Inhaltsspalte

Solare Flächenpotenziale 2005

Methode

Der zentrale Arbeitsschritt zur Bewertung des Berliner Gebäudebestandes umfasste den Abgleich der Typologie der 20 Stadtraumtypen mit unterschiedlichen solarurbanen Potenzialen mit den Flächentypen der Nutzungskartierung des Informationssystems Stadt und Umwelt Berlin (ISU). Es wurde versucht, die besonderen Abgrenzungskriterien der Stadtraumtypen wie

  • Baualter
  • Gebäudenutzung
  • Form, Ausrichtung und Gestaltung von Dach und Fassaden
  • baukulturelle Wertigkeiten (Denkmalschutz) sowie
  • städtebauliche Dichte

auf ihre Gemeinsamkeiten mit den Flächentypen des ISU zu überprüfen.

Unter Zuhilfenahme hochaufgelöster und georeferenzierter Luftbilder wurde für jede bebaute Fläche dem Flächentyp des ISU ein Stadtraumtyp zugeordnet. Dabei wurde die Zahl der 20 bundesweit gültigen Stadtraumtypen auf 17 für Berlin relevante reduziert. Im Ergebnis lag eine Zuordnungstabelle Stadtraumtyp – Flächentyp vor, die in vielen Fällen jedoch die Mehrfachzuordnung eines Flächentyps zum maßgeblichen Stadtraumtyp erforderlich machte (vgl. Tabelle 2).

Die für die Bestimmung des solaren Flächenpotenziales bedeutenden Kennzeichen, insbesondere die zur Verfügung stehenden Dach- und Fassadenflächen und deren mögliche Verschattungen ließen sich in den meisten Fällen ausreichend aus den Luftbildern ermitteln. Auf diesem Wege fand auch die Einzelbestimmung derjenigen Stadtraumtypen statt, für die laut Tabelle eine Mehrfachzuordnung zu den Flächentypen des ISU vorlag.

Link zu: Vergrößern
Tab. 2: Zuordnung ähnlicher Flächentypen zum Stadtraumtyp mit unterschiedlichen solarurbanen Gütezahlen
Bild: Umweltatlas Berlin

Die Liste der 17 für Berlin relevanten Stadtraumtypen des Baubestandes wurde ergänzt durch vier zusätzliche Kategorien für geplante Bauprojekte (Stadtraumtypen 18 – 21).

Die in der Karte jeweils abgegrenzten Flächen sind in diesem Zusammenhang jedoch nur als Hinweis zu verstehen, da sich die jeweiligen Projekte in unterschiedlichen Planungsständen befanden und ihre weitere Entwicklung nicht absehbar war. Grundsätzlich liegt bei Projekten der Vorteil in der Möglichkeit, Konzepte zur Nutzung der Solar- oder anderer regenerativer Energien schon frühzeitig in den Planungsprozess mit einzubinden, wodurch ihre Realisierungschancen u.U. deutlich gesteigert werden können.

Zur Berücksichtigung der fernwärmeversorgten Gebiete in Berlin wurde die Karte 08.01 Versorgungsbereiche Gebäudewärme herangezogen. Damit sollte insbesondere für die abschließende Bewertung des gesamtstädtischen potenziellen Beitrages der Solarthermie bzw. der Photovoltaik zur zukünftigen Energieversorgung der Stadt ein zusätzliches Kriterium herangezogen werden.

Wird ein Baugebiet bereits von der Fernwärme versorgt, so lässt sich nach diesem Ansatz der sommerliche Wärme- und Kühlungsbedarf mit der Fernwärme decken. In diesen Fällen sind die für die aktive Solartechnik geeigneten Dach- und Fassadenflächen vorrangig als Potenzial für solare Stromgewinnung angesehen worden.