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Bioindikatoren 1991

Zusammen­fassung

Wie lassen sich Schadstoffe in der Luft messen? Klar, mithilfe technisch hochentwickelter Geräte. Aber auch die Natur liefert wichtige Hinweise zur Berliner Luftqualität – und zwar durch Bioindikatoren, das sind bestimmte Tier- oder Pflanzenarten, die wie lebende Messinstrumente funktionieren.

Ein Beispiel sind Flechten. Sie sind häufig als bunte Flecken auf Bäumen, alten Mauern oder Hauswänden zu sehen. Einige Arten reagieren empfindlich auf Luftverschmutzung, indem sie ausbleichen oder absterben. Kennt man die Schadstofftoleranz bestimmter Flechtenarten, lassen sie sich als Bioindikatoren nutzen. Neben Flechten gibt es weitere lebende Indikatoren wie Weidelgras oder Grünkohl. Unterschieden werden Akkumulationsindikatoren, die Schadstoffe anreichern, ohne mit Veränderungen im Stoffwechsel zu reagieren, und Reaktionsindikatoren, die bereits nach Aufnahme geringer Schadstoffmengen Zellveränderungen oder Schäden aufweisen.

Im Rahmen eines über mehrere Jahre durchgeführten Wirkungskatasters wurden Anfang der 1990er Jahre die Immissionswirkungen, also die Einwirkung von Schadstoffen, anhand von Bioindikatoren umfassend untersucht. Hier finden Sie die Ergebnisse der Messungen. Sie ergänzen die technisch erhobenen Immissionsdaten für Berlin und zeigen spezielle regionale Belastungsmuster.