibel zerstört.

Im Rahmen der umweltpolitischen Diskussion besteht ein großer Bedarf an Zahlen zum Umfang des Flächenverbrauchs und der Entwicklung in den letzten Jahren und Jahrzehnten. Diese Zahlen werden sowohl im Rahmen der Bestimmung von Qualitätszielen für den Bodenschutz, als auch als Indikatoren für die Nachhaltigkeitsdiskussion benötigt.

In Berlin gibt es neben der hier beschriebenen Karte des Umweltatlas zwei weitere Ansätze zur Beobachtung der räumlichen Anteile der verschiedenen Flächennutzungen, die für eine Beschreibung der Flächeninanspruchnahme herangezogen werden können. Alle drei Ansätze führen aufgrund unterschiedlicher Zielsetzung und verschiedener Methoden zu unterschiedlichen Ergebnissen. Einen Exkurs zum “Methoden / ergänzende Hinweise” finden Sie im Kapitel Methode.

Entwicklung in Deutschland

Nach Angaben des Statistischen Bundesamtes, das die einzigen für den bundesweiten Vergleich verfügbaren Zahlen der statistischen Landesämter verwendet, war in Deutschland bis zu Jahrtausendwende ein kontinuierlicher Anstieg der Siedlungs- und Verkehrsflächen auf etwa 130 ha pro Tag zu beobachten. Die vor allem auf Kosten von Landwirtschafts- und Forstflächen in Anspruch genommenen Flächen gingen bis 2003 auf insgesamt 99 ha pro Tag zurück um 2004 wieder auf 131 ha pro Tag zu steigen. Seither hat die Flächeninanspruchnahme wieder abgenommen, auf 77 ha pro Tag im Jahr 2010. Die Bundesregierung hat im Jahr 2002 das sogenannte „30-ha-Ziel“ in die Nationale Nachhaltigkeitsstrategie aufgenommen. Es besagt, den bundesweiten Flächenverbrauch für Siedlungs- und Verkehrszwecke bis zum Jahr 2020 auf 30 ha pro Tag zu reduzieren (vgl. Statistisches Bundesamt, Nachhaltige Entwicklung in Deutschland, Indikatorenbericht 2012).

Im Kapitel „Flächennutzung und bauliche Flächeninanspruchnahme“ des Raumordnungsberichts 2011 (Bundesamt für Bauwesen und Raumordnung 2011) werden weitere Angaben und Analysen zur Flächeninanspruchnahme auf Bundesebene dargestellt.

Entwicklung in Berlin

Auch in Berlin erfolgte, wie im übrigen Bundesgebiet, der Zuwachs an Siedlungsfläche hauptsächlich zu Lasten landwirtschaftlicher Flächen. Die Inanspruchnahme von Freiflächen erfolgte für Siedlungszwecke innerhalb der Stadtgrenzen.

Der 20-Jahres-Zeitraum bis 2010 war durch eine insgesamt weiterhin geringe Flächeninanspruchnahme geprägt. Im Exkurs zum “Methoden / ergänzende Hinweise”, Tabelle 3 wird die Flächeninanspruchnahme nach drei verschiedenen Quellen dargestellt. Weitere Angaben finden sich im Bericht der Senatsverwaltung für Stadtentwicklung und Umwelt, Referat I A zur Flächenentwicklung in Berlin 1991-2010-2030 (SenStadtUm 2011).